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Burgdorf Waldschule: Leiterin geht in den Ruhestand
Aus der Region Region Hannover Burgdorf Waldschule: Leiterin geht in den Ruhestand
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00:27 14.06.2018
Angelika Baum, Leiterin der Waldschule, verabschiedet sich mit den Sommerferien in den Ruhestand. Quelle: Antje Bismark
Ramlingen-Ehlershausen

Seit elf Jahren leitet Angelika Baum die Waldschule – nun verabschiedet sich die 63-Jährige in den Ruhestand. Ihr Rückblick auf das Schulleben fällt durchaus gemischt aus. So lobt sie den Zusammenhalt ihrer Kollegen und die Fröhlichkeit der Schüler gleichermaßen, sieht die wachsende Bürokratie aber durchaus kritisch.

„Geplant habe ich nie, Schulleiterin zu werden. Das hat sich so ergeben“, sagt Baum, die 1974 in Bremerhaven ihr Abitur ablegte und dann zunächst ein Semester lang in Duisburg studierte. Danach wechselte sie nach Hannover und blieb mit ihrer Familie der Landeshauptstadt und der Region bis heute treu. Denn inzwischen lebt Baum in Sorgensen, ihre berufliche Heimat fand sie nach der Elternzeit ihres Sohnes und ihrer Tochter sowie Zwischenstopps in Sehnde und Hämelerwald zunächst an der Grund- und Hauptschule an der Hannoverschen Neustadt. „Als ich mein Studium beendete, gab es die Lehrerschwemme, und nicht jeder bekam eine Stelle“, sagt Baum und zieht einen Vergleich zur heutigen Situation, in der Lehrer gesucht werden.

Mit ihrem Wechsel nach Burgdorf begann die Pädagogin erstmals, übergreifende Aufgaben zu übernehmen. „Seinerzeit gab es die Grundschüler und die Hauptschüler, die aber zwischendrin noch zur Orientierungsstufe gingen“, erinnert sie sich und spricht von einer unbefriedigenden Situation, weshalb die Lehrer der unteren und der oberen Jahrgänge getrennte Konferenzen durchführten und ihre Planungen intern abstimmten. „Dabei konnte ich meine Fähigkeiten gut einsetzen“, sagt die 63-Jährige. Sie ließ sich ab dem Jahr 2001 als Beratungslehrerin ausbilden, doch mit dieser Qualifikation war sie allein an der Schule. „Deshalb wurden meine Versetzungsgesuche an andere Schulen immer wieder abgelehnt.“

Dann habe sich mit der Schulleiterstelle an der Waldschule eine Chance ergeben, die sie genutzt haben. „Und die ich bis heute nicht bereut habe“, sagt Baum – und dies, obwohl zunehmend die administrativen Aufgaben die pädagogische Arbeit erschwerten. „In den vergangenen Jahren hat sich Schule grundlegend gewandelt“, lautet ein Fazit, bezogen auf die Verlässliche Grundschule, die Ganztagsschule, Dokumentationen, Methodenkonzepte oder neue Kerncurricula. „Wir sind eine kleine Schule mit sechs Kollegen und können das nicht arbeitsteilig lösen“, sagt Baum und fügt hinzu, das gelte auch für die Inklusion. „Wir brauchen an jeder Schule einen Förderlehrer.“

Geändert hätten sich mit den Jahren aber auch die Schüler: „Sie werden von klein auf zu individuellen Persönlichkeiten erzogen, damit gestaltet sich der Unterricht schwieriger.“ Baum bezieht das auf die Fähigkeiten, Bedürfnisse, Lerndefizite und das Verhalten: „Der Idealismus der Lehrer wird dafür benötigt.“ Gerade weil der Alltag zunehmend belasteter werde, benötigten Lehrer eine Auszeit: „Ein Lehrer muss nicht Mitglied in einer WhatsApp-Gruppe sein oder nachts noch Mails beantworten“, sagt sie mit Blick auf die Fürsorgepflicht.

Angesichts der Bürokratie sei sie durchaus froh, dass sie nicht mehr jede Entscheidung treffen müsse: „Aber der Abschied fällt mir schon schwer.“ Denn sie habe in den vergangenen Jahren das Schulleben mitgeprägt, sei es beim Umgang der Kollegen und Schüler oder beim bunten Mittwoch vor den Ferien oder bei der Schulhofgestaltung. Ihrem Nachfolger wünscht sie mehr Ressourcen für die Administration, Entlastung bei der Inklusion und weniger Dokumentationspflichten. Ihren Schülern wünscht sie, dass sie so fröhlich bleiben. Baum wird dies aus Distanz beobachten, denn mit ihrem Mann will sie Touren mit dem Wohnmobil unternehmen. „Endlich einmal außerhalb der Ferien.“

Von Antje Bismark

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