Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Minden Kalilauge läuft aus - Großeinsatz
Aus der Region Minden Kalilauge läuft aus - Großeinsatz
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:03 19.06.2018
Nachdem die Spezialisten, die Vollschutzanzüge trugen, Kontakt mit der Chemikalie gehabt haben, werden sie von Mitgliedern des ABC-Dienstes dekontaminiert. Quelle: leo
Anzeige
Eisbergen

Auch Experten des ABC-Dienstes und Notfallsanitäter der Berufsfeuerwehr Minden rückten aus. Ein Paketzusteller hatte Alarm geschlagen. In seinem Transporter war aus einem Zehn-Liter-Kanister Kalilauge ausgetreten. Die ätzende Flüssigkeit verteilte sich auf dem Gang des Fahrzeuges.

Der 28 Jahre alte Mann wurde von Notfallsanitätern untersucht und in ein Krankenhaus gebracht. Feuerwehrleute sperrten den Bereich rund um den Wagen ab. „Zur Sicherheit sollte der Patient in der Klinik durchgecheckt werden. Vielleicht hat er etwas von der Chemikalie eingeatmet“, sagte Feuerwehrsprecher Lutz Altenhöner. Männer, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet hatten und Chemikalien-Schutzanzüge trugen, erkundeten die Lage.

Im Paketwagen konnten sie den Kanister bergen – der offenbar undichte Behälter wurde in einer Sicherungstonne luftdicht verstaut. „Im Wagen hatte sich bereits eine große Pfütze gebildet“, erklärt Altenhöner. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit einem speziellen Chemikalien-Bindemittel abgebunden. „Die Kalilauge kann Metalle angreifen. Zum Glück hat die Chemikalie aber nicht mit dem Metall im Wagen reagiert“, sagte Altenhöner.

Ursache unklar

Eine Kaliumhydroxid-Lösung kann ätzende Dämpfe entwickeln. Deshalb führten Spezialisten ständig Messungen durch. Man habe jedoch keine Wohnhäuser evakuieren müssen, hieß es. „Der Lieferwagen stand glücklicherweise weit genug von den Gebäuden weg“, so Aktenhöner.

Gefahrgut-Experten bauten einen Dekontaminationspunkt auf. Feuerwehrleute, die unter schwerem Atemschutz und mit Chemikalien-Schutzanzügen im Gefahrenbereich gearbeitet hatten, wurden in einer Wanne mit Wasser gereinigt. Anschließend entkleideten die Spezialisten die Einsatzkräfte und verstauten die Schutzanzüge in Plastiksäcken.

Ein Entsorgungsunternehmen aus Bad Oeynhausen holte den Kanister mit einem Spezialfahrzeug ab. Der Paketwagen wurde sichergestellt. Er musste von einem Bergungsunternehmen abgeschleppt werden. „Fahren kann den Wagen erst einmal niemand, das ist zu gefährlich“, begründete Altenhöner die Sicherheitsmaßnahme. Warum die Lauge austreten konnte, war bis Redaktionsschluss nicht bekannt. Auch ist unklar, warum der Kanister im Fahrzeug befand.

„Anzunehmen, dass er ausgeliefert werden sollte. Man darf eine gewisse Menge an Chemikalien ohne spezielle Kennzeichnung in einem Fahrzeug transportieren“, erklärt Altenhöner. Die Menge im Paketwagen würde geringfügig unter dem Grenzwert liegen. leo

Anzeige