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Transportiert und deportiert

Bad Rehburg / Vortrag Transportiert und deportiert

Deportationen und Kindertransporte aus dem Landkreis Nienburg in der NS-Zeit sind das Vortragsthema von Gerd-Jürgen Groß am Mittwoch, 8. Oktober, 20 Uhr, in der „Romantik Bad Rehburg“. Der Arbeitskreis „Stolpersteine Rehburg-Loccum“ und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt laden ein.

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Gerd-Jürgen Groß setzt sich mit deportierten und ermordeten Menschen aus dem Landkreis Nienburg auseinander

Quelle: ade

Bad Rehburg.  Die Jüdin Paula Freundlich lebte zur Zeit des Nationalsozialismus in der Nachbarschaft der „Romantik Bad Rehburg“. Sie überlebte den Holocaust – dank eines Kindertransports, der von der britischen Regierung initiiert wurde. Paulas Eltern und ihre fünf Geschwister wurden jedoch wenige Jahre später in das Ghetto Warschau deportiert. Von ihnen überlebte keiner.

 Das eine wie das andere – Kindertransporte, mit denen manche jüdische Kinder dem Holocaust entgehen konnten, und Deportationen, die für die meisten Deportierten eine Fahrt in den Tod waren – sind das Thema dieses Vortrags. Referent wird Groß sein, Autor des Buches „Sie lebten nebenan“, das sich mit deportierten und ermordeten jüdischen Menschen aus dem Landkreis Nienburg befasst.

 Fünf Jahre recherchierte Groß, bevor er sein Buch veröffentlichte. Der Anstoß dazu, sagt er, sei ein Besuch der Gedenkstätte auf dem Bahnhof Berlin-Wannsee vor acht Jahren gewesen. Damals habe er festgestellt, dass an dem Tag, an dem er geboren wurde, ein Deportationszug von jenem Bahnhof in das Ghetto Theresienstadt startete. Für die seinerzeit 78-jährige Fanny Kirschbaum und ihren Bruder Sally, die in diesem Zug saßen, ließ Groß 2008 Stolpersteine verlegen. Fannys Geburtstag fällt mit dem von Groß zusammen. An ihrem Geburtstag wurde sie deportiert. Und es war ihr Geburtstag, als sie in Treblinka ermordet wurde.

 Diese Recherche war für Groß der Anstoß, sich auch mit den Verfolgten im Landkreis Nienburg, wo der pensionierte Soldat jahrzehntelang in Gemeinderat und Kreistag als Kommunalpolitiker engagiert war, auseinanderzusetzen. Ab 1941 wurden allein aus dem Landkreis 127 jüdische Frauen, 93 jüdische Männer und 15 Kinder deportiert. Nur fünf dieser Menschen überlebten.

 Bereits eine Stunde vor Beginn des Vortrages, für 19 Uhr, lädt der Arbeitskreis Stolpersteine in seine Ausstellung „Sie waren Nachbarn“ im Neuen Badehaus der „Romantik Bad Rehburg“ zu einer Führung ein. Der Eintritt in die Ausstellung kostet zwei Euro, der Vortrag und die Führung sind kostenlos.

Von Beate Ney-Janssen

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