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Burgwedel Die Burgwedeler werden immer weniger
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Die Burgwedeler werden immer weniger
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16:03 07.11.2018
Der Anteil der Älteren Menschen in Burgwedel stetig an. Quelle: dpa
Großburgwedel

Wie das kleine gallische Dorf bei Asterix und Obelix den Römern trotzt, so widersetzt sich Oldhorst einem ganzen Trend – zumindest in der Bevölkerungsstatistik der Region Hannover. Dort hebt die Behörde das kleine Dorf als den einzigen Burgwedeler Ortsteil hervor, der zumindest im ersten Quartal 2017 nicht unter einem Bevölkerungsrückgang zu leiden hatte. Diese Zahlen präsentierte die Erste Stadträtin Christiane Concilio am Dienstagabend im Ausschuss für Demografie, Soziales und Kultur. Und sie hatte noch eine weitere Nachricht im Gepäck, die zumindest nachdenklich macht. Burgwedel laufen die jungen Menschen davon, und der Altersdurchschnitt der Bevölkerung liegt fast nirgends in der Region höher als in Burgwedel.

Während die Einwohnerzahl in der Region zwischen 2001 und 2016 um 60.000 Menschen anwuchs, verlor Burgwedel im Vergleichszeitraum rund 200 Einwohner. Ende 2016 lebten 21689 Menschen in Großburgwedel und den anderen sechs Ortsteilen. Nur bei der älteren Bevölkerung prognostiziert die Region einen Zuwachs. Der Anteil der Burgwedeler, die 85 Jahre und älter sind, wird bis zum Jahr 2025 verglichen mit 2014 um 96 Prozent ansteigen. Für die gesamte Region Hannover rechnet die Behörde hingegen mit einem Zuwachs um 78,5 Prozent.

Bei den Ausschussmitgliedern hinterließen diese Zahlen durchaus nachdenkliche Mienen. Und dann begaben sie sich auf die Suche nach den möglichen Gründen. „Nach der Ausbildung verlassen viele junge Menschen den Ort und kommen dann oft erst im Alter zurück“, vermutete FDP-Ausschussmitglied Isa Huelsz den Grund hinter den sinkenden Bevölkerungszahlen. Erwin Fette, ihr Kollege von den Grünen, sah die Ursache eher im Burgwedeler Wohnungsangebot. Er sagte: „Die Mieten sind zu hoch, und das Angebot an bezahlbarem Wohnraum für junge Leute ist knapp. Das hilft nicht unbedingt, Menschen in Burgwedel zu halten.“ Der SPD-Ratspolitiker Bedri Özdemir vermisste zudem Angebote für junge Menschen im Ort: „Wir müssen uns fragen, ob nicht Kneipen oder beispielsweise eine Diskothek in Großburgwedel fehlen.“ Und sein CDU-Kollege Michael Kranz sah in dem „katastrophalen Bahnanschluss Burgwedels an Hannover“ einen weiteren der möglichen Gründe.

Für die Verwaltung, aber auch an die Adresse der Politik gerichtet, hatte Concillio dann auch noch eine Botschaft parat: „Wir werden alle schön alt. Da müssen wir uns nun auch alle zusammen als Kommune Gedanken machen.“

Und genau das werden die Mitglieder des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses am Donnerstagabend in ihrer Sitzung tun. Sie debattieren unter anderem darüber, ob beziehungsweise wie man über die Schaffung günstigen Wohnraums in Burgwedel Einfluss auf die Altersstruktur in der Stadt nehmen kann. Die Kommunalpolitiker treffen sich um 18.30 Uhr im Sitzungszimmer des Großburgwedeler Rathauses. Ob dann allerdings der Oldhorster Brauch – bei der Geburt eines Kindes im Dorf eine Fahne zu hissen – eine der möglichen Lösungen für die Burgwedel Probleme sein könnte, dass bleibt abzuwarten.

Von Thomas Oberdorfer

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