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Burgdorf Türfabrikant Hörmann zieht nach Hülptingsen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Türfabrikant Hörmann zieht nach Hülptingsen
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00:19 28.09.2018
Stück für Stück verschwindet das alte Sennheiser-Werk in Hülptingsen: Hier sind die Bagger im Innenhof am Werk. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Hülptingsen

Die Ruine des Sennheiser-Werks an der B 188 in Hülptingsen wird abgerissen. Gekauft hat das rund drei Hektar große Areal die Firma Hörmann aus dem ostwestfälischen Steinhagen, ein weltweit agierender Hersteller für Türen und Tore. Das Familienunternehmen verlegt seine niedersächsische Vertriebsniederlassung von Isernhagen H.B. nach Burgdorf. „Das ist schon eine Nummer für unsere Stadt“, kommentiert Burgdorfs Wirtschaftsförderer André Scholz den Umzug.

Das Unternehmen will seinen Vertriebsstandort in Niedersachsen seit Längerem vergrößern. „In Isernhagen gibt es aber keinen Platz mehr für weitere Büroräume und Parkplätze“, sagt Niederlassungsleiter Stefan Dörpfeld. „Wir brauchen 20 000 bis 25 000 Quadratmeter. Vier Jahre haben wir nach einem Grundstück in dieser Größenordnung gesucht.“ In Burgdorf ist Hörmann schließlich fündig geworden. „Wichtig war bei der Suche nach einem neuen Standort, dass sich die Anfahrtswege unserer Mitarbeiter kaum verlängern“, erklärt Dörpfeld. Das sei mit der Entscheidung für Burgdorf bis auf einige Ausnahmen gelungen. Die Verkehrsanbindung über die Bundesstraße 188 zu den Autobahnen 2 und 7 sei in Ordnung. „Für die Touren in Richtung Braunschweig ist der neue Standort sogar von Vorteil.“

Mit 70 Mitarbeitern wird die Hörmann-Niederlassung nach Hülptingsen umziehen. Dörpfeld geht davon aus, dass die Zahl der Beschäftigten „perspektivisch“ steigen wird. „Aber auch ohne Aufstockung – allein durch die natürliche Fluktuation wie Altersteilzeit und Rente – brauchen wir jedes Jahr neue Mitarbeiter im Lager, im Büro sowie in der Technik und Lastwagenfahrer.“ Geplant ist ein mehrstöckiges Gebäude – es wird laut Dörpfeld etwas niedriger als der alte Sennheiser-Bau sein – mit 1200 Quadratmetern Bürofläche sowie Lagergebäude in einer Größenordnung von 5000 Quadratmetern. „Das wird den gesamten Stadteingang aus Richtung Osten verändern“, ist sich Scholz sicher. „Aber wir bauen optisch sehr schön – mit Fassaden in Blau und Orange“, versichert Dörpfeld.

Das ist die Hörmann KG

Die Hörmann KG ist ein Familienunternehmen, das 1935 von August Hörmann in Bielefeld gegründet wurde. Sein Sohn Hermann verlegte den Firmensitz ins ostwestfälische Steinhagen, wo das Unternehmen noch heute seinen Hauptsitz hat. Mit seinen Türen aller Art – von einfachen Wohnzimmertüren über einbruchssichere Haustüren bis zu stahlbewährten Sicherheitstüren – hat der Hersteller längst den Weltmarkt erobert. „Unser wichtigstes Standbein sind inzwischen aber die Garagentoren“, sagt Niederlassungsleiter Stefan Dörpfeld. Weltweit gehören 38 Werken zu dem Unternehmen, das insgesamt mehr als 6000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz beträgt laut Dörpfeld inzwischen mehr als eine Milliarde Euro. Das Familienunternehmen wird heute in der dritten und vierten Generation vom Enkel und den Urenkeln des Firmengründers geführt.

Seit 51 Jahren hat die Firma eine Niederlassung in Niedersachsen. Zunächst am Brinker Hafen in Hannover, von dort ist man dann 1976 nach Isernhagen H.B. gezogen.

Kein Vergleich zum Betongrau des fünfstöckigen Verwaltungstrakts aus den Siebziger Jahren. Das Wedemärker Familienunternehmen Sennheiser, damals der größte private Arbeitgeber in der Stadt, verließ Burgdorf 2010. Anfang März wurden die letzten Maschinen aus dem Werk in Hülptingsen abgebaut und in die neue Produktionshalle des Unternehmens in Wennebostel gebracht. Acht Wochen hatte der Umzug gedauert. 33 Jahre zuvor hatte Sennheiser mit der Produktion in Hülptingsen begonnen. Das erste Produkt, was dort hergestellt wurde, war der weltweit erste offene Kopfhörer HD 414, der zu einem Verkaufsschlager avancierte. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 stellte die Unternehmensleitung das leerstehende Bürogebäude kostenlos als Notunterkunft zur Verfügung. Bis zu 300 Asylbewerber kamen dort von Oktober 2015 bis März 2016 unter.

Ein Mitarbeiter der Abrissfirma wirft Teile des Innenlebens aus dem zweiten Stock des Bürogebäudes. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Den Abriss der Industriebrache hat die Firma Bähre aus Lehrte übernommen. Zunächst werden die Flachbauten im Schatten des Büroturms Stück für Stück abgetragen. Gleichzeitig sind Mitarbeiter dabei, die Büroetagen zu entkernen. Dann kann auch der fünfstöckige Verwaltungstrakt dem Erdboden gleichgemacht werden. Überraschenderweise ist das Gebäude laut Hörmann-Niederlassungsleiter Dörpfeld nur „ganz minimal mit Asbest belastet“. Das sei das Ergebnis einer von ihnen in Auftrag gegebenen Schadstoffuntersuchung.

Zum Zeitplan der Bauarbeiten kann Dörpfeld nach eigenen Bekunden keine Angaben machen – das sei angesichts des derzeitigen Baubooms schwierig. „Traumhaft wäre es, wenn wir in der ersten Jahreshälfte 2020 von Isernhagen nach Burgdorf umziehen können.“

Von Anette Wulf-Dettmer

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