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Per Zeittunnel ins Mittelalter

Loccum / Kinderakademie Per Zeittunnel ins Mittelalter

„Vom Leben der Mönche“ haben Kinder und auch Erwachsene bei einer Kinderakademie der Evangelischen Akademie Loccum vieles erfahren und selbst ausprobiert. Ausgerichtet aus Anlass des 850-jährigen Bestehens des benachbarten Klosters Loccum, sind sie mehrmals täglich über einen „Zeittunnel“ von der Akademie zum Kloster tief in das Mittelalter eingetaucht und haben gelernt, was Mönchsein damals bedeutete.

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„Novize“ Henrik arbeitet mit dem Stemmeisen – in seinem Rücken ist der Dachreiter des Klosters Loccum zu sehen.

Quelle: ade

Loccum. Henrik führt das Stemmeisen. Schlag um Schlag nähert der Achtjährige sich seinem Ziel an. Das Muster, sagt er, habe er auf einer Grabplatte im Kapitelsaal abgerubbelt. Nun soll es auf seiner Sandsteinplatte ebenso zu sehen und schließlich auch zu fühlen sein.

 In Henriks Rücken ist der Dachreiter des Klosters zu sehen, während er an einem Tisch neben der alten Zehntscheune steht und fleißig arbeitet. Fleißig – das waren schließlich auch die Mönche, von deren Arbeit viele Steine im Kloster immer noch Zeugnis ablegen.

 Für drei Tage ist Henrik zum Novizen geworden und erlebt, wie die Mönche früher ihr Leben im Kloster verbracht haben – und das gemeinsam mit rund 80 weiteren Teilnehmern der Kinderakademie. Viele von denen sind Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren, die übrigen deren Eltern, Großeltern, Paten, Onkel oder Tanten. So etwas wie die Rolle der Lehrlinge der Mönche – auch Novizen genannt – haben sie übernommen, tragen deshalb auch allesamt mönchsähnliche Gewänder und reden diejenigen, die ihre Gruppen anleiten, mit „Bruder Olaf“ und „Schwester Barbara“ an.

 Jene „Schwester Barbara“ schimpft wenige Schritte von Henrik entfernt im Gebhardt-Saal des Klosters leise vor sich hin. Eines der Mädchen in der Gruppe von Barbara Kruhöffer möchte einen Faden durchs Nadelöhr gezogen bekommen – und das will bei schummrigem Licht nicht so schnell gelingen.

 Im Refektorium – dem ehemaligen Speisesaal der Mönche – übt sich unterdessen eine Schar daran, mit Federkielen und Tusche auf Pergament zu schreiben. Eines der jüngeren Kinder ist leicht verzweifelt und bittet „Schwester Marion“ Wrede um einen Bleistift. Andere malen verschnörkelte Buchstaben zu Briefen, Texten oder auch Psalmen. „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ entsteht so unter den geschickten Fingern eines Mädchens.

 Dass zum Tagewerk der Mönche auch das Beten, Schweigen und Singen gehörte, verinnerlicht die Gruppe, die im Innenhof des Kreuzgangs unter Anleitung von „Bruder Michael“ Merkel eben diesen Psalm 23 auswendig lernt. Einzeln durch den Hof flanierend, beten sie den Psalm, um ihn später gemeinsam zu vertonen.

 Einen Einblick in das, was Mönche geleistet haben, um das Kloster zu bauen, haben alle an diesen Tagen bekommen. Und so wie Henrik, der bereits im vergangenen Jahr an einer Kinderakademie teilgenommen hat, total begeistert war und deshalb wieder dorthin kommen wollte, wird es nach den Erfahrungen als Novizen vermutlich auch manchem anderen Teilnehmer ergehen.

 Wer mehr über künftige Kinderakademie-Projekte wissen möchte, kann im Internet unter www.loccum.de Informationen finden – oder die zuständige Studienleiterin Petra Steinberg-Peter unter der Nummer (05766) 81120 anrufen.

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