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„Es kommt auf jeden einzelnen an“

Letzte große Reise „Es kommt auf jeden einzelnen an“

Wieder werden Schüler der Rehburger Wilhelm-Busch-Schule innerhalb ihres Erasmus-Projekts auf Reisen gehen. Fünf Schüler und zwei Lehrer bereiten sich auf eine Tour nach Polen vor. Das Projekt neigt sich damit dem Ende entgegen – voraussichtlich ist es das letzte größere Unterfangen für die Förderschule.

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Einsatz für Flora und Fauna

Mit dem Erasmus-Projekt erkunden Rehburger Wilhelm-Busch-Schüler Europa – und haben bereits etliche Länder bereist.

Quelle: ADE

REHBURG. Marie Luis, Tino und Dorian, Juana und Natalia – sie treten noch in dieser Woche gemeinsam mit ihren Lehrern Christiane Henne und Gerd Bode-Labusch die Reise an. In Polen werden sie Bekannte wieder treffen – Menschen, die sie bei anderen Reisen innerhalb des Erasmus-Projekts kennengelernt haben.

Es steckt also mehr hinter diesem Erasmus-Projekt als nur die Chance, in andere Länder zu reisen. Das hatte Christiane Henne, die für die Rehburger Förderschule die Bewerbungen vorangetrieben hat, nach eigenen Angaben von Anfang an im Blick, wie sie dem Grünen-Landtagsabgeordnete Helge Limburg kürzlich bei dessen Besuch erklärte.

„Der Rechts-Drift in unserer Gesellschaft hat viel damit zu tun, ob man weiß, wie es hinter den Grenzen aussieht“, sagt Henne. Deshalb halte sie es insbesondere für Förderschulen, deren Schüler oftmals aus sozialen Brennpunkten kämen, für wichtig, andere Länder und die Menschen dort kennenzulernen.

Henne bewarb sich unermüdlich

Wohl wissend, dass die überwiegende Anzahl der Schulen, die sich an solchen Projekten beteiligt, wesentlich größer ist und eher Gymnasial-Niveau hat, bewarb Henne sich unermüdlich darum – bereits damals, als Erasmus noch Comenius hieß und ein erstes Projekt mit vier europäischen Schulen gestartet wurde. Dann für ein zweites Projekt – das aktuelle – das sie und die Schüler nach Spanien, Ungarn, Finnland, Slowenien und nun nach Polen führt.

Henne und Schulleiter Jens Notzke berichteten Politiker Limburg aber auch von ihrer „sterbenden“ Schule. Davon, dass sie noch nicht wissen, ob die Förderschule in Rehburg über das Schuljahr 2017/2018 hinaus existieren werde. Davon, dass Inklusion grundsätzlich eine gute Sache sei – dass sie aber ihres Erachtens nicht von oben verordnet werden dürfe.

Vage Hoffnung, dass die Schließung überdacht wird

Das bestätigte auch die Mutter eines Schülers. Auf der Suche nach einer Schule, auf der ihr Sohn sich in überschaubaren Klassen entfalten kann, hatte sie sich für die Wilhelm-Busch-Schule entschieden. Dafür fährt sie täglich zweimal aus Nordrhein-Westfalen nach Rehburg. Bei der Gelegenheit äußerte die Mutter auch die vage Hoffnung, dass die Schließung der „Förderschulen Lernen“ in Niedersachsen doch noch einmal überdacht werde. Sie schätze die Inklusion, sagt aber auch: „Es kommt auf jeden Einzelnen an.“ Inklusion könne nicht jedem gerecht werden.

Der Grüne Limburg steht unterdessen zu dem Beschluss, den auch er als Mitglied des Landtags mitgetragen hat – wenngleich er Fehler bei der Umsetzung zugibt. Viel zu wenig Lehrer, viel zu wenig Stunden, die für den Förderbedarf eingeräumt worden seien – das sei alles richtig. Eine gute Inklusion – mit Betonung auf „gut“ – sei aber den Förderschulen vorzuziehen. ade

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