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Barsinghausen Heiße Spur fehlt: Polizei startet neuen Zeugenaufruf
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18:01 26.04.2018
Mit Plakaten bittet die Polizei seit Mittwoch Zeugen um Hinweise - so wie hier am Leichenfundort an der Ladestraße/ Ecke Marienstraße. Quelle: Elena Everding
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Barsinghausen

Zehn Tage nach dem gewaltsamen Tod der 55-jährigen Veronika B. arbeitet die Polizei mit Hochdruck an der Aufklärung des Verbrechens. „Eine heiße Spur gibt es aber noch nicht“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Mit Plakaten versuchen die Ermittler derzeit, weitere Zeugen zu finden und diese zu motivieren, Hinweise zu geben.

Veronika B. war am frühen Dienstagmorgen vergangener Woche von einer Spaziergängerin tot entdeckt worden. Zum exakten Fundort der Leiche hatte sich die Polizei bisher noch nicht geäußert, lediglich von einer Böschung an der Ladestraße war die Rede gewesen. Exaktere Informationen liefert nun erstmals der Zeugenaufruf: Die Leiche habe in einem Entwässerungsgraben parallel zur Ladestraße in Höhe des städtischen Friedhofes Osterfeld gelegen, heißt es auf dem Plakat. Ansonsten halten sich Polizei und Staatsanwaltschaft mit Informationen weiterhin zurück. Auch zur exakten Todesursache wollen sich die Behörden nicht äußern. Veronika B. sei „durch Gewaltanwendung“ zu Tode gekommen, sagt Klinge lediglich. „Weitere Einzelheiten können wir noch nicht herausgeben.“ Nach den Worten des Oberstaatsanwalts gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Derzeit werde versucht, DNA-Spuren auszuwerten. Diese müssten aber aufwendig aufbereitet werden, ehe Abgleiche möglich seien. „Wie lange das dauern wird, steht noch nicht fest“, sagt Klinge. 

Die Polizei hat eine Mordkommission gebildet, die mit erheblichem Personalaufwand versucht, die Umstände des Verbrechens zu klären und dem Täter auf die Spur zu kommen. Die Mordkommission sei derzeit mit rund einem Dutzend Beamten aus der für Todesermittlungen zuständigen Kriminalfachinspektion 1 besetzt, sagt eine Sprecherin der Polizeidirektion Hannover. Die Größe und die Arbeitsdauer einer Mordkommission hänge im Wesentlichen vom Spurenaufkommen und den Ermittlungsansätzen ab. Solche neuen Ansätze soll nun offenbar der Zeugenaufruf in Plakatform liefern. Auf dem Aufruf sind Fotos von Veronika B. und ihrem blauen Einkaufs-Trolley zu sehen, mit dem die Frau am Vorabend ihres Todes unterwegs war. Die Polizei bittet um Hinweise von Zeugen, die Veronika B. am Montagabend, 16. April, gesehen haben oder sonstige verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Der Kriminaldauerdienst ist für Hinweisgeber  unter der Telefonnummer (0511) 109-5555 erreichbar.

Auch die Familie von Veronika B. hat bisher kaum Informationen über die Todesumstände der 55-Jährigen. „Wir warten dringend auf Infos. Man bekommt aus den Ermittlern nichts heraus“, sagt die Nichte von Veronika B. Sie selbst könne es immer noch nicht richtig glauben, dass ihre Tante tot sei, sagt die Frau. „Wir hoffen inständig, dass der Täter bald gefunden wird.“  

„Man hat ein mulmiges Gefühl“

Es ist ruhig an der Ladestraße/ Ecke Marienstraße in unmittelbarer Nähe der S-Bahn-Trasse. Es sieht aus wie immer, nur die Plakate mit dem leuchtend roten Banner hängen hier sonst nicht. Eines hängt an einem Geländer nahe des Grabens zwischen den beiden Straßen an der Bahntrasse. Genau hier wurde am 17. April die Leiche von Veronika B. gefunden, die von allen Bekannten und ihrer Familie „Anka“ gerufen wurde. 

Nur wenige Meter vom Fundort entfernt sitzt ein älterer Herr auf einer Bank, direkt neben ihm an der Lehne ein weiteres Plakat. Der Bewohner eines nahegelegenen Seniorenheims macht gerade eine Pause auf seinem Spaziergang. „Mich interessiert das alles nicht“, sagt er und nimmt einen Schluck aus seiner Bierflasche. 

Die Polizei habe ihn und weitere Seniorenheim-Bewohner bereits mehrmals zu der 55-jährigen Toten befragt, erzählt er. Mittlerweile sei er genervt von den Ermittlungen. „Ich kannte die Tote nicht“, sagt der Senior, „und auch nicht die Leute aus der Trinkerszene, die sich hier treffen“.

Der Zeugenaufruf ist auch im Kaufland-Supermarkt einige hundert Meter entfernt am Bahnhof zu finden. Die Mitarbeiterinnen des Tabakwarenladens „Geco“ im Kaufland blicken auf eines der Plakate. Seit Donnerstagmorgen hängt es schräg gegenüber des Ladens, direkt neben dem Ausgang. „Wir kannten die Frau, sie ging hier öfter einkaufen“, sagt Mitarbeiterin Ramona Bonderenko. Auch ihre Kollegin Michaela Gelencir kann sich gut an „Anka“ erinnern. Das bekannte Gesicht nun auf dem Plakat zu sehen, sei schon komisch, sagen die beiden Verkäuferinnen. „Viele Leute halten an und lesen den Zeugenaufruf“, sagt Bonderenko. Beide hoffen, dass der Täter nun schnell gefunden werde.

Die Tote ist auch Gesprächsthema in den Geschäften an der Hans-Böckler Straße, wenige Gehminuten vom Fundort ertfernt. „Man hat schon ein mulmiges Gefühl, wenn man dort vorbei geht“, sagt Natalie Janke, die in der Bäckerei Hünerberg arbeitet und gerade hinter der Theke Kuchen einsortiert. Der Graben liege direkt am Arbeitsweg einer Kollegin, erzählt Janke. „Sie geht dort nur noch mit einem statt zwei Ohrhörerstöpseln im Ohr entlang, um noch Umgebungsgeräusche wahrzunehmen“, sagt sie. „Und wenn sie etwas Komisches hört, geht sie auch schneller.“ Vor allem eine Frage stellen sich Janke und ihre Kollegen: Warum ist die Tat gerade in Barsinghausen passiert? „Es ist doch eigentlich eine ruhige Gegend hier.“ 

Von Andreas Kannegießer

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