Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Burgdorf 1687 heißt jeder vierte Mann Hans
Aus der Region Region Hannover Burgdorf 1687 heißt jeder vierte Mann Hans
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:01 26.06.2018
Das Autorenduo Heidi Rust und Dieter Hein wälzen nicht nur Kirchenbüchern, um den Geheimnissen der Burgdorfer Familiennamen auf die Spur zu kommen. Quelle: Privat
Burgdorf

Heidi Rust und Dieter Heun haben es mit der Stadtgeschichte und aus ihr in mühseliger Kleinarbeit bereits manchen Schatz gehoben und der Nachwelt in Buchform zugänglich gemacht. Soeben ist ihr achtes Werk erschienen. Es befass sich mit Namen.

Die Herausgabe des 124 Seiten starken Büchleins mit dem etwas sperrigen Titel „Von Aaron bis Zukale – Burgdorfer Familiennamen aus den Jahren 1200 bis 1900“ hat einmal mehr der Förderverein Stadtmuseum in die Hand genommen. Die Broschüre kostet 7 Euro.

Für ihre Dokumentation zum Nachschlagen gingen die Verfasser der Frage nach, welche Familiennamen es in der Stadt jemals gab und für welchen Zeitabschnitt. Dazu werteten sie mehr als 70.000 Eintragungen in den Kirchenbüchern der St.-Pankratius-Kirche, im Stadt- und im Landesarchiv aus. Das Ergebnis dieser Nachforschungen: Von den Anfängen Burgdorfs bis zum Jahr 1900 habe es rund 5.000 Familiennamen gegeben. Dabei hätten sich Familiennamen erst nach dem Hoch- und Spätmittelalter schrittweise eingebürgert und zunächst an Berufs- und Amtsbezeichnungen, dem Vornamen des Vaters oder der geografischen Herkunft orientiert. Die so erforschten Familiennamen sind in dem Buch des Autorenduos alphabetisch sortiert, beginnen bei Aaron und enden bei Zukale. Eine Übersicht veranschaulicht, wann die jeweiligen Namen in Burgdorf vertreten waren. Die Verfasser stellen die allerersten neun Burgdorfer Familien namentlich vor und beschreiben den Standort der von ihnen um 1250 bewohnten Anwesen. Sieben dieser Familiennamen gibt es noch heute in Burgdorf.

Darüber hinaus gingen Rust und Heun für die Jahre von 1718 bis 1830 der Frage nach, woher die Menschen stammten, die aus dem heutigen Deutschland und dem Ausland nach Burgdorf zogen und was sie dazu veranlasst haben könnte. Die Broschüre verrät ihren Lesern obendrein, welche Vornamen bei Eltern ehedem in Mode waren. So brachten die Autoren heraus, dass etwa im Jahr 1687 jeder vierte Mann in Burgdorf mit Vornamen Hans hieß. Freilich stießen sie auch auf Namen, die heute gänzlich ungewöhnlich klingen: Thidericus, Wasmod und Wuneke. Eine Gegenüberstellung der Berufe in drei Jahrhunderten soll einen Blick auf das wirtschaftliche und soziale Leben in der Stadt werfen. Ein weiteres Kapitel befasst sich mit den ausländischen und insbesondere französischen Einflüssen auf hiesige Familiennamen. Und auch so kurios klingenden Namen wie Rosstäuscher und Strickstrack kamen die die Namensforscher auf die Spur.

Ob und in welchem Zeitraum ihr jeweiliger Familienname über die Jahrhunderte in Burgdorf vorkam, können Interessierte auch in der Stadtbücherei überprüfen. Rust und Heun planen dort nach eigenen Angaben eine kleine Ausstellung, in der ihr Büchlein einsehbar und die Suche nach bestimmten Namen mithilfe eines Computers möglich sein soll. Besucher könnten dann anhand eines um das Jahr 1700 beginnenden und 123 Personen umfassenden Stammbaums beispielhaft die Verbreitung eines Burgdorfer Familiennamens nachvollziehen: Der auf seiner Wanderung um 1785 nach Burgdorf gekommene Färbergeselle Johann von der Wettern begründete mit seiner Heirat in Burgdorf eine Namensdynastie. Zwei seiner Burgdorfer Enkelkinder brachten um 1860 als Auswanderer den Namen von der Wettern nach Amerika. Dort sei er noch heute zu finden,

Die Ausstellung in der Stadtbücherei beginnt am Montag, 2. Juli, und ist bis in das Jahr 2019 zu den bekannten Öffnungszeiten zu sehen. Das Buch „Von Aaron bis Zukale“ ist in der VVV-Geschäftsstelle an der Braunschweiger Straße 2, der Buchhandlung FreyRaum an der Marktstraße 54, in Wegeners Buchhandlung an der Marktstraße 65, im Stadtmuseum an der Schmiedestraße 6 und in der KulturWerkStadt an der Poststraße 2 erhältlich.

Von Joachim Dege

Bei einem Zusammenstoß auf der Burgdorfer Straße in Otze hat am Dienstagvormittag eine 25 Jahre alte Autofahrerein leichte Verletzungen erlitten.

29.06.2018

So macht Lernen Spaß: Zehn Schüler des Beruflichen Gymnasiums Wirtschaft unter dem Dach der Berufsbildenden Schulen (BBS) arbeiten seit Februar an einer App für afrikanische Bauern.

25.06.2018

Das Technische Hilfswerk (THW) bekommt eine neue Aufgabe. Die Bundeseinrichtung wird künftig verstärkt für die Notversorgung mit Strom, Wasser, Lebensmittel, Telekommunikation zuständig sein.

25.06.2018