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Minister redet mit

Loccum Minister redet mit

„Wohin mit dem hoch radioaktiven Atommüll?“ Mit dieser Frage hat die Evangelische Akademie Loccum Schüler zu einer Tagung eingeladen. Zu Gast war auch der niedersachsächsische Umweltminister Stefan Wenzel.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Loccum. Die 70 Jugendlichen aus zehn Schulen in Niedersachsen, Bremen und Nordrhein-Westfalen plädierten dafür, dass weniger geredet und mehr gemacht werde. Dass tausende nachfolgende Generationen die Suppe mit dem Atommüll auslöffeln müssten, hatte Wenzel eingangs gesagt.

 Bevor der Umweltminister kam, hatte schon die Vorsitzende des umgangssprachlich Endlager-Kommission genannten Gremiums, Ursula Heinen-Esser, aus dem Nähkästchen geplaudert. Wissenschaftler, Vertreter aus atomaren Entsorgungs-Betrieben und auch solche, die seit Jahrzehnten engagiert im Atom-Ausstieg sind, gaben sich die Klinke in die Hand. Dass zwischen diesen Gruppen nicht immer die beste Stimmung herrscht, erlebten die Jugendlichen beispielsweise am ersten Abend, als sich Heinen-Esser und Jochen Stay von der Initiative „ausgestrahlt“ ein Wortgefecht über die Zusammensetzung der Kommission lieferten. Politiker, Wissenschaftler und Vertreter gesellschaftlicher Gruppen gehören der Kommission an. Insbesondere die Unabhängigkeit der Wissenschaftler stellte Stay infrage.

 Sorgen und Ängste formulierte der stellvertretende Vorsitzende des BUND, Klaus Brunsmeier. Er habe die Befürchtung, dass wenn ein Endlager-Standort gefunden worden sei, am Beschluss zum Atomausstieg gerüttelt werden könne – weil es dann schließlich Mittel und Wege gebe, den Müll gut zu entsorgen. Das trug ihm heftigen Widerstand von Iris Graffunder ein, die die EWN-Betriebsstätte Eggenstein-Leopoldshafen leitet, welche für atomare Müllentsorgung zuständig ist.

 Die Explosivität des Themas und die offensichtlich komplizierte Materie gaben vermutlich auch den Ausschlag dafür, dass manche der Jugendlichen bei der Frage nach der Beteiligung ihrer Generation einen Rückzieher machten. „Wie sollen wir uns denn neben Schule und Abitur noch in solche Prozesse einbringen?“ fragte ein Teilnehmer. Den Vorschlag, eine Schülergruppe in die Kommission einzuladen, nahm Brunsmeier, der auch Mitglied der Kommission ist, sofort auf. ade

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