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Airbus-Absturz: Vier Opfer aus Minden-Lübbecke

Zwei Ehepaare aus Porta-Westfalica sterben in den Alpen Airbus-Absturz: Vier Opfer aus Minden-Lübbecke

Erst waren es Gerüchte, im Laufe des Dienstagabends verdichteten sie sich zur schrecklichen Gewissheit: Unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Südfrankreich befinden sich auch vier Menschen aus Porta Westfalica.

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Die Fahnen am Rathaus in Porta Westfalica hängen auf Halbmast.

Quelle: mt

Minden. Es handelt sich um zwei Ehepaare, die gemeinsam ihren Urlaub in Spanien verbrachten. Zahlreiche Menschen in Porta Westfalica, denen die vier Opfer gute Freunde, Bekannte und Verwandte waren, stehen unter Schock. Der Absturz der Germanwings-Maschine war für viele, die im Laufe des Tages die Nachrichten verfolgten, zwar ein schreckliches Unglück, das sich aber relativ weit weg in Südfrankreich ereignet hatte. Mit der Nähe zu den Opfern wuchs die persönliche Betroffenheit dramatisch.

 Der Portaner Bürgermeister Bernd Hedtmann, Landrat Ralf Niermann (Kreis Minden-Lübbecke) und der Mindener Polizeileiter Detlef Stüven hatten gestern zu einer Pressekonferenz ins Rathaus nach Porta geladen. Alle bekunden ihre Anteilnahme am Leid der beiden Familien, die ihre Angehörigen verloren haben. „Die Nachricht über den Absturz hat viele Menschen schwer erschüttert. Auch hier ist die Trauer groß“, sagt Hedtmann.

 Die eigentliche Botschaft der offiziell einberufenen Pressekonferenz überbringt aber Notfallseelsorger Ralf Steiner: „Was jetzt auf die Familien einprasselt, ist viel zu viel.“ Er hat eine der Familien in den schwersten Stunden nach dem Unglück begleitet und wird das auch in den kommenden Tagen und Wochen tun. Insgesamt waren fünf Seelsorger am Dienstag im Einsatz.

Die Anteilnahme sei riesig, jeder wolle helfen. Die beiden Familien könnten all dies aber noch gar nicht verarbeiten. „Sie brauchen Zeit“, sagt er. Aufgabe der Stadt und der Seelsorger sei nun, die Trauernden so gut wie möglich abzuschirmen. „Sie bestimmen, was jetzt passiert“, sagt Steiner. Die Familien müssten das Gefühl haben, diese unerträgliche Situation zumindest noch selbst steuern zu können.

Die getöteten Ehepaare hinterlassen jeweils zwei Kinder, Kleinkinder seien nicht darunter. „Mehr wollen wir dazu aus Rücksicht auf die Angehörigen nicht sagen“, teilt Landrat Niermann mit. Hedtmann ergänzt: „Wir sind mit denen, die als Kinder ihre Eltern verloren haben, und mit denen, die als Eltern ihre Kinder verloren haben.“ Solche Situationen seien unerträglich, die Privatsphäre der Trauernden müsse in jedem Fall gewahrt werden. Die Schule, an der einige der Kinder gingen, sei bereits informiert, um dort ebenfalls entsprechend reagieren zu können.

Die Familien werden laut Polizeichef Stüven Besuch von der Polizei bekommen. „Wir unterstützen die Ermittlungen der Behörden, um die Identifikation der Opfer voran zu bringen.“ Die Angehörigen würden um persönliche Gegenstände der Opfer gebeten, um DNA-Abgleiche machen zu können. Es sei wichtig den Angehörigen dadurch die Möglichkeit zu geben, vielleicht doch Abschied nehmen zu können. Steiner: „Wir hoffen, dass wir in ein bis zwei Wochen Särge hier haben, um eine Trauerfeier abzuhalten.“ mt

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