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Burgdorf Jäger bitten Landwirte um Rücksicht
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16:32 01.06.2018
Rehkitze werden von ihren Müttern gern im hohen Gras der Wiesen versteckt. Wenn diese gemäht werden, verstümmeln die Mähmaschinen die Jungtiere, die nicht flüchten, sondern sich nur tiefer ins Gras ducken. Quelle: Privat
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Burgdorf

Tod und Verstümmelung, so warnt die Jägerschaft Burgdorf, drohten Wildtieren in diesen Tagen. Wenn Landwirte und Pferdehalter ihre Wiesen mähten, gehe es Rehkitzen und Co häufig an den Kragen. Die Jäger bitten deshalb um Rücksichtnahme auf die Tierwelt.

Das Mähen der Wiese sei zurzeit wieder voll im Gange. Die Wiesen würden gemäht, um Heu für die Wintermonate zu gewinnen. Auch Grünland und Energiepflanzen wie der Grünroggen würden demnächst abgemäht. Die erste Mahd falle mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen. Vögel brüteten und der Nachwuchs schlüpfe. Das Haarwild bekommt Junge. All diese Tiere suchten Schutz vor ihren Fressfeinden in Wiesen und auf Feldern, schildert Oliver Brandt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Jägerschaft, die aktuelle Situation.

Fressfeinde sind die eine Gefahr, Mähmaschinen die andere. Rehkitze, Junghasen und Fasanenküken könnten sich zwar ducken und tarnen, um Fuchs und Marderhund zu entgehen. Wenn aber Landwirte mit ihren Kreiselmähern und einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern sowie einer Mähbreite von bis zu zehn Metern übers die Wiese oder das Roggenfeld führen, seien die Tiere nahezu chancenlos. „Viele Jungtiere finden hier den qualvollen Mähtod oder werden verstümmelt“, so Brandt.

Hans-Otto Thiele aus Röddensen, Vorsitzender der Jägerschaft Burgdorf, richtet deshalb an alle Landwirte und Wiesenbesitzer den dringenden Appell,ihren Mähtermin rechtzeitig dem zuständigen Jagdpächter mitzuteilen und darüberhinaus die Felder nur von innen nach außen zu mähen. Nur dann hätten die Tiere die Möglichkeit, rechtzeitig zu flüchten. Thiele bietet zudem an, dass Vertreter der Jägerschaft die Grundeigentümer gegebenenfalls über geeignete Maßnahmen zur Wildtierrettung beraten. Die Jäger seien auch bereit, die Wiesen mit Hunden kurz vor dem Mähen abzusuchen.

Wichtig sei, dass Menschen Rehkitze beim Umsetzen keinesfalls berührten. Die Jungtiere seine noch geruchlos. Das sei Teil ihrer Überlebensstrategie, die sie vor dem Fuchs schütze. Berühe der Mensch ein Kitz, verliere es seine Geruchlosigkeit und werde obendrein vom Alttier nicht mehr angenommen, warnt Brandt.

Für die Landwirte sei es eine Selbstverständlichkeit, vor dem Mähen die Wiesen nach Kitzen abzusuchen. „Wir sind wir verpflichtet, uns mit den Jägern zu verständigen, damit diese die Wiese mit ihren Hunden abgehen und in der Regel auch große Tüten aufhängen“, sagt der Uetzer Bezirkslandwirt Helmut Habermann aus Hänigsen, der selbst Pferdezüchter ist. Einen Tag vor der regulären Mahd werde die Wiese schon einmal angemäht. Auf diese Weise werden die Tiere unruhig und verlassen im besten Fall die Wiese samt Nachwuchs. „Leider ist es trotzdem nicht immer zu verhindern, das Rehe zu Schaden kommen, das muss man schon sagen“, erklärt Habermann.

Von Joachim Dege und Anette Wulf-Dettmer

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