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Loccum Brücken zum Einsturz bringen
Brücken zum Einsturz bringen
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06:16 29.10.2012
‚Loccumer Inszenierungen’ nennen die Schüler ihr Theaterstück – Geschichten um und aus dem Kloster Loccum haben sie zur Grundlage ihrer Aufführung genommen. Quelle: ade
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Loccum (ade). Eine Woche haben sie damit verbracht, zu konstruieren, zu berechnen, zu zeichnen und schließlich aus Makkaroni Brücken zu bauen. Manche Brückenbögen schwingen sich in eleganter Rundung von Auflager zu Auflager, andere zeigen Ingenieurkunst, die mit dem Lineal gezogen wurde. Stolz präsentieren die 15 Schüler ihre Brückenbauwerke, erläutern Eltern, Geschwistern und den Vertretern offizieller Stellen, was sie geschaffen haben – und wissen doch, dass ihre Arbeiten den Nachmittag nicht ‚überleben’ werden. Den Abschluss der Präsentationen aus den fünf Kursen, in denen sich 75 Schüler eine Woche lang mit Philosophie, Ökologie, Theater, Kunst und Ingenieurwesen beschäftigt haben, sollen die Belastungstests an den Brücken dieses Kursus bilden. So sehnen sie den Moment herbei, der zeigen wird, welche der Brücken die meiste Last aufnehmen kann, welche Makkaroni besonders geschickt nach mathematischen Regeln zusammen gefügt wurden. Und das kann eben nur durch die Zerstörung der Brücken geprüft werden.

Brückenbauwerke sind das Thema eines der Kurse gewesen. Eine Inszenierung, die in ein Theaterstück mündete, haben andere als Aufgabe gehabt. Weitere Schüler sahen ihre Stärken im philosophischen Diskurs, in Landschaftskunst oder auch in der Auseinandersetzung mit dem Energiehunger des Menschen anhand von Beispielen aus der Umgebung des Steinhuder Meers. 

Mit Ernsthaftigkeit und Begeisterungsfähigkeit hätten die Schüler sich in die Woche in der Heimvolkshochschule gestürzt, sagte deren Direktorin Berbel Unruh. Der Spaß an der Sache sei ihnen erhalten geblieben, obwohl ihre Ferientage um 7.45 Uhr begonnen hätten und auch nach 20 Uhr in vielen Kursen noch diskutiert worden sei. Gaben und Begabungen erhalten und fördern sei schließlich der Ansatz der ‚JuniorAkademien’, ergänzte Heiner Hoffmeister vom Niedersächsischen Kultusministerium. Das Ministerium unterstützt die Akademien ebenso wie auch die VGH-Stiftung. Dass es darum gehe, Methoden wissenschaftlichen Arbeitens und künstlerischen Wirkens auszuprobieren, hätten die Schüler eindrucksvoll demonstriert, fügte Hoffmeister hinzu. In diesem Sinne baue er darauf, dass auch im kommenden Jahr eine Woche für Schüler mit besonderen Begabungen in der Heimvolkshochschule angeboten werde.

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