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Gut verpackte Zeitkapseln

Münchehagen / Neue Spuren im Dino-Park Gut verpackte Zeitkapseln

Hunderttausende Menschen sind vermutlich an ihnen vorbei geschlendert, seit der Dino-Park Münchehagen vor rund 20 Jahren seine Tore öffnete. Gesehen hat es nun aber erst Benjamin Englich, der beim Steinmann-Institut der Universität Bonn im Bereich Paläontologie arbeitet: Mehr Abdrücke von tonnenschweren Dinosaurier als bisher angenommen sind in der Ausstellungshalle erhalten.

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Vorsichtig wird die Sandsteinplatte von Martin Sander (links), Benjamin Englich (rechts) und einem weiteren Mitarbeiter mit Hammer und Meißel bearbeitet.

Quelle: ade

Münchehagen (ade).  „Hier hat sich die Hacke eingedrückt, dort die Zehe – und in das Muster der Schrittlänge passt das auch.“ Unbedarfte Besucher sehen kaum, was Englich dort erläutert. Hätte er die neuen Spuren, die Sauropoden (die „Langhälse“ unter den Dinosauriern) vor rund 142 Millionen Jahren im Boden hinterlassen haben, nicht mit Kreide gekennzeichnet, so würde auch jetzt noch jeder verständnislos seinen Worten lauschen.

 Dabei wollte Englich eigentlich nur die vorhandenen Spuren neu kartieren, als er auf diese Zeugnisse der Vergangenheit stieß.

 Manche der Spuren sind zu erahnen, andere noch von einer Sandsteinschicht verhüllt. Ihre Lage zeichnet sich allerdings deutlich ab – und das ist der Punkt, an dem Professor Martin Sander mit seinen Mitarbeitern, zu denen auch Englich gehört, nun ansetzt. Fein säuberlich mit Hammer und Meißel arbeiten sie sich zu neuen Spuren vor, die der wissenschaftliche Leiter des Dino-Parks, Nils Knötschke, als „gut verpackte Zeitkapseln“ bezeichnet.

 Die Spuren, die die Besucher bisher als Naturdenkmal in der Halle bewundert hätten, seien teilweise zerstört, an den Kanten abgebrochen und gäben zu manchen Fragen keinen Aufschluss mehr, sagt Knötschke. Von den Spuren, die nun neu freigelegt werden, erhoffen sich die Wissenschaftler jedoch auch neue Erkenntnisse. Eine „versteinerte Bewegung“ sei das, was hier vorliege, schwärmt Sander. An einem schönen Sommertag sei einst ein Vieh durch diese Gegend gelatscht, dessen Spuren nun Auskunft geben sollten. In Kooperation mit Bodenmechanikern habe sein Institut eine Methode entwickelt, mit der Rückschlüsse auf das Gewicht der Sauropoden gezogen werden könnten. Im Zoo in Wuppertal habe es Versuche dazu gegeben. Eine Elefantenkuh sei dort durch eine frisch ausgehobene Grube geführt worden. Die Tiefe ihrer Fußeindrücke, verglichen mit den Saurierspuren, lasse Rückschlüsse auf die Masse der Urzeittiere zu.

 Der ersten freigelegten Fußspur sollen noch weitere folgen. Nach dem Einsatz von Hammer und Meißel beginnt dann die Arbeit im Labor. Die endgültigen Ergebnisse aus dem Fund werden folglich noch etwas auf sich warten lassen.

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