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Im Notfall mit den Händen reden

Rehburg / Seminar Im Notfall mit den Händen reden

Gestikulierend haben Mitarbeiter des ASB in Rehburg ein Seminar erlebt. Kommunikation mit Gehörlosen hat im Mittelpunkt gestanden.

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Symptome mit Gesten abfragen: Mitarbeiter des ASB lernen Gebärdensprache.

Quelle: ade

von Beate Ney-Janssen. „Wir hatten vor nicht allzu langer Zeit einen konkreten Fall, der uns dazu gebracht hat, dieses Seminar anzubieten“, sagt Jens Sewohl, Geschäftsführer des Nienburger ASB-Kreisverbandes. Ein gehörloser Mann hatte einen Unfall – das stellte die ASB-Mitarbeiter, die hinzugerufen wurden, vor große Schwierigkeiten. Wie sollten sie den Mann fragen, wo er Schmerzen hat? Wie erfahren, ob er Allergien hat, Marcomar nimmt? Standardfragen in solchen Fällen wurden zu einem großen Hindernis.

 Um auf solche Fälle besser vorbereitet zu sein, holte Sewohl Hilfe aus einem ASB-Verband in Franken. Judith Nothdurft arbeitet dort als Trainerin für Gebärdensprache. Zur Unterstützung brachte sie Jörg Apel mit, der selbst gehörlos ist. So werde die Schulung noch anschaulicher, meinte sie – und außerdem gebe es bei der Gebärdensprache durchaus viele Dialekte. Ihre bayerisch geprägten Gebärden würden keineswegs immer dem entsprechen, was der aus Hildesheim stammende Apel signalisiere.

 Eine gehobene Hand mit der Handfläche zum Betrachter, die hin und her bewegt wird, als Zeichen für „Hallo“ oder auch Daumen und kleiner Finger gespreizt ans Ohr gehalten für „Telefon“ – manche Gebärden sind auch im Alltag Hörender gang und gäbe. Andere wiederum – wie die Gebärde für „Durchfall“ – brachten die Zuhörer zum Lachen. Ernsthaft und während der Schulung mitgestikulierend haben sie dennoch alles aufgenommen.

 Die „Feuerprobe“ ist dann eine simulierte Notfallsituation gewesen: Apel auf einer Trage mit Vergiftungserscheinungen, die die Mitarbeiter erfragen mussten. Das funktionierte nach den wenigen Stunden der Schulung bereits überraschend gut. „In erster Linie“, meinte Nothdurft, „geht es darum, einfache Grundregeln der Gebärdensprache zu vermitteln und den Sanitätern die Scheu zu nehmen.“ Dazu gehöre auch, dass mit dem Mund einfache Fragen und Sätze deutlich artikuliert werden. Perfekt in Gebärdensprache sei sicherlich keiner der Mitarbeiter nach der Schulung, meinte Sewohl. Nun werde er sein Augenmerk darauf richten, wie die Erfahrungen aus dem Seminar im Alltag umgesetzt werden könnten.

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