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Burgdorf Achte Saison dreht sich um Leidenschaft
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14:40 07.12.2018
Die Opus-Klassik-Preisträger 4 Times Baroque spielen das Winterkonzert am 9. Februar 2020. Quelle: privat
Burgdorf

 Ganz im Zeichen des sogenannten Affektes wird die „Leidenschaften“ überschriebene, mittlerweile achte Saison des Konzertzyklus’ „Die 4 Jahreszeiten – Barock in Burgdorf“ stehen. Sie ist der in diesem Jahr verstorbenen Initiatorin Inge Behr gewidmet, die mit ihrer Leidenschaft für die Barockmusik den Anstoß für die Reihe gab und anfänglich auch die Finanzierung sichergestellt hatte.

Das Duo Repicco eröffnet die neue Saison mit dem Frühlingskonzert am 24. März. Quelle: privat

„Wir haben fantastische Künstlergewinnen können“, sagt Laura Dalla Libera, die die künstlerische Leitung inne hat: „Die haben wir immer. Aber im Vergleich legen wir diesmal noch eine Schippe drauf. Eigentlich ist das einer Jubiläumsreihe würdig.“ So wird zum Saisonabschluss am 9. Februar 2020 mit dem Ensemble 4 Times Baroque der aktuelle Opus-Klassik-Preisträger in der Kategorie „Nachwuchskünstler des Jahres“ im Saal des Burgdorfer Schlosses zu erleben sein. Mit Filippo Mineccia kommt am 3. November 2019 einer der international gefragtesten Countertenöre für ein Gastspiel an die Aue.

Barocke Arien gibt es beim Herbstkonzert am 3. November 2019 vom Countertenor Filippo Minecchia zu hören. Quelle: privat

Die Darstellung von Gefühlen wie Liebe, Wut, Trauer und Hass spielt in der Barockmusik eine zentrale Rolle. „Die Barockzeit ist eine Zeit der Umbrüche“, erläutert Dalla Libera: „Bestehende politische Systeme brachen zusammen, die Kräfte sortierten sich neu. Dazu waren die Menschen wirtschaftlichen Krisen, Kriegen und anderen Plagen ausgesetzt. Das herkömmliche Weltbild wurde durch Forscher wie Galileo Galilei völlig umgeworfen. Es galt: sicher ist nur, dass nichts sicher ist.“ Diese Unsicherheit und alle daraus resultierenden Gefühle kommen in der Dichtung und der Musik zu Ausdruck.

„Es wurde wichtig, die Liedtexte besser zu verstehen. Die Musik muss den Text darstellen. Das führte zu einer Abkehr von der Polyphonie hin zur Melodie, zum Gesang mit Begleitung“, sagt Dalla Libera. So entwickelten sich Melodrama und Oper. Doch auch die Instrumente selbst hätten sich emanzipiert. „Nun durften sie auch in Kirchen gespielt werden“, nennt die künstlerische Leiterin ein Beispiel. Das instrumentale Experimentierfeld par excellence aber war die Solosonate mit Continuo. Ihr widmet sich dann auch das Duo Repicco im Frühlingskonzert im März.

Das Michaelis Consort stellt Streichbassinstrumente in den Mittelpunkt des Sommerkonzertes am 25. August. Quelle: privat

„Die ganze Vielfalt des Themas in nur vier Konzerten zu zeigen, ist nicht einfach. Aber es ist uns gut gelungen“, sagt Dalla Libera. Im Sommerkonzert mit dem Michaelis Consort gibt es Streichbassinstrumente als Primadonnen zu hören. Und wenn es um Affekte geht, darf ein Konzert mit den schönsten barocken Arien aus Opern und Kantaten natürlich nicht fehlen. Mit Filippo Mineccia gibt es dazu beim Herbstkonzert einen Countertenor von Weltrang zu erleben. Und mit welcher Leidenschaft sie selbst musizieren: Das werden die Ensemblemitglieder von 4 Times Baroque zum Saisonabschluss zeigen.

Karten für die einzelnen Konzerte gibt es zum Preis von 19 Euro in Vorverkauf bei der VVV-Geschäftsstelle, Braunschweiger Straße 2, sowie bei Wegeners Buchhandlung, Marktstraße 65. Sie können auch über das Scena-Servicetelefon unter der Rufnummer (0 51 36) 89 69 57 und per E-Mail an info@scena-burgdorf.de vorbestellt werden. Ein Abonnement für alle vier Konzerte der Saison ist für 60 Euro zu haben.

Frühling: Repicco spürt Mördern und Ermordeten nach

Eine Zeit großer Umbrüche stellte der Anfang des 17. Jahrhunderts für Italien dar. Nicht nur musikalisch, indem sich Stile und Techniken änderten. Auch politisch: Zwischen den Stadtstaaten herrschten Kriege, das Land war gebeutelt. In dieser Zeit emanzipierte sich die Instrumental- von der Vokalmusik. Kontrastreich, affektgeladen, exzentrisch: In der Solosonate mit Continuo spiegelt sich auch die Umwelt wieder. Solche frühbarocken Sonaten mit ihrer atemberaubenden Virtuosität und Ausdruckskraft werden die Ungarin Kinga Ujszászi (Violine) und der Anglokroate Jadran Duncumb (Theorben) als Duo Repicco beim Frühlingskonzert am Sonntag, 24. März, in den Mittelpunkt stellen. Der Titel „Assasini, Assasinatti“ ( Mörder, Ermordete) bezieht sich auf die Komponisten Giovanni Antonio Pandolfi Mealli, Alessandro Stradella, Ignazio Albertini und Bellerofonte Castaldi. Jeder von ihnen wurde entweder ermordet – oder selbst zum Mörder.

Sommer: Vom Glück des einsetzenden Basses

„Glück ist, wenn der Bass einsetzt“: Das gilt für das so überschriebene Sommerkonzert am Sonntag, 25. August. Als Spezialisten für historische Streichbassinstrumente haben Katharina Litschig, Felix Görg und Martin Steubner vom Michaelis Consort ein Programm zusammengestellt, dass den Facettenreichtum ihrer Instrumente zur Geltung bringen soll. Werke von Johann Sebastian Bach, Jean-Baptiste Barrière, Antonio Vivaldi und Giovanni Battista Vitali lassen Barockcello, Viola da Gamba, Violone, Laute und Barockgitarre so erklingen, wie es sie selten zu hören gibt: nämlich solistisch. Auch die Entwicklung der Bassinstrumente im 17. und 18. Jahrhundert zeichnen die Spezialisten für historische Aufführungspraxis, die bereits Gast beim Bachfest Leipzig, MAFestival Brügge und Festival Oude Muziek Utrecht waren, nach. Denn damals gab es keine Standards – somit interpretierte jede Region die Rolle des Bassinstruments individuell.

Herbst: Countertenor sorgt für Herzklopfen

Von den großen Bühnen der Welt macht der international gefragte Countertenor Filippo Mineccia einen kammermusikalischen Ausflug nach Burgdorf. Am Sonntag, 3. November, gastiert der Italiener mit seinem Ensemble Il gioco de‘ Matti im Herbstkonzert im Saal des Schlosses. Im Gepäck hat der Ausnahmesänger Kantaten und Arien der berühmtesten Opernkomponisten wie Vivaldi und Händel. Eifersucht, Hass, Zärtlichkeit, Leidenschaft: Passend zum Thema der Reihe erwartet das Publikum im Konzert eine Achterbahnfahrt der Gefühle im barocken Gewand. Mineccia und seine Begleiter beschwören die magische und melancholische Welt der Hirten und Nymphen. In ihr zeigt sich die menschliche Sehnsucht des Barockzeitalters nach Galanterie und Traum, voller Eleganz und Unmut, jenseits von Gewalt. Doch trotz allem Wünschen: Die Realität sieht anders aus – dem Sturm der Aufklärung und der französischen Revolution konnten diese Bilder nicht trotzen.

Winter: 4 Times Baroque ihre Leidenschaft für Alte Musik

„Caught in Italian Virtuosity“ ist das Winterkonzert am Sonntag, 9. Februar, überschrieben. Gefangen genommen von der Schönheit der Werke von Antonio Vivaldi, Arcangelo Corelli, Georg Friedrich Händel und Giuseppe Sammartini: Das sind die vier jungen Musiker von 4 Times Baroque aus Frankfurt, die soeben mit dem Opus Classic als zurzeit beste Nachwuchskünstler ausgezeichnet worden sind, definitiv. Jan Nigges (Blockflöte), Jonas Schenderlein (Violine), Karl Simko (Violoncello) und Alexander von Heißen (Cembalo) beherrschen ihre Instrumente nicht nur virtuos – sie bieten Klassiker des Barock mit solcher Frische und Leidenschaft dar, dass sie als Popstars der Alte-Musik-Szene gefeiert werden. Besucher erwarten selbst arrangierte Stücke wie die Ouvertüre zu Händels Oper „Rinaldo“ und Sammartinis Sonate in F-Dur. Obendrein sind die vier erstklassige Entertainer und warten in ihren Konzerten mit kurzweiligen Moderationen auf.

Von Sandra Köhler

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