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Weitere Ermittlungspannen eingeräumt

Mord Im Klosterwald Weitere Ermittlungspannen eingeräumt

Die Niedersächsische Justizministerin hat im Landtag Versäumnisse bei den Ermittlungen im Mordfall Judith T. eingeräumt. Gleichzeitig verteidigte Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) in ihrer Antwort auf die Anfrage der CDU-Fraktion die Praxis, dass Straftäter vor ihrer Sicherungsverwahrung unbegleiteten Freigang erhalten.

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Quelle: Symbolfoto

Rehburg. Im September hatte der Vater seine ermordete Tochter im Loccumer Klosterwald gefunden. Erst sieben Monate später verhaftete die Polizei den mutmaßlichen Täter. Der 48-jährige Jörg N. kam 2013 zum Alkohol-Entzug in den Maßregelvollzug Bad Rehburg, dass in unmittelbarer Nähe zum Klosterwald liegt. N. hatte zuvor eine Haftstrafe wegen Vergewaltigung verbüßt, aufgrund eines Urteils von 2012 drohte ihm die Sicherungsverwahrung.

Behandlungsfortschritte wurden attestiert

Dass dem als gefährlich eingestuften Mann Freigang gewährt wurde, begründet die Justizministerin mit dem Gutachten eines Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapie sowie eines Diplom-Psychologen, die dem 48-Jährigen Behandlungsfortschritte attestiert hatten. Nur durch Vollzugslockerungen könne geprüft werden, „ob ein Patient in der Lage ist, die in der Entziehungsanstalt erarbeiteten Behandlungserfolge eigenständig umzusetzen“, so die Justizministerin weiter.
Auch Ermittlungspannen räumte Niewisch-Lennartz im Landtag ein. Zum einen gab es eine DNA-Spur, die zunächst nicht von der Polizei ausgewertet wurde und später zur Verhaftung des mutmaßlichen Täters geführt hatte. Dabei handelt es sich um ein Stück Papier, das in der Nähe der Leiche lag, und auf dem der genetische Fingerabdruck des 48-Jährigen war. Innenminister Boris Pistorius hatte in diesem Zusammenhang bereits im April Fehler der Polizei eingeräumt und sich entschuldigt.

Verletzungen im Gesicht

Hinzu kommt, dass der 48-Jährige am Tattag mit Verletzungen im Gesicht von seinem Freigang in das Maßregelvollzugszentrum zurückgekehrt war. Erst einen Monat nach der Tat, am 12. Oktober, hatte der Leiter der Anstalt der Polizei die Beobachtung gemeldet.

Die Ermittler notierten sich nach Angaben der Justizministerin zwar den Namen des beschuldigten Patienten „handschriftlich in den eigenen Unterlagen“, unterließen es jedoch, die Information in die Vernehmung aufzunehmen und dem Leiter der Mordkommission mitzuteilen.  ber

Debatte um Freigang

Dass dem mehrfach vorbestraften Vergewaltiger überhaupt Freigänge gewährt wurden, war Gegenstand von Debatten in der Landespolitik. Für den 48-Jährigen war im Anschluss an seine Therapie im Maßregelvollzug die Sicherungsverwahrung vorgesehen, was beim Göttinger Polizeipräsidenten Uwe Lührig für zusätzliches Unverständnis gesorgt hat. Lührig regt an, in Zukunft die Polizei vor Ort bei der Frage, ob ein Straftäter Freigang aus dem Entzug bekommen darf, mit einzubeziehen. ber

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