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Burgwedel Skurriler Streit um Wildschäden
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00:15 01.06.2017
Von Frank Walter
Vor dem Amtsgericht wurde jetzt ein skurriler Streit um Wildschäden verhandelt. Quelle: Frank Walter
Burgwedel

Angeklagt war ein 64-jähriger Landwirt aus Burgwedel wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und mehrfachen Hausfriedensbruchs. Er soll eine kleine Glasflasche in Richtung eines Jagdpächters und dessen Frau geworfen haben, wobei das Wurfgeschoss die Köpfe nur knapp verfehlt habe. Außerdem soll er laut Anklage trotz eines Betretungsverbotes mehrfach aufs Grundstück des Ehepaares gegangen, dort Müll und ein übelst stinkendes Wildvergrämungsmittel verteilt und die Zufahrt mit einem Rundballen Stroh blockiert haben. Die meisten Vorwürfe wies der Verteidiger des Landwirtes zurück, auch den der versuchten Körperverletzung: Sein Mandant habe dem Jagdpächter die Flasche mit dem Wildvergrämungsmittel lediglich zugeworfen und keineswegs versucht, ihn zu treffen.

Nicht auf der Anklagebank saßen die Wildschweine, an deren Treiben sich der Streit zwischen Bauer und Jäger vor Jahren entzündet hatte. Die Schweine folgen nur ihrer Natur, wenn sie Wiesen umgraben, um sich Käfer und Würmer schmecken zu lassen. Auch vor der Wiese des Landwirtes machen die Schwarzkittel nicht halt, der Ausgleich der Wildschäden ist Sache des Jagdpächters – wie auch Maßnahmen, um die Wildschweine künftig von der Wiese fernzuhalten.

Mittel der Wahl des älteren Jagdpächters waren Kartoffelsäcke mit Haaren, ein alter Jägertrick: Die Haare, die Frisöre sonst wegwerfen, verströmen menschlichen Geruch, was den Tieren meist nicht recht ins Konzept passt. Doch Burgwedeler Wildschweine scheinen abgebrühter: Es habe „nur leidlich funktioniert“, berichtete der Anwalt des Landwirtes. Stattdessen seien die Säcke immer wieder am Stacheldraht aufgerissen, die Haare hätten sich auf der Kuhwiese verteilt – das sei der Grund für den Streit. Dass dieser eskalierte, habe wohl an den Persönlichkeiten der beiden Kontrahenten gelegen: „Da treffen sich zwei Leute mit stabilen Köpfen.“

Die Schwiegertochter des Jagdpächters, als Zuhörerin im Saal, sah die Schuld hingegen eindeutig auf der Seite des angeklagten Landwirtes: Keineswegs sei es so, dass die Säcke am Stacheldraht aufrissen. Der Landwirt werfe sie in die Büsche. Seine Attacke mit dem Buttersäure-haltigen Wildvergrämungsmittel auf das Grundstück hingegen habe heftige Folgen gehabt. „Das stinkt bestialisch.“ Sie selbst habe drei Paar Schuhe weggeworfen, auch habe man die Erde dort austauschen müssen. Die Attacke sei per Wildkamera dokumentiert. Zudem habe der Landwirt einen Kartoffelsack durch Rinderkot gezogen und ihrem Schwiegervater aufs Auto gelegt.

Letztlich forderte Amtsrichter Michael Siebrecht den angeklagten Landwirt mit deutlichen Worten auf, sich einer Lösung gegenüber offen zu zeigen, statt weiter zu versuchen, seinen „Dickkopf“ durchzusetzen und dafür ein Urteil zu kassieren. Dieser stimmte zähneknirschend zu, woraufhin das Verfahren gegen Zahlung von 500 Euro an die SOS-Kinderdörfer eingestellt wurde.

Vorher diktierte der Richter jedoch noch eine zivilrechtliche Vereinbarung ins Protokoll, „was wir sonst in Strafprozessen nicht machen“: Der Landwirt muss künftig regelmäßig auf eigene Kosten dem Jagdpächter das Wildvergrämungsmittel liefern, das nach Meinung von Fachleuten deutlich wirksamer sein soll als Kartoffelsäcke mit Menschenhaaren. Aufgabe des Jagdpächters wird es sein, die Behälter mit dem Mittel an der Wiese regelmäßig auszutauschen, damit die Wildschweine sich ihr Futter anderswo suchen. Gültig ist die Vereinbarung bis zum Ende der Pachtzeit in einigen Jahren – „und ich hoffe, dass jetzt Ruhe einkehrt“, schloss der Richter die Verhandlung.

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