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Burgwedel Mildes Urteil nach schwerem Unfall auf A 37
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Mildes Urteil nach schwerem Unfall auf A 37
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11:27 10.08.2018
Im März setzte der Fahrer seine Corvette unter die Mittelleitplanke - bei dem Unfall hatten die Insassen ausgesprochenes Glück. Quelle: Foto:Christian Elsner HAZ / NP
Kirchhorst/Burgwedel

Selbst erfahrenste Retter konnten es kaum fassen, dass in diesem Sportwagen-Wrack, das unter der hüfthohen Mittelleitplanke der Moorautobahn klemmte, beide Insassen überlebt hatten, ja sogar nur mit ein paar Schrammen davon gekommen waren. Der Unfall hatte jetzt ein Nachspiel vor dem Amtsgericht Burgwedel.

Aus Richtung Celle kommend, hatte der 22-jährige Sportwagenfahrer in Höhe des Autobahnkreuzes Hannover-Kirchhorst bei drei Grad Celsius auf regennasser Straße die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Die weiße Corvette touchierte eine Leitplanke auf der rechten Seite und schleuderte anschließend quer über alle Fahrstreifen der Autobahn, ehe der Wagen eingeklemmt unter der Mittellschutzplanke zum Stehen kam.

Seinen Führerschein hatte der junge Mann am Steuer an jenem 27. März gerade mal seit zwei Monaten wieder, nachdem er ihn wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verloren hatte. Zu mehr Vorsicht beim Fahren verleitete ihn dieser Umstand allerdings nicht: Wegen fahrlässiger Körperverletzung zu Lasten seines 21-jährigen Beifahrers schickte ihm die Staatsanwaltschaft Hannover darum einen Strafbefehl über 1400 Euro plus einen Monat Fahrverbot.

Der 22-Jährige legte Einspruch dagegen ein, so kam es zur Gerichtsverhandlung. „Die Strafe ist ein Geschenk“, angesichts der Schwere des Unfalls mit Totalschaden sei sie sogar ausgesprochen mild, befand Amtsrichter Michael Siebrecht. Akzeptieren wollte der junge Mann, der am Steuer der 450 PS starken Corvette saß, sie trotzdem nicht. Er sei mittlerweile arbeitslos, die 20 Tagessätze zu je 70 Euro seien für ihn zu hoch, außerdem wolle er das Fahrverbot umgehen.

Einsicht zeigte der 22-Jährige nicht: „Unangepasste Geschwindigkeit“, wie es ihm vorgeworfen werde, habe nicht zum Umfall geführt. In dem Bereich sei Tempo 100 erlaubt gewesen. „Das Auto hat halt etwas mehr Leistung, und ich habe zu viel Gas gegeben“, verteidigte sich der Sportwagen-Besitzer. Überhaupt sah es sich durch den Verlust seines Autos und den Unfall selbst schon genug bestraft.

Siebrecht konnte über das Verhalten des Beschuldigten indes nur den Kopf schütteln. „Wenn so ein Unfall passiert und kein technischer Fehler am Auto vorliegt, dann kann die Fahrweise nur fahrlässig gewesen sein“, erklärte er. Anderen Autofahrern sei Ähnliches schließlich an dem Tag und der Stelle nicht geschehen. Der Richter redete dem jungen Mann gut zu, den Strafbefehl zu akzeptieren. „Wer da lebend wieder heraus kommt, hat wirklich Glück gehabt“, sagte er.

Eine noch mildere Strafe schloss er auch angesichts der Vorstrafe aus. Schließlich einigte man sich auf einen Deal: Die Geldstrafe darf der 22-Jährige in Raten zahlen (zuzüglich der Gerichts- und Anwaltskosten), auch den Führerschein musste nicht wie sonst üblich sofort abgeben. Im Gegenzug versicherte sein Verteidigter, bis zum September den Einspruch zurückzunehmen. So gilt das einmonatige Fahrverbot erst zu einem späteren Zeitpunkt. Alles andere wäre für ihn auch recht unglücklich gewesen: Der Beschuldigte kam mit dem eigenen Auto zum Amtsgericht.

Von Elena Everding

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