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Barsinghausen Kritiker fordern Verzicht auf Windpark
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00:32 23.04.2018
Zahlreiche Bürger nutzen die Gelegenheit, um Fragen an die Vertreter des potentiellen Windparkbetreibers WPD zu stellen. Quelle: Andreas Kannegießer
Barsinghausen

 Bei der Vorstellung ihrer Pläne für den Windpark zwischen Egestorf, Degersen und Redderse hatten die Vertreter der potentiellen Betreiberfirma WPD am Donnerstagabend im städtischen Bauausschuss einen schweren Stand. Rund 180 Bürger waren gekommen, die meisten davon Gegner des Großprojekts am Deisterrand. Viele nutzten die Gelegenheit, ihre Bedenken vorzutragen und kritische Fragen zu stellen. Dabei wurde deutlich, dass sich viele Kritiker bis hin zu technischen Details sehr intensiv mit der schwierigen Thematik auseinandergesetzt haben. Im Fokus der Kritik stand einmal mehr die gewaltige Größe der geplanten Windräder von mehr als 240 Metern und die Tatsache, dass es noch keinerlei Erfahrung mit solchen Anlagen bezüglich Lärm und anderen Faktoren gebe.

Die beiden WPD-Vertreter Holger Groß und Heinz Herbort hielten wacker dagegen und blieben keine Antwort schuldig – auch wenn diese meist nicht nach dem Geschmack der Zuhörer ausfiel. Die von WPD für das Deistervorland vorgesehenen Anlagen vom Typ Vestas V-150 sind bisher noch nirgendwo gebaut. Bei einer Nabenhöhe von 160 Metern und einem Rotordurchmesser von 150 Metern sollen die fünf Riesenanlagen laut WPD-Prognose rund 65 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr liefern – „genug für 18.500 Haushalte“, wie Groß betonte. WPD habe mit mehr als 50 Grundeigentümern im 107 Hektar großen Vorranggebiet Verträge abgeschlossen und somit Zugriff auf die Flächen. Nach den Worten von Groß und Herbort messen die Rundfundamente der Anlagen jeweils 30 Meter im Durchmesser und reichen bis in eine Tiefe von 3,70 Meter. Einschließlich sogenannter Aufstellflächen und der Verbreiterung von Zuwegungen sei rechnerisch mit einer versiegelten Fläche von rund 5000 Quadratmetern pro Anlage zu rechnen, hieß es. Die Notwendigkeit der gewaltigen Höhe begründeten die WPD-Vertreter damit, dass der Energieertrag von Windrädern mit 100 Meter Nabenhöhe etwa 30 bis 40 Prozent geringer sei als bei einer Nabenhöhe von 160 Meter. Angesichts der geringen Preise, die für Windstrom gezahlt würden, müssten „höchsteffiziente Anlagen“ gebaut werden. Groß und Herbort betonten, dass noch nicht alle notwendigen Untersuchungen und Gutachten für das Projekt am Deister vorlägen. „Es wird zwei bis drei Jahre bis zur Realisierung dauern“, sagte Groß.

Das möchten die Kritiker unbedingt verhindern. „Wir wünschen uns, dass Sie auf den Windpark verzichten“, brachte eine Anwohnerin aus Egestorf die Stimmung im Saal auf den Punkt. In der Diskussion immer wieder genannt wurden befürchtete Probleme mit Lärm und Infrschall, aber auch die Auswirkungen auf die Natur und das Landschaftsbild im Deistervorland. Zudem gab es kritische Kommentare zum Sinn zusätzlicher WIndenergieproduktion im großen Stil, so lange keine geeigneten Speichermöglichkeiten zur Verfügung stünden. Für die Lärmemission gebe es Prognosemodelle und bei WPD die Erfahrung von mehr als 2000 gebauten Anlagen, entgegnete Groß. Das Problem sei im Griff, „sonst drohen Stilllegungsverfügungen“. Abschließend signalisierten die Firmenvertreter weitere Gesprächsbereitschaft mit den Projektgegnern. „Es wäre schön, wenn wir eine Kompromisslösung finden würden“, sagte Groß.

 

Von Andreas Kannegießer

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