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Barsinghausen 14 Verletzte bei Chlorgas-Austritt im Deisterbad
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen 14 Verletzte bei Chlorgas-Austritt im Deisterbad
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14:03 09.05.2018
Im Deisterbad in Barsinghausen ist Chlorgas ausgetreten, neun Menschen wurden verletzt. Quelle: Clemens Heidrich
Barsinghausen

 Im Barsinghäuser Deisterbad im Ortsteil Kirchdorf ist am Dienstagabend ein giftiges Chlor-Wasser-Gemisch ausgetreten. Feuerwehr, Rettungsdienste und Polizei waren stundenlang im Großeinsatz, um Verletzte zu versorgen und das Gift im Gebäude zu beseitigen. 14 Personen, darunter drei Kinder und Jugendliche im Alter von 11, 13 und 14 Jahren, klagten über Atemwegsreizungen. Zwölf der Betroffenen wurden nach Mitteilung der Polizei in Krankenhäuser gebracht. Immerhin acht der Verletzten mussten stationär aufgenommen worden.

Kurz nach 18.30 Uhr war offenbar wegen eines technischen Defekts im Keller des Deisterbades eine Undichtigkeit entstanden und das Chlor-Wasser-Gemisch ausgetreten. Zu diesem Zeitpunkt hielten sich laut Polizei etwa 45 Menschen im Bad auf. Wenig später breiteten sich Chlordämpfe im Gebäude aus, und die ersten Badegäste klagten über Beschwerden. Die Bediensteten des Deisterbades evakuierten das Gebäude und lösten Alarm aus. Nach Mitteilung der Feuerwehr ging dann einer der Mitarbeiter mit einer Atemschutzmaske in den Keller, wo es ihm gelang, das Leck zu schließen. Die bereits ausgelaufene Flüssigkeit entwickelte aber weiterhin giftige Dämpfe.

Die Regionsleitstelle Hannover alarmierte zunächst die Feuerwehr Kirchdorf und den Rettungsdienst sowie einen Notarzt. Bereits auf der Anfahrt ließ der Einsatzleiter die für Gefahrguteinsätze ausgerüstete Schwerpunktfeuerwehr Barsinghausen nachalarmieren. Die Einsatzkräfte bauten vor dem Eingang einen Dekontaminationsplatz mit einer aufblasbaren Reinigungskabine auf, ehe ein Trupp mit Atemschutzgeräten ins Gebäude vordrang, um dort Messungen vorzunehmen. Andere Einsatzkräfte durchsuchten das gesamte Gebäude noch einmal gründlich nach Personen. Auch die Feuerwehr Egestorf wurde nun alarmiert, um noch mehr Atemschutzgeräteträger verfügbar zu haben.

  In der Zwischenzeit hatte der Notarzt die ersten der evakuierten Badbesucher untersucht. Ein Kind wurde sofort in die Medizinische Hochschule transportiert. Wegen der Zahl der Betroffenen wurde das Einsatzszenario „Massenanfall von Verletzten“ ausgelöst, sodass weitere Notärzte und Einsatzfahrzeuge nach Barsinghausen beordert wurden. Gegen 19.55 Uhr wurde zudem die Snhnelleinsatzgruppe des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) nachalarmiert.  Die Samariter richteten auf dem Gelände der wenige Meter entfernten Asylbewerberunterkunft an der Einsteinstraße eine Verletztensammelstelle mit mehreren Zelten ein. Dort wurden die evakuierten Badegäste weiter betreut und von Medizinern untersucht. 

Viele Badegäste hatten sich lediglich mit Badelatschen und Handtuch auf den Weg zur Sammelstelle machen müssen. An ihre Bekleidung in den Spinden im Umkleidebereich des Bades kamen sie nicht heran, weil zunächst geprüft werden musste, ob die Textilien mit Chlor belastet waren. Dazu forderte die Feuerwehr noch einen in Seelze stationierten Messwagen nach.

Einsatz bis in die späte Nacht

Nach Rücksprache mit der Stadtentwässerung entschieden die Einsatzkräfte, die ausgelaufene Flüssigkeit mit Wasser zu verdünnen und in die Kanalisation zu leiten, wie Barsinghausens Feuerwehrsprecher Henk Bison berichtet.

Zwei Trupps mit Atemschutzgeräten und drei Trupps mit leichten Chemikalienschutzanzügen kamen zum Einsatz. Das Auffangbecken im Keller wurde ausgespült. Anschließend musste das Schwimmbad ausgiebig gelüftet werden.

Abschließende Messungen ergaben keine erhöhten Werte. Die unverletzten Personen konnten daraufhin in kleinen Gruppen ihre Bekleidung aus den Schließfächern holen. Um 23:45 Uhr wurde mit dem Rückbau der Gerätschaften begonnen. Die letzten Feuerwehrfahrzeuge verließen um 1 Uhr nachts das Gelände. Insgesamt waren nach den Worten von Bison 162 Einsatzkräfte mit 42 Fahrzeugen im Einsatz.

Warum das Gemisch austreten konnte, ist noch unklar. Deisterbad-Betriebsleiter Ingo Korczowski vermutet ein geplatztes Ventil im Keller als Ursache des Unfalls. Die Polizei hat noch in der Nacht die Ermittlungen aufgenommen und ein Strafverfahren wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen unbekannt eingeleitet. Der Betrieb im Deisterbad ist bis auf Weiteres eingestellt.

 

Von Peer Hellerling und Andreas Kannegießer

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