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Burgdorf Schützen feiern ihr 425. Fest mit Gästen
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Schützen feiern ihr 425. Fest mit Gästen
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00:45 15.06.2018
Kommandeur Rolf Hoppe präsentiert die Scheibe des Volkskönigs, die er gestiftet hat - sie zeigt das älteste Gebäude der Stadt. Quelle: privat
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Burgdorf

Seit 425 Jahren gehört das Schützenfest zum gesellschaftlichen Leben der Stadt – und seit jener Zeit fühlen sich die Mitglieder der Burgdorfer Schützengesellschaft einem Passus in ihrer Satzung besonders verpflichtet: Aufgabe des Vereins, heißt es darin, sei „das Schützen- und Brauchtum zu wahren“. Und deshalb richtet der älteste Verein der Stadt vom 21. bis 24. Juni sein traditionelles Volks- und Schützenfest aus.

Zugleich blickt die Schützengesellschaft auf ihre Geschichte zurück, die im Jahr 1593 begann. Seinerzeit trieben die jeweiligen Landesherren die Gründung von Schützenvereinen voran, die unweigerlich schon bald die entsprechenden Feste nach sich zogen. Als Grund nennt der Verein, dass Männer den Umgang mit Feuerwaffen üben sollten – damit sie im Bedarfsfall zur Landesverteidigung eingesetzt werden konnten. Auch wenn viele Dokumente bei dem Stadtbrand im Jahr 1809 zerstört wurden, anhand einiger Papiere lassen sich bestimmte Daten ermitteln.

So bezieht sich Anton Scholand in seinem Heft „Das Schützenwesen der Kreisstadt Burgdorf“ (1964) auf eine Rechnung von 1593, in der es heißt: „2 Gulden für eine ellen englisch want zu den Schütten gelage zu Burchtorff gegeben“. Schütten gelage stehe für Schützengelage, also Fest, lautet die Erklärung in der Vereinschronik. Zwölf Jahre später, im Jahr 1605 erteilte demnach der Herzog von Lüneburg der Stadt Burgdorf den Auftrag, der Schützengesellschaft eine sogenannte "Schützenwiese" anzuweisen, die von den jeweiligen Schützenkönigen genutzt werden sollte.

Aus dem Jahr 1651 stammt ein Dokument, das detailliert über den Ablauf des Schützengelages und des Königsschießen berichtet. Dabei wird ebenso von einem Marsch berichtet, der vom Rathaus zum Schießgelände führt, wie vom Bier-Verbot während des Schießens. Die Vereinschronisten gehen zudem davon aus, dass die Schützen zunächst während des Pfingstfestes feierten – später begann die Sause in der Woche nach Pfingsten. Und: Lange Zeit galt Vor dem Hannoverschen Tor als Veranstaltungsort. Die Schützenwiese samt Schützenhaus – auf dessen Areal sich heute die Stadtwerke befinden – war davon nicht weit entfernt.

Vorübergehend, von 1898 bis 1921, wurde im Bürgerpark – heute Föhrenkamp – gefeiert, berichten Dieter Heun und Heidi Rust in ihrer Reihe „Wissen Sie eigentlich ...? Geschichte(n) aus Burgdorf“. Demnach gab es auch Zeiten, in denen die hannoversche Regierung das Schützenfest sogar verbot – wegen „übermäßigen Gesöffs und allerhand Schlägereyen“. Seit 1950 feiern die Schützen auf dem Neuen Markt, der 1963 in Schützenplatz umbenannt wurde.

Und die Autoren beschreiben auch eine ungewöhnliche Pflicht für die Burgdorfer: Die Bürgerschaft war einst verpflichtet, am Schützenausmarsch teilzunehmen. Dem Umzug sollte so mehr Prunk verliehen werden. Jeweils die Hälfte aller Hauseigentümer und Mieter musste an einem der beiden Umzugstage mitmarschieren. Die Zuteilung war genau festgelegt und wechselte von Jahr zu Jahr. Ausnahmen gab es nur für Bürger, die „gebrechlich, lahm oder krank“ und älter als 60 Jahre alt waren. Wer sich vor dieser Pflicht drücken wollte, musste eine Strafe bezahlen. 1869 wurde der Ausmarschzwang von der Landdrosterei in Lüneburg aufgehoben.

Die Scheibe des Volkskönigs im Jubiläumsjahr hat erneut Kommandeur Rolf Hoppe gestiftet, sie zeigt das älteste Haus der Stadt: das Gebäude an der Kleinen Bahnhofstraße, das 1648 gebaut wurde. Noch laufen die Schießwettbewerbe um die Scheibe. Daran können Burgdorfer teilnehmen oder Menschen aus anderen Kommunen, die in Burgdorf arbeiten, älter als 18 Jahre und nicht Mitglied der Schützengesellschaft sind. Geschossen werden kann am Mittwoch und Donnerstag, 13. und 14. Juni, jeweils von 19.30 bis 22 Uhr, am Freitag, 15. Juni, von 16 bis 17.30 Uhr sowie von 19.30 bis 22 Uhr und am Sonntag, 17. Juni, von 10 bis 12.30 Uhr.

Schützen feiern fünf Tage lang

Mit einem internen Festakt beginnt bereits am Mittwoch, 20. Juni, das 425. Volks- und Schützenfest – ab Donnerstag feiern dann neben den Mitgliedern auch Gäste mit. So steht ab 15 Uhr der bunte Kindernachmittag im Festzelt auf dem Programm, ehe ab 17.30 Uhr der Spielmannszug der Burgdorfer Schützengesellschaft dort ein Platzkonzert gibt. Für 18.30 Uhr ist der Bierfassanstich geplant. Es folgen um 18.30 Uhr ein Platzkonzert des Hohner Rings (E-Center Weserstraße), der Wikinger (E-Center Uetzer Straße) und Fanfarenzug Thönse (Helenhof) sowie ab 19.30 Uhr vom Feuerwehrmusikzug Burgdorf-Hänigsen (Rathaus I). Nach einem Umzug beginnt um 22 Uhr die Party mit DJ Chris im Festzelt.

Am Freitag wecken sechs Böllerschüsse um 6 Uhr die Burgdorf, dann ziehen die Genreiter und das Weckkommando durch die Stadt. Um 8.45 Uhr treten die Schützen vor dem Rathaus I zum Festumzug an, der startet um 9.15 Uhr. Nach der Königsvesper (10.15 Uhr) im Festzelt beginnt um 12.30 Uhr das Königsschießen. Der Festball mit Peppermint Petty und DJ Chris steigt am 20 Uhr im Festzelt, eine Stunde später werden die Könige proklamiert. Ein Höhenfeuerwerk beendet um 22.45 Uhr den Tag.

Am Sonnabend werden von 9.30 bis 13 Uhr die Majestäten des Kreisschützenverbandes ermittelt, sie werden ab 14.30 Uhr im Festzelt proklamiert. Dort beginnt um 20 Uhr der Festball mit DJ Maik. Dort sorgt DJ Christ am Sonntag ab 18 Uhr für die richtige Stimmung, die Wikinger beenden das Fest dann um Mitternacht mit dem Schützenfestkehraus an der Marktstraße. bis

Von Antje Bismark

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