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Kein Schmerzensgeld für falschen Vorwurf

Münchehagen/Stolzenau / Prozess Kein Schmerzensgeld für falschen Vorwurf

Das Amtsgericht Stolzenau hat die Klage eines 19-jährigen Schaumburgers zurückgewiesen. Der Mann hatte eine 16-Jährige auf 2500 Euro Schmerzensgeld verklagt, weil sie ihm und vier weiteren Männern letztendlich unberechtigterweise vorgeworfen hatte, sie während des Schützenfestes 2010 in Münchehagen vergewaltigt zu haben.

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Münchehagen/Stolzenau (aw). Am 26. Juni vergangenen Jahres hatte der 19-Jährige gemeinsam mit vier Freunden das Schützenfest besucht und dort eine junge Frau kennengelernt. Einer Pressenotiz des Gerichts zufolge kam es dann am späteren Abend zu „einvernehmlichen sexuellen Handlungen“ zwischen der damals 16-Jährigen und den fünf Männern.

Der damalige Freund der jungen Frau ertappte die Beteiligten in flagranti, ging allerdings von einer Vergewaltigung aus. Wohl aus Scham und Angst, ihn zu verlieren, ließ die 16-Jährige ihren Freund in diesem Glauben und gab auch bei der Polizei an, vergewaltigt worden zu sein.

Dem schloss sich ein mehrmonatiges Ermittlungsverfahren an, das dem Mann aus Schaumburg nach eigenem Bekunden Schlafstörungen, Konzentrationsschwächen und Albträume, Herzklopfen und Pulsrasen bescherte. Da sich der Vorfall auch herumgesprochen habe, sei durch den unbegründeten Verdacht auch sein Ruf geschädigt worden.

Das Gericht hingegen urteilte, es liege keine medizinisch fassbare Diagnose vor. Außerdem habe der Kläger auch keinen Arzt zur Behandlung aufgesucht. Auch eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte sieht das Amtsgericht nicht, denn der 19-Jährige habe „an den ihn beeinträchtigenden Folgen seines Schützenfestbesuches nicht ganz unerheblichen Anteil“.

Er hätte erkennen können, so das Gericht, dass die 16-Jährige betrunken gewesen sei, was ihre Bereitschaft zu einem intimeren Kontakt „wesentlich“ beeinflusst habe. Außerdem hätte ihm klar sein müssen, dass eine solche Situation auch bei ländlichen Schützenfesten zu vorgerückter Stunde „nicht eben alltäglich“ sei.

Da er aber der Versuchung nicht habe widerstehen können, trage er an den Folgen für ihn selbst eine nicht unerhebliche Mitschuld.

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