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Burgdorf Gymnasiasten arbeiten an App für Afrika
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18:05 25.06.2018
Das Team der BBS-Gymnasiasten – hier mit seiner Lehrerin Dagmar Köhler (Zweite von rechts) – kann sich beim Regionalentscheid in Essen für das Bundesfinale von Deutschlands größtem Schülerwettbewerb qualifizieren. Quelle: ZBW
Burgdorf

Das Projekt ist ihr Beitrag zu Deutschlands größtem Schülerwettbewerb. Die BBS-Gymnasiasten haben sich beim Young Economic Summit (YES) – zu Deutsch: junger Wirtschaftsgipfel – mit ihrer Idee soeben für den Bundesentscheid qualifiziert.

Tatsächlich nehmen zwei Teams der Klasse 11FW20A an dem Wettbewerb unter der Schirmherrschaft des Bundeswirtschaftsministeriums teil. Beide werden betreut von dem Wirtschaftsforscher Roland Döhrn vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen. Das eine BBS-Team beschäftigte sich in Zusammenarbeit mit dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus mit der Akzeptanz von Flüchtlingen in der lokalen Umgebung: Flüchtlinge unterlegen dabei deutschsprachige Filme mit Untertiteln in ihrer jeweiligen Heimatsprache. Das zweite BBS-Team will mit seiner App Landwirten in Kenia zur Hand gehen beim möglichst nachhaltigen Bestellen ihrer Äcker.

Beide Teams hätten beim Regionalentscheid West in Essen vergangene Woche einen hervorragenden Eindruck hinterlassen und das Zeug zum Weiterkommen gehabt, sagen Christine Buchholz-Straßer, Leiterin des Beruflichen Gymnasium, und Volkswirtschaftslehrerin Dagmar Köhler, die die Wettbewerbsteilnahme coacht. Doch nur ein Team pro Schule durfte sich für das Finale Ende September in Hamburg qualifizieren. Und da hätte die Afrika-App nun einmal die Nase vorn gehabt.

In Essen präsentierten Marius Henning, Lea Wietfeld, Merle Goltze für ihr Team, zu dem auch Franziska Beinsen, Alysa-Sharon Wenck, Carolin Fenske, Fabienne Esposito, Diana Selemann, Alina Helms und Gizem Avci gehören, die Projektidee in englischer Sprache. Die App mit dem aus zwei afrikanischen Sprachen gebildeten Fantasienamen Plaastimu (Farmteam) soll Bauern in Kenia helfen, den Einsatz von Düngemitteln, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Wasser so effizient und kostengünstig wie möglich zu gestalten. Mithilfe des globalen Positionsbestimmungssystems (GPS) und Angaben zur Größe des zubestellenden Feldes und der anzubauenden Feldfrucht spuckt die wie ein Spiel gestaltete App alle benötigten Daten aus.

Freilich haben die Schüler mehr als nur eine Idee auf dem Kasten. Sie hatten zuvor akribisch recherchiert. „Wir haben uns auf Kenia fokussiert, weil das Land über eine Netzabdeckung von 90 Prozent verfügt“, sagt Marius Henning. Die App sei eher wie ein Spiel konzipiert, assistiert ihm Lea Wietfeld, die selbst einer landwirtschaftlich geprägten Familie entstammt. Und Merle Goltze, die demnächst in Tansania ein vierwöchiges Entwicklungshilfe-Praktikum absolviert, will in Afrika Feldstudien machen. Für den Sieg im Regionalentscheid bekam das Team ein Preisgeld von 1000 Euro für die Schule sowie 500 Euro für die Weiterentwicklung der App.

Ein Nasenwasser im Vergleich zu den Kosten, die es bräuchte, um die App tatsächlich zu programmieren. Für den Bundesentscheid allerdings braucht es lediglich einen sogenannten Klick-Dummi, also eine Folge von Darstellungen, die zeigen, was die App leisten soll. Dabei hilft vorerst ein Bekannter von Franziska Beinsen. Zudem haben das Team und die BBS wichtige Kontakte geknüpft: So habe Google Africa seine Unterstützung zugesagt, berichtet Lehrerin Dagmar Köhler. Das Gleiche gelte für die Vereinten Nationen, die an einem ähnlichen Projekt arbeiteten und sich interessiert gezeigt hätten. Weil die App werbefinanziert sein soll, hätten die Schüler auch schon Tuchfühlung mit möglichen Kunden aufgenommen: Ein Düngemittel-Hersteller habe durchblicken lassen, dass er Werbung schalten wolle auf der Afrika-App der BBS.

Der Bundesfinale steigt am 27. und 28. September in Hamburg. „Über die Sommerferien arbeiten wir weiter an der App“, sagt Köhler.

Von Joachim Dege

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