Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Barsinghausen Schülerinnen erkunden Historie der Synagoge
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Schülerinnen erkunden Historie der Synagoge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:11 09.11.2018
Die drei HAG-Schülerinnen Annika Merten (von links), Lea Zipfel und Christina Sanchez stellen im Gedenkgottesdienst zur Reichspogromnacht ihre Rechercheergebnisse über die ehemalige Barsinghäuser Synagoge vor. Quelle: Frank Hermann
Barsinghausen

Auf historische Spurensuche haben sich drei Schülerinnen des Hannah-Arendt-Gymnasiums (HAG) begeben, um Informationen über die ehemalige Synagoge der jüdischen Gemeinde Barsinghausen zu erhalten: Christina Sanchez, Annika Merten und Lea Zipfel aus dem HAG-Seminarfach Israel recherchierten mehrere Wochen lang insbesondere im Stadtarchiv. Über ihre Ergebnisse berichten die Jugendlichen im Gedenkgottesdienst anlässlich der Pogromnacht vom 9. November 1938.

Das Aquarellbild aus den Erinnerungen eines Zeitzeugen zeigt die ehemalige Synagoge an der Marktstraße in Barsinghausen. Quelle: privat

Eine jüdische Synagoge mitten in Barsinghausen an der Marktstraße? „Bis zum Beginn unseres Projektes haben wir nicht gewusst, dass es eine Synagoge in Barsinghausen gab“, sagt Christina Sanchez. Auch aus diesem Grund sei es eine überaus spannende Sache gewesen, historisches Unterlagen über das ehemalige jüdische Gotteshaus zu sichten.

Allerdings: „Es gibt kaum Informationen über die frühere Synagoge. Und auch die Materiallage im Stadtarchiv ist recht spärlich“, erläutert Annika Merten. Dank der Untersützung von Stadtarchivar Gerald Bredemann und dessen Vorgänger Eckard Steigerwald sei es dennoch gelungen, einen Überblick über die Geschichte der Synagoge geben zu können.

Zu Beginn der Zwanzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts mietete die kleine jüdische Gemeinde aus Barsinghausen ein unscheinbares Hinterhofgebäude an der Marktstraße 23A, um dort eine eigene Synagoge einzurichten. Zuvor feierten die jüdischen Familien ihre Gottesdienste bis 1902 in einer Privatwohnung und anschließend im Saal einer Gaststätte.

Bereits im April 1914 habe es Bestrebungen gegeben, eine neue Synagoge an der Glockenstraße zu bauen. „Aber in der kleinen jüdischen Gemeinde reichten die finanziellen Mittel nicht aus und der Plan wurde verworfen“, sagt Lea Zipfel.

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden der Innenbereich der Synagoge zerstört und das gesamte Mobiliar zerschlagen. Gebrannt habe das jüdische Gottesdhaus jedoch nicht. „Warum, das weiß niemand so genau. Möglicherweise deswegen, weil das Gebäude sehr zentral lag und die Gefahr bestand, dass das Feuer auf andere Häuser übergegriffen hätte“, vermutet Christina Sanchez.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das kleine Fachwerkgebäude nach 1945 als Lagerscheune genutzt – und 1984 abgerissen. Eine neue Gedenktafel vor dem Grundstück Marktstraße 23A soll an die ehemalige Synagoge erinnern.

Für die drei HAG-Schülerinnen brachte die Recherchearbeit ganz neue Erfahrungen. „Die Distanz zur damaligen Zeit geht verloren, plötzlich ist der schreckliche Terror ganz nah. Denn wir haben gemerkt: Solche Dinge, wie Zerstörungen von Synagogen und Verfolgungen von Juden, hat es auch hier in Barsinghausen gegeben“, betont Annika Merten.

Von Frank Hermann

Die Barsinghäuser Stadtsparkasse bittet um Kandidatenvorschläge für den Jugendpreis Barsinghäuser Hirsch. Verliehen wird der Preis an ehrenamtlich besonders engagierte junge Menschen.

09.11.2018

Gleich in zwei Häuser wollten Unbekannte in den vergangenen Tagen einbrechen – einmal waren die Täter erfolgreich. Die Polizei sucht nun Zeugen.

09.11.2018

Die Pläne zur Bebauung des Areals an der Ecke Deisterstraße/ Am Waldhof mit vier dreigeschossigen Gebäuden stoßen weiterhin auf Kritik bei den Anliegern. Die Stadt stellt Modifikationen in Aussicht.

08.11.2018