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Burgdorf Feldmark wird nicht zum Obstkorb
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Feldmark wird nicht zum Obstkorb
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00:16 04.11.2018
Die Stadt will keine Obstbäume an Feldwegen im großen Stil pflanzen. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig (Archiv)
Burgdorf

Die Feldmark um Burgdorf wird nicht zur Obstkammer. Jedenfalls haben es Rat und Verwaltung es strikt abgelehnt, an städtischen Feldwegen und auf Grünflächen Obstbäume im großen Stil zu pflanzen, damit Bürger sich später an den Früchten laben können.

Ratsherr Michael Fleischmann (Die Linke) hatte die Idee, dass die Stadt mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen könnte, wenn sie Obstbäume in die Feldmark pflanzt. Fledermäuse, Vögel, Bienen, Hornissen und Hummeln profitierten von den Bäumen, lautete ein Argument. Vom Fallobst lebten unter anderem der Siebenschläfer, Igel und Amseln. Obendrein könnten Bauern dann die Wegeränder nicht mehr widerrechtlich umpflügen. Die Bäume seien obendrein ein Schutz vor Bodenerosion. Der Ratsherr verwies auf Erfahrungen, die die Gemeinde Harsum bei Hildesheim mit Obstbäumen an städtischen Feldwegen gemacht habe. Dort würden die Obstbäume im Herbst für einen symbolischen Betrag an Einwohner vermietet, die dann ernten könnten. Dies würde gut angenommen.

Stadtverwaltung und Ratsmehrheit wollten davon nichts wissen. Laut Umweltsachbearbeiter gibt es bereits Obstbäume an städtischen Wegen, diese fristeten allerdings ein kümmerliches Dasein. Die Böden seien nun einmal sandig in der Region und daher für Obstbäume ungeeignet. Dies sehe auch der Naturschutzbund (Nabu) so, der deshalb von entsprechenden Pflanzungen abrate. Freilich unterhält der Nabu selbst zwei Streuobstwiesen in Lehrte und in Burgdorf, die er mithilfe der Bingo-Umweltstiftung angelegt hat und für die er bei Bürgern Baumpatenschaften einwirbt: „Wir sind mit der momentanen Entwicklung sehr zufrieden“, heißt es zum Burgdorfer Obst-Projekt auf der Nabu-Internetseite.

Über den Kronzeugen Nabu hinaus führte die Stadtverwaltung außerdem mögliche Kosten als Gegenargument ins Feld. Wolle die Stadt alle zur Verfügung stehenden Wege und Flächen mit Obstbäumen bepflanzen, käme man auf 481 Bäume. Allein das Anpflanzen schlage bei einer Vergabe an ein Unternehmen mit 620 Euro pro Baum zu Buche, sodass summa summarum fast 300.000 Euro fällig würden, und zwar ungeachtet der Kosten für Kontrolle und Pflege der Bäume in den Folgejahren. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir das erstmal an ein, zwei Wegen machen. Das wäre dann nicht so teuer geworden“, unternahm Fleischmann in der jüngsten Ratssitzung einen letzten Versuch, seine Ratskollegen zu überzeugen – ohne Erfolg.

Einzig der Sozialdemokrat Hans-Dieter Morich stimmte für Fleischmanns Antrag. Die überwältigende Mehrheit des Entscheidungsorgans lehnte diesen ab mit der Maßgabe, dass die Stadtverwaltung bei der Anlage sogenannter Kompensationsflächen in Zukunft prüfen soll, ob außer heimischen Hecken und Gehölzen womöglich auch Obstbäume gepflanzt werden können.

Von Joachim Dege

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