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Barsinghausen Stadtsparkasse will langfristig eigenständig bleiben
Aus der Region Region Hannover Barsinghausen Stadtsparkasse will langfristig eigenständig bleiben
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00:44 08.06.2018
Die Sparkassenvorstände Reinhard Meyer (links) und Britta Sander sowie Verwaltungsratsvorsitzender Prof. Roland Zieseniß sehen die Barsinghäuser Stadtsparkasse auch langfristig gut aufgestellt. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

Die Barsinghäuser Stadtsparkasse (SSK) sieht sich trotz teilweise widriger Rahmenbedingungen für die Zukunft gut aufgestellt. Das kommunale Kreditinstitut hat im vergangenen Jahr seinen Überschuss leicht auf 348.000 Euro steigern können. Insbesondere das Kreditgeschäft hat zugelegt, sodass die Bilanzsumme um fast 31 Millionen Euro auf 364,9 Millionen Euro gewachsen ist. „Wir wollen langfristig eigenständig bleiben“, betonte Vorstandsvorsitzender Reinhard Meyer beim traditionellen Bilanzpressegespräch. „Wir sind guter Dinge, dass uns das auch in Zukunft gelingen wird.“ Die Stadtsparkasse Barsinghausen liegt mit ihrer Bilanzsumme unter den derzeit 387 selbstständigen deutschen Sparkassen auf Rang 376. In Niedersachsen ist sie das zweitkleinste Institut.

Der wirtschaftliche Erfolg ist allerdings nur möglich, weil sich das Geldinstitut dem raschen Wandel des Marktes und der Kundenwünsche anpasst. Im vergangenen Jahr hatte die Stadtsparkasse ihre Beratungsleistungen auf die Hauptstelle in der Marktstraße konzentriert und in den vier Geschäftsstellen in Egestorf, Großgoltern, Hohenbostel und an der Hans-Böckler-Straße seitdem nur noch Geldautomaten und Überweisungsterminals vorgehalten. Die Entwicklung geht weiter: In diesem Monat schließt die Stadtsparkasse die Filialen in Großgoltern und an der Hans-Böckler-Straße endgültig. In Goltern wird es statt dessen eine kleinere sogenannte SB-Filiale im NP-Supermarkt an der Hauptstraße geben, die am 16. Juni eröffnet wird. An der Hans-Böckler-Straße kooperiert das Geldinstitut mit der Bäckerei Hünerberg, in deren Räumen die Sparkasse ein SB-Terminal zur Bearbeitung von Überweisungen und Daueraufträgen aufbauen wird. Für die Bargeldversorgung der Kunden in der Nordstadt steht ein Automat im Kaufland-Markt zur Verfügung. „Und die Entfernung zur Hauptstelle ist zumutbar“, betonte Meyer.

Der Sparkassenchef und seine Vorstandskollegin Britta Sander verwiesen darauf, dass das Kundenverhalten ebenso wie die eingesetzte Technik einem raschen Wandel unterliege. Im Durchschnitt suche jeder Kunde nur noch einmal jährlich die Sparkasse direkt mit einem Anliegen auf. 26-mal nutze der Durchschnittskunde einen Geldautomaten. Etwa 100 Kontakte gebe es online, sogar 200 Kontakte pro Kunde jährlich würden über Apps abgewickelt, berichtete Meyer. Die Stadtsparkasse will allen Trends gerecht werden: Ab Anfang September bietet das kommunale Institut den Kunden die Möglichkeit, per Instant Payment Überweisungen binnen weniger Sekunden auf dem Empfängerkonto gutschreiben zu lassen. Künftig sollen nicht nur Geldtransfers, sondern auch Beratungen über das Internet abgewickelt werden können: „Wir werden demnächst Videochats anbieten“, kündigten Meyer und Sander an

Nach den Worten von Britta Sander hat das Kreditvolumen der Stadtsparkasse im vergangenen Jahr um rund 15 Millionen Euro auf 275 Millionen Euro zugelegt. „Die niedrigen Zinsen treiben die Investitionen“, sagte Sander. Die Darlehensauszahlungen seien sogar um rund 36 Prozent auf 48,1 Millionen Euro gewachsen. „Den Löwenanteil daran trägt der Wohnungsbau.“

Bei den Kundeneinlagen verzeichnete die Stadtsparkasse zum Jahresende 2017 einen Bestand von 271,7 Millionen Euro, das sind 13,7 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. In Zeiten der Zinsflaute entfällt der größte Teil mit 190 Millionen Euro nach Angaben des Instituts auf täglich fällige Einlagen. Der Umsatz mit Wertpapieren und Aktien machte im Vergleich nur einen kleinen Anteil aus: Er war mit 22,4 Millionen Euro leicht rückläufig.

Stolz ist die Stadtsparkasse auf die zahlreichen Förderprojekte, die sie im Barsinghäuser Stadtgebiet mit Zuwendungen und Spenden unterstützt. Das Fördervolumen im Jahr 2017 habe zusammen mit der eigenen Sparkassenstiftung bei insgesamt rund 164.000 Euro gelegen, berichteten Meyer und Sander. Für Kunst und Kultur wurden dabei rund 30.500 Euro gespendet, Projekte aus den Bereichen Soziales und Bildung erhielten 47.600 Euro, in Sport und Umwelt flossen rund 40.000 Euro, und die Themenbereiche Wirtschaft und Standort wurden mit knapp 46.000 Euro unterstützt.

Die Zahl der Mitarbeiter der Sparkasse ist im Zuge der Standortkonzentration auf die Hauptstelle im vergangenen Jahr um zwölf auf 79 gesunken. Kündigungen hat es nach Angaben des Geldinstituts nicht gegeben. Drei Mitarbeiter seien zur Stadtverwaltung gewechselt, andere in den Ruhestand getreten oder im Zuge der normalen Fluktuation ausgeschieden, hieß es. Erstmals wird die Stadtsparkasse in diesem Jahr keine Auszubildenden einstellen. Das liege aber am fehlenden Interesse qualifizierter Bewerber, betonte Sander. „Wir finden nur schwer Nachwuchs.“

Sparkasse investiert in Mietwohnungen

Die Stadtsparkasse investiert insgesamt rund zehn Millionen Euro in den Bau und die Vermietung von insgesamt 36 hochwertig ausgestatteten Mietwohnungen im Stadtgebiet. Die beiden ersten Gebäudekomplexe an der Kaltenbornstraße mit insgesamt zwölf Wohneinheiten sind 2017 fertig geworden und mittlerweile komplett vermietet. Zwei weitere Gebäude mit insgesamt acht Wohnungen an der Bornstraße sind derzeit im Bau. Noch in diesem Jahr soll an der Schillerstraße auf einem ehemaligen Gärtnereigelände mit dem Bau von zwei Achtfamilienhäusern begonnen werden. „Das bringt uns einen Ertrag, der nicht von der Zinshöhe abhängt“, sagte Vorstandsmitglied Britta Sander. „Und wir schaffen dringend benötigten Wohnraum“, betonte Verwaltungsratsvorsitzender Prof. Roland Zieseniß.

Von Andreas Kannegießer

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