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Minden Weithin sichtbar
Aus der Region Minden Weithin sichtbar
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00:20 24.01.2019
Quelle: bus
Minden/Bückeburg

Die Montage werde abgeschlossen, teilte der Geschäftsführer der Mindener Hafen GmbH, Joachim Schmidt, mit.

Damit werde die neue Hafenanlage weithin sichtbar sein. Die Hafen GmbH plant, das neue Terminal mit der Krananlage und Abstellflächen für Container Anfang April in Betrieb zu nehmen.

Das neue Terminal ist dann mit einer modernen Containerverladebrücke ausgestattet, teilt die Stadt in einer Presseerklärung mit. Und sie listet die technischen Daten auf: Es handelt sich um einen Einträgerkran mit einer Höhe von 35 Metern. Er hat eine Tragfähigkeit von 45 Tonnen, bei einer Spurweite von 60 Metern, einer Durchfahrtsbreite im Portal von 18 Metern und einer Auskragung von 32 Metern zur Landseite sowie 26 Metern zur Wasserseite. Die Hubhöhe der Verladebrücke beträgt 17,9 Meter. Die Verladebrücke verfügt über ein 45-Tonnen-Zweimotorenhubwerk mit einer Beschleunigung von 0,5 Metern pro Sekunde. Die theoretisch maximale mögliche Umschlagleistung liegt bei 28 Containern pro Stunde – bei einem angenommenen Kranfahrtweg von 50 Metern.

Der erste Teilabschnitt des Regioports ist damit nahezu fertiggestellt. In der ursprünglichen Planung hätte er allerdings schon im vergangenen Jahr in Betrieb gehen sollen. Seit Anfang Juli 2017 wird auf dem Grundstück in Minden-Päpinghausen gebaut. Das Projekt ist hochumstritten, in den angrenzenden Gemeinden, insbesondere im niedersächsischen Cammer, haben sich Bürgerinitiativen gegründet, weil die Anwohner den steigenden Lkw-Verkehr und Lärm fürchten. Erst im Herbst des vergangenen Jahres hatte die Stadt den Bebauungsplan neu auflegen müssen, weil das Bundesverwaltungsgericht den eigens gegründeten Planungsverband aus den Städten Minden und Bückeburg sowie den Kreisen Minden-Lübbecke und Schaumburg für unzulässig erklärt hatte.

Stadt sieht Neubau als dringend nötig

Die Bauarbeiten auf dem Gelände gingen aber weiter, weil die Baugenehmigung selbst damit nicht infrage gestellt war. Nach Darstellung der Stadt ist der Hafen-Neubau dringend nötig, weil der jetzige Containerhafen seine Kapazitätsgrenzen erreicht hat. Er ist außerdem für die neue Generation von Großmotorgüterschiffen mit einer Länge von 110 Metern nicht erreichbar, weil die Schleusen am Industriehafen nicht lang genug sind. Die neue Schleuse am Wasserstraßenkreuz hingegen, die Weser und Mittellandkanal verbindet, kann auch Schiffe mit einer Länge bis zu 135 Metern befördern.

Der Regioport kostet in seiner ersten Ausbaustufe rund 29,6 Millionen Euro. 16,1 Millionen Euro sind an Fördergeldern vom Bund dafür zugesagt. Für den ersten Teilbauabschnitt des Hafens wurde eine Fläche von rund 5,4 Hektar beansprucht. Zur Umsetzung gehören auch die Errichtung einer Lärmschutzwand entlang der B482, die Renaturierung der Bückeburger Aue und die Anlage eines Grünstreifens rund um das künftige Hafen- und Gewerbegebiet.

Die weiteren Teilbauabschnitte – weitere Krananlagen, der Gleisanschluss und ein hafenaffines Gewerbegebiet – sollen nach Bedarf umgesetzt werden. Auch der Anschluss an die Schiene bleibt vorläufig am alten Hafenstandort Industriehafen II. Auch dies war immer wieder Gegenstand öffentlicher Kritik, weil aus dem ursprünglich sehr viel größer geplanten trimodalen Hafen (Schiene, Straße, Wasserweg) nun eine deutlich abgespeckte Variante ohne Gleisanschluss geworden ist. mt