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Burgdorf Villa Mercedes erhält ein neues Dach
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Villa Mercedes erhält ein neues Dach
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00:17 12.11.2018
Baudenkmal: Die fast 100 Jahre alte Villa Mercedes ist dringend sanierungsbedürftig. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Sie ist ein Baudenkmal und ein das Stadtbild prägendes Gebäude: die Villa Mercedes an der Schillerslager Straße 7. Die Stadt will ihre in die Jahre gekommene Immobilie mit der markenden Grünspan-Kuppel jetzt sanieren. Dabei darf die Kommune auf finanzielle Schützenhilfe in sechsstelliger Höhe aus Berlin zählen.

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages habe in dieser Woche den Förderzuschuss zur Sanierung der Villa Mercedes im Rahmen des Denkmalschutz-Sonderprogramms VII bewilligt und freigegeben, teilten die Bundestagsabgeordneten Carmen Marks (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, und Hendrik Hoppenstedt (CDU), Staatsminister im Bundeskanzleramt, fast gleichlautend mit. Damit flössen 179.000 Euro nach Burgdorf. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich nach Darstellung der Stadt auf 357.000 Euro. Den Förderantrag hatte die Stadt laut Bauamtsleiter Andreas Fischer bereits im vergangenen Jahr gestellt.

Die Jugendstilvilla ist im Besitz der Stadt. Nach Darstellung von Gero von Oettingen ist die Sanierungsbedürftigkeit des Hauses seit Langem bekannt und regelmäßig ein Thema in den Gesprächsrunden von Stadt und DRK Region Hannover, an denen er selbst als DRK-Ortsvereinsvorsitzender teilnehme. Das DRK betreibt in der Villa Mercedes die gleichnamige Kindertagesstätte, die in drei Gruppen auf drei Etagen 75 Kinder betreut.

Andreas Fischer, Bauamtsleiter im Rathaus, und Denkmalpfleger Lothar Brunke bestätigen den dringenden Sanierungsbedarf der Liegenschaft. Das Walmdach müsse neu eingedeckt werden. Der Zahn der Zeit habe auch am Markenzeichen des Hauses, der grünen Dachkuppel, genagt und erkennnbar Spuren hinterlassen, weshalb auch diese erneuert werden müsse. Und weil die Stadt schon einmal dabei sei, soll im Dachgeschoss gleich auch noch ein von außen nicht sichtbarer Wärmeschutz eingebaut werden, beschreiben die beiden Baufachleute das Sanierungsvorhaben, das der freie Architekt Andre Mispagel im Auftrag der Stadt begleiten werde.

Die Sanierungspläne seien mit dem DRK eng abgestimmt, wie Kita-Leiterin Gabriele Mayer bestätigt. Der Kita-Betrieb werde während der Bauarbeiten weiterlaufen: „Ich freue mich, dass es jetzt losgehen kann“, sagte die Erzieherin zur Förderzusage aus Berlin.

Die Kosten für die Sanierung des Baudenkmals sind bereits in den Haushaltsplan für dieses Jahr eingestellt gewesen. Im diesem Herbst hätte es losgehen sollen. Weil die Stadt aber mit dem Bau nicht beginnen durfte, ohne die Förderung vom Bund zu riskieren, hat die Stadt das Vorhaben ins nächste Haushaltsjahr verschoben. Laut Fischer sollen die Bauarbeiten jetzt im Frühjahr beginnen.

Eine Frau dient als Namensgeberin

Mit der Automobilmarke mit dem Stern hat die Villa Mercedes jedenfalls nichts zu tun. Ihren Namen verdankt sie vielmehr einer Frau, nämlich der Adoptivtochter des aus Guatemala nach Burgdorf heimgekehrten Kaffeeplantangenbesitzers Hermann Wundram. Der Nudelfabrikant Otto Hansmann heiratet um 1920 eben diese Mercedes und lässt für sich und seine junge Frau vom hannoverschen Regierungsbaumeister Friedrich Bludau an der Schillerslager Straße eine Villa mit Remise errichten – mit Geld aus der großzügigen Mitgift, die sein Schwiegervater für dessen Pflegetochter springen ließ. Die Villa ist ein zweigeschossiger Massivbau auf einem Sockel und mit einem Walmdach. Ein mit Kupfer gedeckter Mittelrisalit dominiert die Hausfront. Die geschwungende Treppe davor existiert nicht mehr. Neben der Villa steht eine zweigeschossige Remise mit Garage, die als Wohnung für Gärtner und Fahrer diente und bis heute unverändert blieb. Nach Auffassung des Denkmalschutzes ist das Gesamtensemble von bau- und kunstgeschichtlicher Bedeutung und hat Seltenheitswert. Nachdem die Hansmanns bereits in die Villa Wundram umgesiedelt waren, kauft 1927 die Stadtsparkasse Burgdorf die Villa und vermietet sie ans Katasteramt. 1937 trennt sich das Ehepaar Hansmann. Mercedes wird 1935 bei einem Besuch in Guatemala Opfer eines Mordes. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwirbt die Stadt das Haus. 1995 ziehen Kinder in die Villa Mercedes ein. Träger des Kindergartens, der dort bis heute residiert, ist das DRK und erstmals nicht die Stadt selbst.

Von Joachim Dege

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