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Burgdorf Der Familiengeschichte auf der Spur
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15:15 27.08.2018
Judith Biller fotografiert die Stolpersteine vor dem Haus Poststraße 1. Ihre Schwester Yael Shechter, deren Mann Mordechei und Tochter Shybboleth schauen zu. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Es ist ein dunkles Kapitel Stadtgeschichte, dem sich die beiden Schwestern Yael Shechter (81) und Judith Biller (75) im hohen Alter stellen. Die in Israel lebenden Frauen haben Burgdorf am Montag einen Besuch abgestattet. Mitglieder des Arbeitskreises Gedenkweg 9. November führten sie an die Stätten ihrer jüdischen Familiengeschichte.

„Aufregend“ sei das, auf den Spuren ihrer Ahnen zu wandeln und sich mit deren Schicksal zu befassen, bekennt Judith Biller auf Nachfrage. Etwa vor dem Haus an der Poststraße 1 zu stehen, in dem ein Optikergeschäft residiert. Es ist das Haus, in dem ihr Urgroßvater Sally Levi Moosberg im 19. Jahrhundert sein Manufakturwarengeschäft für Textilien gründete, welches sein ältester Sohn Louis Moosberg weiterführte. Später wohnten dort Clara Palmbaum und Emilie Neuhaus, beide geborene Moosbergs. Die Nazis verschleppten sie 1942 nach Warschau und nach Theresienstadt, um sie zu ermorden. Stolpersteine, eingelassen ins Gehwegplaster erinnern an sie.

Zwei Stolpersteine erinnern vor dem Haus Poststraße 1 an die ehemaligen jüdischen Bewohner, die von den Nazis 1942 verschleppt und ermordet worden. Quelle: Joachim Dege

Biller geht deshalb vor dem Haus in die Knie und fotografiert die Stolpersteine. Sie und ihre ältere Schwester Yael Shechter finden es gut, dass die Stolpersteine die Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Bürger dieser Stadt so sichtbar wachhalten. Von Ruth Fricke-Weinel, Mitglied im Geschichtsarbeitskreis Gedenkweg 9. November, erfährt Yael Shechter weitere Details über das Haus. Nachdem es 1935 arisiert worden war, übernahm es zunächst Friedrich Fehling. Nach dessen Umzug an die Marktstraße erwarb es die Firma Sannemann. Heute gehört es dem Schuhhändler Martin Polch. Nach einem Wasserschaden ließ der es 2014 abreißen und in Fachwerkoptik wieder aufbauen.

Noch zu Lebzeiten des im Januar verstorbenen Arbeitskreisgründers Rudolf Bembenneck sei die Geschichte der Familie Moosberg aufgearbeitet worden, berichtet Meinhard Janssen. Arbeitskreissprecherin Judith Rohde arbeite gegenwärtig Bembennecks Nachlass zu einem Buch auf, in dem die Geschichte der Moosbergs einen Platz haben werde.

Auch der ehemaligen Synagoge an der Poststraße 2, die heute die KulturWerkStadt beherbergt, statten Biller und Shechter einen Besuch ab, gemeinsam mit Shechters Ehemann Mordechei und Tochter Shybboleth, die eigens aus London anreiste. Die Familie hatte die Stadt angeschrieben. Die vermittelte den Kontakt zum Arbeitskreis. Brigitte und Meinhard Janssen sowie Ruth und Olaf Weinel nahmen die Familie schließlich am Montagvormittag in Empfang, unternahmen mit ihr einen Stadtrundgang, begleiteten sie zu einem Austausch mit Vizebürgermeister Matthias Paul ins Rathaus II und zur Besichtigung des Gedenkfries’ im Ratssaal im Schloss. Nach dem Mittagessen stand auch schließlich auch noch ein Besuch auf dem jüdischen Friedhof an der Uetzer Straße auf dem Programm, wo ein Grabstein der Familie steht.

Von Joachim Dege

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