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Burgdorf Schüler tragen schwer an der Schutzausrüstung
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Schüler tragen schwer an der Schutzausrüstung
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00:48 29.04.2018
Testen die Gerätschaften der Verfügungseinheit (von links): Lennart (12), Tim (13), Klaas (13) und Suela (11). Quelle: Bismark
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Burgdorf

 Gut zehn Kilogramm wiegt die Körperschutzausrüstung, die Beamte der Verfügungseinheit oder der Zentralen Polizeidirektion bei Einsätzen tragen müssen – und mit der sie zum Teil auch längere Strecken bei Demonstrationen gehen. Wie schwierig dies ist, haben am Donnerstag 30 Jungen und Mädchen bei der Polizei Burgdorf getestet. 

Die Schüler zwischen zwölf und 17 Jahren nahmen am Zukunftstag teil, den der Kontaktbeamte Jörg Windfuhr mit zehn anderen Kollegen organisiert hatte. Durchaus mit einer ernsten Absicht, wie Windfuhr sagte: „Eine Befragung unter Polizeischülern hat ergeben, dass viele den Einstieg über den Zukunftstag gefunden haben.“ Deshalb sei es richtig, dass sich der einmalige Arbeitstag in Unternehmen und Institutionen nicht mehr nur an Kinder von Mitarbeitern richte – wie es am Anfang vorgeschrieben gewesen sei – , sondern an alle Interessierten. 

Das große Interesse am Polizeiberuf lasse sich an der Nachfrage ablesen, sagte Windfuhr: „Wir haben am 1. November den Zukunftstag online gestellt, zwei Wochen später waren alle Plätze vergeben.“ Weil aber viele Schulen erst später ihre Teilnahme erklärten, will die Polizei für das nächste Mal über einen Zeitpunkt zum Jahreswechsel nachdenken. 

Lennart und Suela, Tom und Tim müssen diesen Termin nicht mehr in ihren Kalender eintragen, sie hatten einen der 30 Plätze bekommen und erhielten einen Tag lang einen Einblick in die Polizeiarbeit. Denn nach der Begrüßung durch Windfuhr und seine Kollegen erfuhren die Jungen und Mädchen, zunächst noch theoretisch, welche Aufgaben die Polizei übernimmt und in welche Einheiten sie sich gliedert. Nach einem Rundgang durch das Gebäude an der Straße Vor dem Celler Tor lernten sie dann, wie sie Spuren nach einem Einbruch entdecken und sichern, sie fuhren mit den Polizisten Streife in der Stadt, und sie postierten sich an der Sorgenser Mühle, um die Geschwindigkeit von Autos zu messen.

Der Tag endete mit einer im wahren Wortsinn schweren Aufgabe, als Maximilian Wölfel von der Verfügungseinheit dem zwölfjährigen Lennart in die Körperschutzausrüstung half. „Oh, ist die schwer“, staunte der Schüler, nachdem er sich die Schutzweste übergezogen hatte. Deren Protektoren verhindern unter anderem, dass Schläge auf den Rücken oder Bauch den Träger verletzen können. Diese Funktion übernehmen auch Bein- und Fußschoner sowie ein Helm. Dass die Polizisten eine schwer entflammbare Jacke tragen müssen, erklärte Wölfel mit einem Hinweis auf die G20-Krawalle in Hamburg im vergangenen Jahr.

Schwer zu tragen hatten auch Tim und Klaas, die eine Ramme aus der Tiefgarage zum Parkplatz schleppten: „Damit öffnen wir Türen innerhalb kurzer Zeit“, sagte der Beamte, während viele der Probanden angesichts des Gewichts kurzzeitig ins Schwitzen gerieten. Immer wieder mussten Wölfel und Windfuhr die Fragen der Kinder und Jugendlichen nach besonderen Situationen bei Einsätzen beantworten, so dass sie gegen 13.30 Uhr das Ende fast anmahnen mussten: „Am Anfang sind alle noch ruhig, aber zum Ende bilden sie ein Team und stellen ganz viele Fragen“, sagte Windfuhr – durchaus zufrieden mit dem polizeilichen Info-Tag.

Von Antje Bismark

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