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Barsinghausen Kinder aus Kovel erholen sich am Deister
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00:17 24.06.2018
Während der Ferientage am Deister genießen die Kinder aus Kovel auch einen Tag im Freibad Goltern, gesponsert vom DRK-Ortsverein. Quelle: Frank Hermann
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Großgoltern

Spannende und erholsame Ferientage erleben 18 Kinder aus Barsinghausens ukrainischer Partnerstadt Kovel derzeit am Deister. Auf Initiative des Vereins Kinderhilfe Ukraine nehmen Familien aus Barsinghausen und Umgebung die jungen Gäste für vier Wochen bei sich auf -- und ermöglichen somit vielen Kovel-Kindern den ersten Urlaub ihres Lebens.

„Die Jungen und Mädchen stammen aus bedürftigen Familien, die sich einen Urlaub von Zuhause nicht leisten können. Oft handelt es sich auch um Waisen oder Halbwaisen“, erläutert Lilli Bischoff, erste Vorsitzende des Vereins Kinderhilfe Ukraine.

Ferien für Kovel-Kinder gibt es seit 1992

Bereits seit 1992 organisiert der Verein Kinderhilfe Ukraine jedes Jahr im Sommer einen Ferienaufenthalt für bedürftige Jungen und Mädchen aus Kovel. Damals richtete sich das Angebot vor allem an Kinder, die unter den Spätfolgen der Atomreaktorkatastrophe von Tschernobyl litten. Das Interesse an dieser Erholungsreise ist in Kovel riesig. Bis zu 100 Kinder aus sozial schwachen Familien wollen Ferien am Deister verbringen, allerdings stehen maximal 25 bis 30 Plätze in den Gastfamilien zur Verfügung. Mitarbeiter des Jugendamtes aus Kovel wählen schließlich die Teilnehmer aus. Dieses Jahr kamen lediglich 18 Kinder nach Barsinghausen, weil es Probleme mit der Ausstellung der Reisepässe gab. Der Verein Kinderhilfe Ukraine legte mit seiner Arbeit zudem die Grundlagen für die 2008 geschlossene Städtepartnerschaft zwischen Barsinghausen und Kovel.nn

Sponsoren unterstützen das Ferienprogramm. So ermöglichte zum Beispiel der DRK-Ortsverein Goltern einen Besuch im Freibad Goltern mit Übernachtung in zwei Großraumzelten der Feuerwehr. Außerdem lädt der Verein Wir für Basche die Gruppe in jedem Jahr zum Grillnachmittag ein, Bürgermeister Marc Lahmann spendiert ein gemeinsames Eis-Essen, die Stadtwerke öffnen das Deisterbad für die Kovel-Kinder und der Rotary-Club gibt eine Geldspende, damit sich die Kinder neu einkleiden können.

Hinzu kommen Geldspenden von Privatleuten und von Firmen, um Ausflüge unter anderem in Freizeitparks oder nach Hannover finanzieren zu können. „Solche Besuche sind etwas ganz Besonderes für die Kinder, denn diese Möglichkeiten gibt es bei ihnen Zuhause nicht“, sagt Lili Bischoff.

Für den Verein und seine Vorsitzende bedeutet der Ferienaufenthalt einen erheblichen Zeit- und Geldaufwand. So kosten der Bustransfer von und nach Kovel sowie die Versicherungen für die Kindergruppe rund 5000 Euro.

„Und ich selbst bin mehrere Wochen damit beschäftigt, den Besuch vorzubereiten und die Gruppe zu betreuen“, sagt Bischoff. Aber sie habe stets das Gefühl, mit Unterstützung ehrenamtlicher Helfer eine wichtige Aufgabe für die Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren zu erfüllen.

Zumal die Stadt Kovel und deren Bewohner weiterhin unter den Folgen des kriegerischen Konflikts in der Ost-Ukraine leiden. Viele junge Männer aus Barsinghausens Partnerstadt starben als Soldaten an der Bürgerkriegsfront. „Auch drei Kinder aus unserer Gruppe haben ihre Väter im Krieg verloren“, erklärt Lilli Bischoff.

Hinzu komme ein deutlicher Preisanstieg im Lebensunterhalt der Menschen. Nach Angaben der Vereinsvorsitzenden seien die Kosten für Strom und Wasser stark in die Höhe gegangen. „Und manche Lebensmittel sind in Kovel fast so teuer wie hier in Barsinghausen, allerdings haben die Menschen in der Ukraine viel weniger Geld zur Verfügung“, betont Bischoff.

Am Mittwoch nächster Woche, 27. Juni, kehrt die Kindergruppe zurück nach Kovel. Willkommen seien bis dahin noch Kleiderspenden sowie funktionstüchtige Fahrräder, Roller, Rollschuhe und ähnliche Spielsachen für die Kinder.

Lilli Bischoff gibt Auskünfte unter Telefon (05035) 336 oder (0162) 8221654 sowie nach einer E-Mail an lillibischoff@t-online.de oder an kinderhilfebarsinghausen@googlemail.com.

Von Frank Hermann

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