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Burgdorf Bürger verlangen Prüfung der Umweltverträglichkeit
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02:14 09.03.2018
Volles Haus in Sorgenser Schützenkate, als Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann die Varianten für den Anlieferverkehr vorstellt. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Sorgensen

 Aus der Einwohnerversammlung in der Sorgenser Schützenkate haben Erster Stadtrat Lutz Philipps und Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann eine Forderung mitgenommen: Die Stadt soll sich in ihrer Stellungnahme nicht allein auf den Anlieferverkehr und dessen Auswirkungen für die Bewohner der Orte, durch die täglich die Lastwagen – 200 hin und zurück – rollen werden,  konzentrieren. Vielmehr verlangen die Sorgenser und Dachtmisser, dass die geplante Abdeckung des Kalibergs mit all ihren Auswirkungen auf ihre Umweltverträglichkeit von unabhängigen Gutachtern geprüft wird. 

Deshalb wird der Entwurf der Stellungnahme, den der Verwaltungsausschuss der Stadt am Dienstagabend erörtert und beschließen soll, um die Anregung aus der Einwohnerversammlung am 5. März in Sorgensen ergänzt: „Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie soll aufgefordert werden, im Rahmen des weiteren Verfahrens die Umweltverträglichkeit in geeigneter Form überprüfen zu lassen.“

Joachim Bartsch, Mitglied der BI Umwelt Wathlingen, erklärte in der Schützenkate, dass die Wathlinger davon ausgehen, dass die Kalihalde schon jetzt im Grundwasser stehe. Mit der Abdeckung würde das Gewicht steigen und der Salzberg noch tiefer sinken. Auch wenn das Gutachten, das K+S in Auftrag geben hat, etwas anderes aussage. Gemessen worden sei der Grundwasserpegel im Juli und August, wenn er am niedrigsten sei, berichtete Bartsch. Die Folge wäre eine zunehmende Versalzung des Grundwassers, möglicherweise würden sogar Schadstoffe ausgewaschen und ins Grundwasser gelangen. Denn K+S will auf dem Kaliberg auch Bauschutt und Bodenaushub entsorgen, die mit Quecksilber, Blei und anderen Umweltgiften belastet sind, sogenanntes Z2-Material, das vom Schadstoffbelastungsgrad eine Stufe unter Sondermüll liegt.  

Es gebe Fakten, die höchstbedenklich in jedweder Hinsicht seien. Deshalb sollte man beantragen, das Verfahren zu stoppen, damit unabhängige Gutachter hinzugezogen werden können. Denn eine Risikobeurteilung fehle im Genehmigungsverfahren, erklärte ein Bürger. Ein Sorgenser gab zu bedenken, dass es ein falsches Signal sein könnte, wenn die Stadt sich nur mit dem Anlieferverkehr beschäftige. Das sehe so aus, als ob sie das Gesamtprojekt gutheiße. 

Stadtplaner Brinkmann erwiderte, dass er gute Erfahrungen damit gemacht habe, „wenn man sich auf die Argumente beschränkt, die einen direkt betreffen“. In diesem Fall sei das der Anlieferverkehr und dessen Auswirkungen auf Sorgensen und Dachtmissen. Er nannte die Schadstoffverwehung während des Transports sowie Lärm und Erschütterungen durch die Lastwagen – und das 25 Jahre lang. Dadurch würden zum einen die Einwohner belastet. „Zum anderen haben wir die Befürchtung, dass die Ausweisung von Neubaugebieten in beiden Orten unmöglich wird“, sagte Brinkmann. 

Der Lärmpegel der Sorgensen sozusagen einhülle, nehme seit Jahren zu, beschrieb ein Einwohner am Rande der Versammlung seine Beobachtungen und verwies auf den Lärm, der von der Umgehungsstraße und dem Flugverkehr ausgehe. Den Anlieferverkehr zur Halde sehe er deshalb sehr kritisch. Zwar rechnet der K+S-Gutachter, dass nur fünf Prozent – das wären bei 200 Fahrten innerhalb von zehn Stunden zwei zusätzliche Lastwagen alle zwei Stunden – durch Sorgensen fahren. Doch sowohl die Stadt als auch die Einwohner haben große Zweifel, dass sich die Fahrer an die ausgeschilderte Route über den Schwüblingser Kreisel Richtung Hänigsen halten. 

Brinkmann appellierte an die Bürger dem Bergbauamt ihre Bedenken gegen das Projekt mitzuteilen. „Machen Sie es so authentisch wie möglich“, riet er von einer strategischen Stellungnahme ab. „Schreiben Sie beispielsweise, dass Sie der Lärm, der Staub und die Erschütterungen stören.“ Bis zum 22. März müssen diese persönlichen Stelllungnahmen beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie, Marktkirche 9 in Clausthal-Zellerfeld, mit Originalunterschrift vorliegen. „Wenn sich viele beteiligen, bekommen wir Gehör und zwar nicht nur hier vor Ort“, sagte Dachtmissens Ortsvorsteher Jörg Neitzel.

Von Anette Wulf-Dettmer

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