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Burgdorf Amtsgericht verurteilt Räuber zu Bewährung
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Amtsgericht verurteilt Räuber zu Bewährung
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00:17 28.10.2018
Räuber kassiert beim Schöffengericht eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Quelle: Archiv/Joachim Dege
Burgdorf

Zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung hat das Amtsrichter Klaus von Tilling am Donnerstag einen 29 Jahre alten Mann aus Burgdorf verurteilt – er hatte vor gut einem Jahr zwei Männer geohrfeigt und ihnen unter anderem Mobiltelefone, Fahrräder und eine Uhr abgenommen.

Das Trio hatte nach Aussage des gebürtigen Gambier im September des vergangenen Jahres in seiner Wohnung am Ostlandring gemeinsam gegessen, Wein getrunken und, wie der Angeklagte auf Nachfrage eines Gutachters sagte, auch einen Joint konsumiert. Eigentlich schien die Stimmung gut zu sein, so zumindest schilderte es der Angeklagte vor Gericht – nachdem die Polizei ihn mit gut 45-minütiger Verspätung vorgeführt hatte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die beiden jungen Männer, die als Zeugen waren, das Gerichtsgebäude längst verlassen.

Sie sollen, so der Angeklagte, an eben jenem September-Abend bei einem Gang zur Toilette sein Portemonnaie samt wichtiger Dokumente und 140 Euro Bargeld gestohlen haben. Den Verlust habe er bemerkt, nachdem die beiden seine Wohnung verlassen hatten. „Ich brauchte das Geld, damit ich meinen Kindern etwas Essen kaufen konnte“, sagte der 29-Jährige, der nach eigenen Angaben seinen Unterhalt vom Jobcenter bezieht. Deshalb habe er sich in diesem Moment richtig geärgert: „Sauer, ich war einfach nur sauer“, sagte er dem Schöffengericht.

Amtsrichter: Selbsthilferecht greift in diesem Fall nicht

Über einen damals 16-jährigen Burgdorfer bestellte er das Duo auf den Parkplatz eines Discounters am Ostlandring. Dort schlug er einen von ihnen mit der flachen Hand ins Gesicht, der Rückhand, wie er vor Gericht sagte. Der inzwischen 17-Jährige sprach von keinen harten Schlägen, sondern von „Wischern“, die niemanden ernsthaft verletzt hätten. Weil das Duo aber weder die Papiere noch das Geld bei sich hatte, kassierte der Gambier unter Androhung weiterer Gewalt zwei Mobiltelefone, zwei Fahrräder und eine Uhr – alles im Wert von mehreren hundert Euro – als Pfand, bis er das Diebesgut zurückbekommen würde. Einen Teil verkaufte er später allerdings.

Den Ablauf der Tat räumte der Angeklagte vor dem Amtsrichter ein, er hatte zudem, nachdem die beiden jungen Männer ihn angezeigt hatten, der Polizei geholfen, die verkauften Sachen wieder zurückzuholen. Sein Geständnis würdigten Staatsanwaltschaft und Amtsrichter von Tilling zu seinen Gunsten, gegen eine mildere Strafe sprachen mehrere Vorstrafen, darunter wegen des Erschleichens von Leistungen, Fahrens ohne Führerschein und Amtsanmaßung. Deshalb beantragte die Staatsanwältin eine zehnmonatige Freiheitsstrafe auf Bewährung, in die eine vorherige Verurteilung einfließen sollte.

Verteidiger Rüdiger Zach indes plädierte für eine geringe Strafe und verwies auf das Selbsthilferecht: „Es handelt sich nicht um einen klassischen Raub, denn der Angeklagte hat die Menschen gestellt, die ihm sein Eigentum widerrechtlich weggenommen hatten.“ Indem er ihnen wiederum Gegenstände als Pfand abgenommen habe, sei er über das Maß hinausgeschossen. „Natürlich darf niemand das Recht selbst in die Hand nehmen“, betonte Zach, aber: „Aus seiner Sicht ist ihm großes Unrecht widerfahren, dagegen hat er sich gewehrt.“

Dieser Argumentation schloss sich das Schöffengericht nicht an: „Der Gedanke des Selbsthilferechts rechtfertigt nicht den Raub“, sagte von Tilling. Er verurteilte den Angeklagten zu einer zehnmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung und 30 Stunden gemeinnütziger Arbeit.

Von Antje Bismark

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