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Barsinghausen Lisa-Tetzner-Schule: Stadt will schnell mit Eltern ins Gespräch kommen
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Lisa-Tetzner-Schule: Stadt will schnell mit Eltern ins Gespräch kommen
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17:20 31.08.2018
Der D-Trakt des Schulzentrums Am Spalterhals, in dem die Lisa-Tetzner-Schule untergebracht ist, kann nur noch bis Ende 2019 genutzt werden. Die Zukunft der Schule ist derzeit ungewiss. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

In der Diskussion um die Zukunft der Lisa-Tetzner-Oberschule (LTS) betont der Erste Stadtrat Thomas Wolf, dass die Entscheidung über den Schulstandort nicht allein auf der Basis des jüngsten Wirtschaftlichkeitsgutachtens getroffen werde. „Natürlich werden auch schulfachliche Belange berücksichtigt“, versichert Wolf. In den nächsten Wochen plant die Verwaltung zahlreiche Gespräche und Informationsrunden mit der Barsinghäuser Politik, mit Eltern, den Schulleitungen der weiterführenden Schulen und auch der Landesschulbehörde. Die von dem Beratungsunternehmen Partnerschaft Deutschland (PD) vorgelegte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für verschiedene Bauvarianten liefere lediglich eine Tendenz für die Entscheidungsfindung, sagt Wolf.

Bei dieser Entscheidungsfindung besteht Zeitdruck: Wegen brandschutztechnischer Mängel ist der Betrieb der Lisa-Tetzner-Schule im D-Trakt des Schulzentrums Am Spalterhals nur noch bis Ende 2019 genehmigt. Über die Zukunft der Barsinghäuser Schullandschaft müsse deshalb „zwingend bis zum Ende des Jahres entschieden werden“, betont der Erste Stadtrat. „Das ist ein verbindliches Szenario.“ Für Ende September hat die Stadtverwaltung Gespräche mit der Landesschulbehörde verabredet. „Schon vorher wollen wir mit den Eltern ins Gespräch kommen“, kündigt Wolf an.

In ihrer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung haben die Berater von PD fünf Bau- und Sanierungsvarianten untersucht und den Investitionsaufwand und die langfristigen Betriebskosten verglichen. Denkbare Varianten sind demnach die Grundsanierung des D-Traktes, der Abriss und Neubau des Traktes am selben Ort und ein Neubau auf der Nordseite des Schulzentrums am Spalterhals. Außerdem hat PD zwei Varianten berechnet, die Ersatzneubauten auf dem Gelände der Goetheschule an der Goethestraße vorsehen. Aus wirtschaftlicher Sicht wäre die Variante 4 mit einem Neubau auf der Ostseite der Goetheschule langfristig offenbar die beste Variante: Bei Baukosten von 4,49 Millionen Euro und jährlichen Betriebskosten von rund 107.000 Euro ergibt sich über einen Zeitraum von 25 Jahren demnach ein Gesamtaufwand von rund 8,3 Millionen Euro. Den Gesamtaufwand für Abriss und Neubau des D-Traktes am gleichen Standort haben die Gutachter mit 14,3 Millionen Euro berechnet, den Aufwand für die Sanierung im Bestand mit rund zwölf Millionen Euro – wegen der deutlich höheren Betriebskosten im Altbau. Klar ist, dass ein Neubau an der Goetheschule faktisch das Ende der selbstständigen LTS-Oberschule bedeuten würde und eine Eingliederung von deren Schülern in die Kooperative Gesamtschule wohl unausweichlich wäre.

Die Ergebnisse der Berechnung sind allerdings hoch umstritten. So haben die verschiedenen Varianten ganz unterschiedliche Nutzflächen. Die Berater empfehlen in ihrem Fazit selbst, über die vorhandene Berechnung hinaus „eine vertiefende und umfassende Untersuchung der beiden Standorte Am Spalterhals und Goetheschule“.

Insbesondere bei der Schulleitung und der Elternvertretung der Lisa-Tetzner-Schule steht das Gutachten in der Kritik. Während der Ratssitzung am Donnerstagabend äußerten LTS-Schulleiter Markus Vehrenkamp und Schulelternratsvorsitzende Marion Willmann ihre Bedenken und wiesen auf Widersprüche hin. Vehrenkamp hat diese in einem dreiseitigen offenen Brief an die Ratsmitglieder zusammengefasst. So seien zusätzliche Flächenbedarfe über die Klassenräume hinaus im Bestand der Goetheschule bei den Neubauvarianten nicht ausreichend überprüft worden, kritisiert Vehrenkamp. Mit dem Gutachten lasse sich eine Schließung der LTS nicht begründen, argumentiert der Schulleiter. „Es ist bedauerlich und irritierend, dass eine notwendige Teilsanierung einer Schule gegebenenfalls zu deren Komplettschließung führt“, heißt es in dem offenen Brief. Elternvertreterin Willmann spielte auf die berechnete Differenz der jährlichen Nutzungskosten zwischen der Sanierungsvariante am Standort und dem Neubau an der KGS an. „Wir reden von 100.000 Euro jährlich. Schließen Sie deshalb die Oberschule?“, fragte Willmann.

Aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es nur einen sinnvollen Weg, um eine Lösung zu finden: „Wir müssen miteinander sprechen und uns nicht Papiere um die Ohren werfen“, sagt Erster Stadtrat Wolf. Ganz besonders gehe es nun darum, die Eltern schnell mit der Politik und der Verwaltung zusammenzubringen.

 

Von Andreas Kannegießer

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