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Burgwedel Verstoß gegen Kontaktverbot kostet Tausende Euros
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Verstoß gegen Kontaktverbot kostet Tausende Euros
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00:26 30.03.2018
Die Göttin der Gerechtigkeit Justitia mit Waage und Richtschwer. Quelle: picture-alliance/ dpa
Altwarmbüchen/Burgwedel

 Sie kommen ihn teuer zu stehen: der Akku-Schrauber und die Werkzeugkiste, die ein 55-Jähriger unbedingt zurück haben wollte von seiner früheren Vermieterin und Freundin. Weil die 61-jährige Altwarmbüchenerin nach seinem Auszug ein Annäherungsverbot gegen ihn erwirkt hatte, machte der Mann sich mit jeder Verletzung des gerichtlich angeordneten Bannkreises strafbar. Seinen Widerspruch gegen einen Strafbefehl  über 2.250 Euro hat das Amtsgericht Burgwedel jetzt abgewiesen.

Ein erster Strafbefehl der Staatsanwaltschaft über 1.500 Euro hatte den Mann nicht zur Vernunft gebracht. Die neuerliche Missachtung des Kontaktverbotes war nur die Fortsetzung. Welche Art von Aggression oder Stalking der Grund gewesen war, ihn auf der Basis des Gewaltschutzgesetzes aus der Nähe seines Opfers zu verbannen, kam in der Verhandlung gar nicht zur Sprache.

Aber den 55-Jährigen trieben nach eigener Aussage weder Rache noch ein Rest von Zuneigung. „Es besteht keine emotionale Bindung mehr“, versicherte der schnauzbärtige Mann auf der Anklagebank dem Amtsrichter. Vielmehr war der Handwerker, der häufig auf Montage unterwegs ist, besessen von der Idee,  sein Werkzeug abholen zu müssen. Sein Pech, dass in der kleinen Wohnstraße in Altwarmbüchen das Kontaktverbot jedermann bestens bekannt war. So protokollierte die Nachbarschaft stets brav, wenn der Mercedes des 55-Jährigen mal wieder auftauchte. Allein in der zweiten Junihälfte 2017 war dies insgesamt vier Mal der Fall. Erklärungsversuche des Hannoveraners, warum seine Fahrten gar nicht der Wohnadresse der 61-Jährigen gegolten hätten, erwiesen sich vor Gericht als reine Schutzbehauptungen. 

Witzig war die Stalker-hafte Hartnäckigkeit des Handwerkers für die Altwarmbüchenerin ganz und gar nicht. Das Schloss ihres Hauses hatte sie schon austauschen lassen. „Er kam immer aus irgend einem anderen Grund“, sagte die gelernte Krankenschwester als Zeugin aus. Mal sei es die Waschmaschine, mal sei es das Werkzeug gewesen. Dabei habe er bei seinem Auszug „nichts als Müll und Dreck“ hinterlassen. „Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass endlich Ruhe einkehrt“ – das kam ganz tief vom Herzen der 61-Jährigen.

Für Siebrecht war es harte Arbeit, den Handwerker davon zu überzeugen, dass er nun endlich von seinen vermeintlichen Ansprüchen ablassen müsse, wenn er sich nicht noch tiefer reinreiten wolle. Was den 55-Jährigen nicht daran hinter, Siebrechts Urteilsbegründung zu unterbrechen. Die Altwarmbüchenerin habe ja auch noch einen Zweitschlüssel seines Mercedes.  Da blieb dem Amtsrichter nichts übrig, als Tacheles zu reden:  „Wenn Ihnen noch was einfällt, vergessen Sie es! Sonst reicht eines Tages eine Geldstrafe nicht mehr.“

Von Martin Lauber

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