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Barsinghausen Grundstücke am Deister waren schon vor 2000 Jahren begehrt
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Grundstücke am Deister waren schon vor 2000 Jahren begehrt
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00:42 11.05.2018
An vielen Stellen auf der künftigen Gewerbefläche haben die Archäologen in den vergangenen Monaten intensiv nach uralten Siedlungsresten gesucht. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

 Die archäologischen Bodenuntersuchungen auf dem Areal des künftigen Gewerbegebiets am Calenberger Kreisel befinden sich auf der Zielgeraden. Noch in diesem Monat wollen das Landesamt für Denkmalpflege und die Stadt Barsinghausen Ergebnisse der Grabungen präsentieren. Bezirksarchäologe Friedrich-Wilhelm Wulf und der städtische Baudirektor Tobias Fischer geben sich bei Fragen nach konkreten Fundstücken noch zurückhaltend. Wulf bestätigt aber: „Es ist eine ergiebige Suche gewesen.“

Auch die anderen archäologischen Baugrunduntersuchungen im Barsinghäuser Stadtgebiet in den vergangenen Jahren – etwa im Gewerbegebiet Bantorf und auf den künftigen Logistikflächen nördlich von Groß Munzel – hatten stets zahlreiche Hinweise auf eine jahrtausendealte Besiedlung der Gegend ergeben. „Die Grundstücke am Deisterrand waren auch vor Jahrtausenden schon begehrt“, sagt Wulf und verweist auf die Nähe zur Bundesstraße 65. Die heutige Straße verlaufe auf einem uralten Handelsweg, der seit mindestens 2000 Jahren genutzt werde, erläutert der Bezirksarchäologe. „Die Gegend um Barsinghausen war auch damals schon ein Siedlungsschwerpunkt.“ Die in der Umgebung gesicherten Siedlungsspuren stammen demnach aus dem Zeitraum vom ersten Jahrtausend vor Christus bis etwa 400 nach Christus.

Nach Fischers Worten haben die Grabungsarbeiten am Calenberger Kreisel wegen der Erfolge bei der Suche etwas länger gedauert als geplant. Nach Angaben von Wulf wird die beauftragte Grabungsfirma am Ende alle Fundstücke gereinigt und beschriftet und mit einer Dokumentation versehen bei den Denkmalbehörden abliefern. Die Funde kämen dann ins Magazin des Landesmuseums, erläutert der Bezirksarchäologe. Er wünscht sich danach eine intensive wissenschaftliche Auswertung der Fundstücke und anderen Siedlungsspuren. Das Landesamt für Denkmalpflege selbst sei personell nicht in der Lage, das zu leisten. „Das wäre etwas für die Abschlussarbeit einer Universität oder sogar eine Doktorarbeit“, sagt Wulf. Auch die anderen Funde aus dem Raum Bantorf und aus Groß Munzel müssten noch entsprechend ausgewertet werden.

Wulf wünscht sich außerdem, dass nach Abschluss des Projekts am Kreisel einige ausgewählte Fundstücke wieder im Rahmen einer kleinen Ausstellung in Barsinghausen präsentiert werden können. Bereits vor Jahren hatten die Denkmalpfleger eine ähnliche Präsentation mit Funden aus dem Raum Bantorf organisiert. Die Finanzierung einer solchen Ausstellung sei aber noch ungewiss, betont Wulf.

Die künftige Gewerbefläche am Calenberger Kreisel ist in zwei Phasen untersucht worden. Bereits im Jahr 2015 hatte es eine Voruntersuchung gegeben, um zu erfahren, ob sich intensivere Grabungen auf dem Areal lohnen würden. „Danach wussten wir schon, dass mit Fundstellen zu rechnen ist“, sagt Wulf. Nach der Voruntersuchung hatte die damals beauftragte Grabungsfirma Arcontor Projekt GmbH insgesamt 97 Befunde notiert, darunter Spuren von Pfostenreihen und Hinweise auf Feuerstellen. Bei der deutlich intensiveren zweiten Phase der Prospektion haben sich in den vergangenen Monaten nun die Hoffnungen auf echte Fundstücke offenbar bestätigt. Zeugen berichten, dass unter anderem eine große, nahezu komplett erhaltene Keramikschale aus dem Erdreich geborgen worden sei. Das will Wulf allerdings nicht bestätigen.

Die Barsinghäuser Stadtverwaltung bereitet sich derweil darauf vor, dass sie bis Ende Mai grünes Licht von den Archäologen erhält, um mit der Erschließung des künftigen Gewerbegebiets beginnen zu können. Die Ausschreibung für die Erschließungsarbeiten werde derzeit vorbereitet, sagt Fischer.  „Im Sommer starten dann die Bauarbeiten.“ Die Verwaltung bemühe sich darum, die Bauarbeiten so zu disponieren, dass Verzögerungen gegenüber dem ursprünglichen Zeitplan aufgeholt werden könnten, sagt Fischer.  Ob die ersten ansiedlungswilligen Firmen noch in diesem Jahr mit ihren eigenen Bauprojekten starten können, bezweifelt der Baudirektor aber. „Das wird sehr eng.“

Von Andreas Kannegießer

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