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"De Vörsteiher" ist gegangen

Loccum / Nachruf "De Vörsteiher" ist gegangen

"De Vörsteiher’ geht – so war es 2006 zu lesen, als Heinrich Lübkemann seine zahlreichen politischen Ämter in Loccum und Rehburg-Loccum niedergelegt hat. Wirklich gegangen ist er erst jetzt: am 8. Oktober starb er im Alter von 74 Jahren.

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 38 Jahre Kommunalpolitik hat Heinrich Lübkemann geleistet – für seine "Löccer" ist er aber noch viel mehr gewesen.

Quelle: ade

Loccum. Wenn Heinrich Lübkemann das Wort ergriff, dann hörten alle zu. Selbst dann, wenn sie einmal nicht mit ihm einer Meinung waren. Dass er sich nicht nur als Loccums Ortsbürgermeister engagierte und – wie es seine Nachfolgerin in diesem Amt, Dörte Zieseniß, ausdrückt – der "Kümmerer von Loccum" war, das haben alle immer anerkannt und hoch wertgeschätzt. Dass er auch durchgreifen konnte, das ist allen nicht nur von einem Schützenfestumzug in Erinnerung, bei dem er kurzerhand die Kutsche nach Hause fahren ließ, weil er die scheuenden Pferde als gefährlich für seine "Löccer" erachtete. Und zupackend konnte er sein – in seinem Beruf als Maurer und Polier, auch in späteren Jahren noch, wenn er etwa seinen Kindern beim Umbau
half, und bei vielen anderen Gelegenheiten.

Mit nicht einmal 30 Jahren ist Heinrich Lübkemann erstmals in den Loccumer Gemeinderat gewählt worden. Für die SPD hat er sich aufstellen lassen und ist seiner Partei immer treu geblieben.
Das hat ihn allerdings nicht davon gehalten, manches Mal eigene Wege zu gehen, ohne sich dem Fraktionszwang zu unterwerfen. Miteinander und Einigkeit im gesamten Ortsrat waren ihm aber dennoch immer wichtig. 2006, als er seiner Ämter niederlegte, erinnerte er sich noch daran, dass schon in seinen jungen Jahren selbst die "alten Loccumer" zu ihm gekommen seien, um ihm ihr Herz auszuschütten – schließlich sei er doch der „Vörsteiher“ gewesen und zu Verschwiegenheit verpflichtet, hätten sie gemeint. Manches sehr familiäre Problem ist so vor ihm ausgebreitet und mancher Ratschlag geholt worden. Mit diesem Sinn für Gerechtigkeit und Fairness und mit dem Vertrauen „seiner“ Loccumer war Heinrich Lübkemann 25 Jahre Ortsbürgermeister. Und seit der Wahl des ersten Rehburg-Loccumer Stadtrates 1974 gehörte er auch dazu. 38 Jahre ehrenamtliche Kommunalpolitik hat er so geleistet.

Seine liebevolle Seite zeigte Heinrich Lübkemann besonders deutlich, als seine Frau Renate vor Jahren schwer erkrankte. Zärtlich strich er ihr über die Wange und versicherte ihr, dass er,
solange er noch krauchen könne, sie zu Hause pflegen werde. Dieses Versprechen hat er wahr gemacht. Nachdem sie 2006 gegangen ist, folgte er ihr jetzt. Am Dienstag, dem 15. Oktober, wird Heinrich Lübkemann in Loccum zu Grabe getragen. Die Trauerfeier beginnt um 15 Uhr in der Klosterkirche. ade

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