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Burgdorf Rapsblüte: Der schöne Schein trügt 
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Rapsblüte: Der schöne Schein trügt 
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00:34 30.04.2018
Zwischen Immensen und Burgdorf gleicht die Landschaft einem gelben Flickenteppich.Dort blüht derzeit der Raps. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf/Heeßel

 Auf den Rapsfeldern in Heeßel hat Landwirt Ottfried Thieleking unzählige dieser kleinen schwarzen Schädlinge entdeckt. Denn nicht nur die Pflanzen haben in den vergangenen zwei, drei Wochen den Rückstand durch den langen Winter mehr als aufgeholt, auch der Rapsg-Glanzkäfer habe sich leider explosionsartig vermehrt, berichtet Thieleking. Diese Käfer saugen an den Blütenknospen und schädigen sie so stark, dass sie nicht erblühen und auch keinen Schoten gebildet werden.

An den Haupttrieben der Rapspflanzen haben sich diesem Jahr nur wenige Blüten gebildet. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

 Doch die Schoten sind das, was die Landwirte ernten. In ihnen reifen die Rapskörner heran, aus denen dann das Öl gewonnen wird. „Wir verkaufen unseren Raps für die Speiseölproduktion und für die Beimischung in Kraftstoffen“, berichtet Jörg Hattendorf. Der Landwirt hat Rapsfelder zwischen Immensen und Burgdorf bestellt. Für ihn ist es eine Alternative für den Zuckerrübenanbau. Denn seit es in der EU keine Zuckermarktordnung mehr gibt, bauen die Landwirte weniger Zuckerrüben an. „Der Raps blüht sehr schön und lockert die Fruchtfolge auf“, sagt Hattendorf. Auch er hat beobachtet, dass die Rapsblüte in diesem Jahr sehr früh begonnen hat. Normalerweise blühe dieser erst Anfang Mai. 

„Der direkte Übergang vom Winter in den Sommer hat dem Raps gar nicht gut getan“, beklagt Thieleking. „Das sind kanadische Wetterverhältnisse, für die unsere Pflanzen nicht gezüchtet sind.“ Der Heeßeler Bauer hat sich die Rapsfelder des Familienbetriebs am Freitagvormittag genau angeschaut. Sein Fazit: Die Rapserträge werden äußerst bescheiden ausfallen. Das Desaster begann bereits im vergangenen Herbst, als der Raps im Dauerregen ertrunken ist. Dann hat der Dauerfrost im März die Pflanzen sehr stark geschädigt. Die Pflänzchen, die die Strapazen überstanden hatten, sind an den heißen Apriltagen in die Höhe geschossen. „Dabei haben sie jedoch die Schotenbildung vergessen“, beschreibt er die Lage. Thieleking geht davon aus, dass auf dem Familienbetrieb etliche Rapsbestände in Kürze umgepflügt werden und stattdessen Mais für die Biogasanlage gesät wird.

Doch nicht nur die Pflanzen auf den Feldern haben den Rückstand durch die Dauerfrost im März aufgeholt. Auch die Obstbäume in den Gärten sind innerhalb von wenigen Tagen erblüht und verblüht – zu schnell, als dass die Bienen alle Blüten hätten bestäuben konnten. Das berichtet Imker Dieter Adomeit aus Dollbergen, der seinen Honig auf dem Burgdorfer Wochenmarkt verkauft. Emsig am Sammeln von Nektar und Pollen sind auch die Bienen der Familie Mayer in der Weststadt. Sie seien derzeit auf den Rapsfeldern rund um Heeßel unterwegs, berichtet Susanne Mayer, deren Mann Florian Vorsitzender des Burgdorfer Imkervereins ist. „Die Rapsblüte hat für die Bienen und damit den Imker sehr große Bedeutung“, berichtet sie. „Denn Bienen fliegen dahin, wo sie viel von einer Sorte finden.“ Sonniges Wetter während der Blüte sei ideal, denn bei Regen blieben die Bienen im Stock. Sie freue sich schon jetzt auf den Rapshonig, der immer sehr gut schmecke, gesteht sie.

Von Anette Wulf-Dettmer

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