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Burgwedel Der Frühling zieht ins A2-Center ein
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00:16 02.01.2019
Blitzblank in den Frühling: Tischler Ivan Tsyganash beseitigt mit dem Staubsauger die letzten Tannennadeln der Weihnachtsdeko. Quelle: Patricia Chadde
Altwarmbüchen

Weihnachten ist gerade einmal drei Tage her, aber im A2-Center zieht bereits der Frühling ein: Während die Mitarbeiter der Hamburger Tischlerei Carsten Schreiner im Erdgeschoss am Sonnabend die vier Weihnachtsbuden demontierten und letzte Tannennadeln wegsaugten, steckten ein paar Meter weiter schon Tulpen ihre Köpfe aus den Blumentöpfen. Die Weihnachtsdekoration des Einkauf-Centers, 2017 neu angeschafft, wird in den nächsten Tagen ganz gänzlich verschwinden und zurück ins Lager wandern. Auch in vielen Auslagen sind Tannenbäume, Sterne und Weihnachtsmänner nicht mehr anzutreffen. Dafür können echte Weihnachtsfans jetzt so manches Schnäppchen machen: Gebäck und saisonale Süßigkeiten gibts derzeit mit sattem Preisabschlag. Und das ist uns – bei unserem Bummel durch das A2-Center –noch aufgefallen:

Daniela Wagner vom mobilen Blumenstand im A2-Center war klar, was ihre Kunden zum Jahreswechsel wünschten: „Nach Weihnachten schalten die Leute sofort um“, berichtete die Floristin. Sie hatte Schalen mit Hyazinthen vorbereitet und jede Menge Frühblüher ins Sortiment genommen. Passend zum Jahreswechsel gab es außerdem Glücksklee im Schweinchentopf ebenso wie Schornsteinfegerpuppen, die als Glückssymbol Primeltopf oder vierblättrigen Klee dekorierten.

Im Erdgeschoss des A2-Centers waren die acht Mitarbeiter der Bäckerei im Stress. Viele Besucher kamen gleich Sonnabend früh ins Einkaufszentrum. Morgens findet sich noch leichter ein Parkplatz direkt vor der Tür und für das gesellige Frühstück sind ebenfalls noch genügend Tische frei. Während hinter dem Tresen im Akkord Brötchen geschmiert, Kaffee gekocht und Rührei zubereitet wurde, lautete das Motto der Kundschaft „nur keine Hektik“. Freundesgruppen und Familien begannen den Tag ganz entspannt mit einem Genießer-Frühstück und nahmen sich auch für den anschließend Bummel Einkaufszentrum viel Zeit.

Frühstücksangebote gäbe es noch woanders, aber Fachgeschäft sind mancherorts rar geworden. „Leider hat unsere Stadt kein Spielwarengeschäft mehr“, bedauerte Marion Hell aus Seelze. Mit Ehemann Joachim und den beiden Töchtern fuhr die Familie rund 30 Kilometer nach Altwarmbüchen. „Wir wollen Silvester nicht vor dem Fernseher sitzen, sondern lieber zusammen spielen“, berichtete Joachim Hell vom gemeinsamen Plan. Die einhellige Wahl fiel auf ein klassisches Roulette sowie auf das Gesellschaftsspiel „Nicht ja, nicht nein“. Andere Kunden interessierten sich dagegen für das aktuelle Gesellschaftsspiel des Jahres namens „Azul“, was zu den Verkaufsschlagern zählte, wie eine Mitarbeiterin des Spielzeugparadieses berichtete. Reklamationen waren übrigens nur selten Thema. „Viele Kunden wussten genau, was sie wollten. Außerdem beraten wir umfassend, weshalb eher selten etwas zurückgebracht wird“, wie die Fachhändlerin erläuterte.

Bei Kindern war die Ritterburg von Playmobil besonders begehrt. Der dreijährige Tim hatte seine Burg zwar erst fünf Tage nach Heilig Abend bekommen, dafür durfte er sich den großen Pappkarton selbst aussuchen. Während Mama und Oma gemütlich einen Kaffee tranken saß das Kind ganz beseelt mit seiner Gabe im Einkaufswagen und betrachtete schon mal die bunten Ritterfiguren und das umfangreiche Zubehör.

Supermarktkunden strebten vor allem an die Frischetheken mit Fleisch, Käse, Fisch, Obst und Gemüse. Auch hier war Weihnachten kein Thema mehr. Statt dessen wurden Leckereien für die Silvesterparty eingekauft. Außerdem landeten Schweinchen und Glücksklee aus Marzipan ebenso wie Bleiguss-Sets im Einkaufswagen. Schrieb die Tageszeitung morgens noch von der Zurückhaltung beim Feuerwerkseinkauf, war davon in Altwarmbüchen nichts zu spüren. „Die Leute haben richtig Lust zu böllern“, berichtete ein Mitarbeiter des Marktes, den die Pyrotechnikbegeisterung seiner Kunden erstaunte.

Der Gutscheinhändler, der Parabelflüge für 16.000 Euro oder eine Sex & Crime Tour durch St. Pauli für einen zweistelligen Betrag offerierte, hatte Sonnabend nicht viel zu tun. Hier noch eine Städtereise oder ein Dankeset mit 70 verschiedenen Möglichkeiten, doch das Hauptgeschäft war bis Heuilig Abend gelaufen. Kein Problem für den jungen Mann, denn Reklamationen gab es Sonnabend ebenso wenig, wie Kunden.

Das sah in der Parfümerie ganz anders aus. Wer dort vor Weihnachten eingekauft hatte, bekam einen 20 Prozent Gutschein geschenkt, der bis zum Jahresende gültig bleibt. Ob Geschenk- oder Rabattgutschein, vor allem den Damen stand der Sinn nach einem neuen Duft. Die Favoriten hießen „Mademoiselle Coco“, „Si“ (Ja) oder „La vie est belle“ (Das Leben ist schön) und betörten mit blumigen, pudrigen Noten –auch hier ist winterlicher Karamellduft a la „Candy“ nicht mehr gefragt und das Frühjahr in Sicht beziehungsweise in der Nase.

Gegenüber der Parfumerie lockte Enrico Bertolucci s Pizzeria „Das süße Leben“ beziehungsweise „La Dolce Vita“, wo sich Familien zum Eis-, Pizza- oder Pasta schlemmen trafen. Ob süßes oder schönes Leben, für Elvira Jewtechov wird 2019 dufte. Die einen fanden die Besucher des A2-Centers entspannt, ein Sicherheitsmitarbeiter hatte dagegen eine andere Vermutung: „man merkt, dass die Leute kein Geld mehr haben“, befand er und hatte ein besonders scharfes Auge auf den Elektronikmarkt, wo die neue CD der französischen Sängerin Zaz mit schwungvollen Songs zu den Bestsellern zählte.

Von Patricia Chadde

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