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Bad Rehburg Euthanasie im Landkreis Nienburg
Euthanasie im Landkreis Nienburg
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00:22 31.05.2015
Michael von der Haar setzt sich mit Euthanasie auseinander. Quelle: ade
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Bad Rehburg. Einen Schwerpunkt legt der Psychiater dabei auf Menschen aus dem Landkreis Nienburg, die Opfer der Euthanasie wurden.

Gar nicht weit müsse er schauen, sagt von der Haar, um auf Menschen zu stoßen, die von den Nazis ermordet wurden. In Bad Rehburg, dort, wo er Leiter des Maßregelvollzugszentrums ist, wisse er von einem Hausmädchen, das sich „auffällig verhalten“ habe, deshalb in die Psychiatrie eingewiesen und schließlich ermordet wurde. Viele weitere Schicksale hat er recherchiert und will einige davon in seinem Vortrag vorstellen.

Aber auch das perfide System, das die Nazis aufbauten, um die Ermordung von Behinderten und Kranken zu rechtfertigen, wird von der Haar vorstellen. Einer, der dieses System aus Gesetzen und Verordnungen aktiv unterstützte, lebte in den 1960er Jahren in Bad Rehburg: Professor Hans Heinze senior gehörte zu den drei Gutachtern, die für die Einweisung von geistig und körperlich behinderten Kindern in so genannte ‚Kinderfachabteilungen‘ ab 1939 zuständig waren.

Der überwiegende Teil der eingewiesenen Kinder wurde nach einer klinischen Untersuchung getötet. Von 1954 bis zu seiner Pensionierung war Heinze Leiter der Kinderpsychiatrischen Klinik des Landeskrankenhauses Wunstorf.

Seinen Vortrag hält von der Haar auf Einladung des Arbeitskreises ‚Stolpersteine Rehburg-Loccum‘. Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für das Projekt bittet der Arbeitskreis im Anschluss an die Veranstaltung. Weitere Informationen sind auf der Website www.stolpersteine-rehburg-loccum.de hinterlegt.  ade

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