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Bus hält vor Feuerwehr: Keine schnelle Lösung in Sicht

Holtensen Bus hält vor Feuerwehr: Keine schnelle Lösung in Sicht

Keine schnelle Lösung in Sicht: Die Verlegung der Bushaltestelle vor dem Holtenser Feuerwehrhaus ist schwieriger als gedacht. Dass könnte Folgen für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr haben. 

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Die Bushaltestelle direkt am Feuerwehrgerätehaus in Holtensen sorgt für Probleme. 

Quelle: Sacha

Holtensen.  Die Verwaltung steht vor einer schwierigen Entscheidung: Kindern zumuten, die vielbefahrene Bundesstraße zu überqueren oder in Kauf nehmen, dass die Feuerwehr nicht einsatzbereit ist –eine andere kurzfristige Lösung wird es in der Bushaltestellen-Problematik in  Holtensen wohl nicht geben. “Ich binge neue Erkenntnisse –aber  leider keine, die für Begeisterung sorgen werden“, sagte Ulrike Schubert bei der Sitzung vom Feuerschutz-Ausschuss. Denn nachdem bei der Region bekannt geworden war, dass morgens bis zu 50 Kinder direkt vor den Toren der Holtenser Feuerwehr auf ihren Schulbus warten, wird schnelle Abhilfe gefordert – denn im Notfall ist die Situation ein erhebliches Risiko. „Ich saß schon selber im Einsatzfahrzeug, als wir wegen des Busses anderthalb Minuten mit dem Ausrücken warten mussten“, beschreibt Holtensens Ortsbrandmeister  André Grüger eben so einen Notfall. 

Nun überbrachte Schubert in der Ausschusssitzung die schlechte  Neuigkeit: „Es ist nicht vom Tisch, dass die Feuerwehr für drei Stunden am Tag aus der Alarmierung genommen wird“, sagte die Fachbereichsleitern. Denn morgens blockiert der Schulbus immer wieder die Ausfahrt der Feuerwehr. Doch eine kostengünstige  und vor allem kurzfristig umsetzbare Lösung des Problems sieht Schubert derzeit nicht. 

Vier Varianten stehen zur Wahl

Die Bushaltestelle einfach umzusetzen sei nicht so einfach. Nach Absprache mit Regiobus gebe es nur vier Alternativen, von denen eigentlich nur eine in Frage kommt. Doch allesamt könnten frühstens 2019 realisiert werden, da sie jeweils die Regionsausschüsse durchlaufen müssen. 

Die erste Variante sieht vor, die Haltestelle auf die gegenüberliegende Seite der Linderter Straße zu verlegen. Doch da an dieser Stellle eine Mittelinsel ist und die Fahrbahn zudem schmal ist, könnte sich der Verkehr bis auf die B217 stauen –was eine Verkehrsgefährdung bedeuten würde. „Das war auch schon die einzige relativ günstige Lösungsidee“, sagte Schubert. 

Nach der zweiten Variante soll der Bus in der Osterfeld- oder Bergstraße halten. Kosenpunkt: 35.000 Euro.  Der Bus würde dann von der Osterfeldstraße über den Vörier-Bergweg zur Bergstraße und wieder auf die Linderter Straße führen.  „Das würde allerdings zu noch mehr Schäden auf den sich ohne hin schon im schlechten Zustand befindenden Straßen führen“, sagte Schubert.  Eine einfachte Deckensanierung sei dort dann nicht ausreichend. „Und das können wir nicht stemmen.“ 

Variante drei wäre die Verlängerung der Linie zum Bahnhof Holtensen/Linderte. Diese Entscheidung kann allerdings nur die Regionsversammlung treffen – und das sei vor dem Hintergrund, dass derzeit überlegt wird, ob die betroffene  Buslinie –die Linie 510 –gekürzt werden muss, eher unwahrscheinlich. Zudem müsste dort dann ein Wendehammer, eine Dunkelampel und zwei neue Haltestellen geschaffen werden – für rund 120.000 Euro. 

Die letzte Möglichkeit sieht vor, dass der Bus, der in Linderte endet, über Holtensen nach Bredenbeck und zurück fahren könnte. Doch auch hierfür müssen zwei Haltestellen errichtet werden. Kostenpunkt der von der Verwaltung favorisierte Variante: 120.000 Euro. „Allerdings besteht die Gefahr, dass die Linie nach einem zweijährigen Probebetrieb wegfällt“, sagt die Fachdienstleiterin. 

„Menschenleben gegen Menschenleben aufwiegen“

Ihre Ausfürungen sorgten für reichlich unmut unter den Gästen. Denn die Verwaltung müsse sich nun zwischen Brandschutz und Kindeswohl entscheiden. Denn entweder müssen die Kinder die B217 überqueren,  oder die Feuerwehr kann –sollte ein Bus an der Haltestelle stehen –nicht schnell genug ausrücken. So oder so: am Ende muss sich die Verwaltung rechfertigen, betont Schubert: „Wenn ein Kind auf der B217 zu Tode kommt, werden die Bürger uns vorwerfen, dass wir die Haltestelle dort weggenommen haben. Wenn es einen Ernstfall gibt und die Feuerwehr kann nicht ausrücken, dann werden ebenfalls wir uns verantworten müssen.“ 

Grüger hingegen agumentiert, dass es an der B217 eine Ampel gibt. „Und die funktioniert“, sagt er. Da könne er nur mit dem Kopf schhütteln, wenn jetzt gesagt wird, man könne den Kindern nicht zumuten, die Straße an einer Ampel zu überqueren. „Unverantwortungsvoll“ sei es hingegen, wenn die Feuerwehr für drei Stunden aus der Alarmierung genommen wird. „Die Gemeinde greift hier massiv in den Brandschutz ein –wegen einer illegalen Bushaltestelle“, sagt er.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich einstimmig dafür aus, dass eine Verlängerung der Buslinie nach Holtensen und Bredenbeck bei der Region beantragt wird. Den Entschluss muss allerdings der Rat der Gemeinde Wennigsen treffen. 

Von Lisa Malecha

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