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Burgwedel Chirurg operiert Weltrekordler am Knie
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00:19 05.11.2018
Wladyslaw Kozakiewicz, Olympiasieger im Stabhochspringen (Bild Mitte) bedankt sich bei Chefarzt Achim Elsen (links) und Facharzt Thomas Seifert für die erfolgreiche Operation an seinem Knie. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

Acht Tage nach der Operation steht der ehemalige Leistungssportler wieder auf eigenen Beinen. Noch braucht Wladislaw Kozakiewicz zwei Gehhilfen, um das neue, künstliche Kniegelenk zu schonen. „Es ist alles super gelaufen“, freute sich der frühere polnische Stabhochspringer, der mittlerweile auch den deutschen Pass besitzt über den erfolgreichen Verlauf seiner Operation am Großburgwedeler Krankenhaus.

Der Eingriff ist normalerweise für Chefarzt Achim Elsen sowie seinen Kollegen, Oberarzt Thomas Seifert reine Routine. Rund 150 künstliche Kniegelenke setzt das Team jährlich ein. Aber: „Einen Olympiasieger und Weltrekordler operiere ich doch nicht jeden Tag – das ist schon etwas besonderes“, sagte Elsen. Und sein Patient kann eine Reihe sportlicher Erfolge aufweisen: Kozakiewicz gewann 1980 bei den Olympischen Spielen in Moskau die Goldmedaille. Zudem hielt er damals mit einer Höhe übersprungenen Höhe von 5,78 Metern den Weltrekord.

Wladyslaw Kozakiewicz schafft bei Olympia 1980 in Moskau den Sieg und einen neuen Weltrekord von 5,78 Metern. Wegen der Pfiffe des Publikums revanchiert er sich mit einer geballten Faust. Quelle: privat

Aus dieser Zeit stammen seine Beschwerden am Knie. Richtig schmerzhaft wurde es aber erst jetzt, als auch noch sein Schienbein knapp unter dem Knie brach. „Das war dann schließlich der Anlass, das Kniegelenk austauschen zu lassen“, sagt der 64-Jährige. Jeder Leistungssportler habe irgendwann Probleme, ob etwa an der Schulter oder am Knie. Das sei reine Abnutzung. „Das ist so, wenn ein Auto in die Jahre kommt und die Bremsen erneuert werden“, vergleicht der Olympiasieger die Operation mit einem Werkstattbesuch.

Bei der Recherche nach einem Arzt, respektive einer guten Klinik, wurde Kozakiewicz schnell fündig. Seine Frau Anna gab ihm den entscheidenden Tipp. Als Krankengymnastin mit einer eigenen Physiotherapie-Praxis in Bissendorf, machte sie ihn auf das Krankenhaus in Großburgwedel aufmerksam. „Meine Frau hat nur Gutes über die Patienten aus Großburgwedel berichtet, die bei ihr im Anschluss eine Reha machten“, erzählt der 1,87 Meter große Mann, der wegen der deutschen Abstammung seiner Frau 1985 neben der polnischen auch die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen hat. „Der gute Ruf der Klinik ist ein entscheidendes Argument gewesen“, sagt Kozakiewicz. Deshalb hatte der Ex-Sportler nicht lange gezögert und dem Chefarzt eine E-Mail geschickt – und hatte eine schnelle Antwort erhalten. „Nach der Vorstellung im Krankenhaus haben wir gleich einen passenden Termin gefunden“, berichtet der heutige Sportlehrer, der an der christlichen Christophorusschule in Elze arbeitet.

Den Stab für den Hochsprung hat Kozakiewicz übrigens seit 28 Jahren nicht mehr in der Hand gehalten. Fit hält sich der ehemalige Leistungssportler auf dem Golfplatz, im Fitness-Studio, mit Hanteln oder am heimischen Rudergerät. „Damit erhalte ich meine Kondition, ohne die Knochen zu belasten“, sagt Kozakiewicz. In guter körperlicher Verfassung will er nach wie vor bleiben. Denn, „in einigen Monaten soll dann das linke Knie operiert werden.“

Geballte Faust gegen Pfiffe des Publikums

Wladyslaw Kozakiewicz sprang 1973 mit 5, 32 Metern erstmals den polnischen Landesrekord. Ein Jahr später gewann er die Silbermedaille. Dann ging die Leistung des 1,87 Meter großen Polen stetig bergauf. 1975 gelang Kozakiewicz ein Europarekord mit 5,60 Metern. Es folgten die Siege 1977 und 1979 bei den Hallen-Europameisterschaften und der Weltrekord im Juni 1980 in Höhe mit 5,72 Metern. Sein größter Erfolg war die Goldmedaille bei Olympia 1980 in Moskau und der neue Weltrekord von 5,78 Metern. Der Wettkampf am 30. Juli 1980 ging in die Geschichte des Stabhochsprungs ein. Weil im gleichen Jahr die Streikbewegung der polnischen Gewerkschaft „Solidarität“ entstand, versuchte das russische Publikum während des etwa vier Stunden dauernden Wettkampfs den Polen mit Pfiffen und Buhrufen aus der Ruhe zu bringen. „Ich bin der einzige Weltrekordler, der statt Applaus Pfiffe erhielt“, erinnert sich der Ex-Stabhochspringer. Er revanchierte sich beim Publikum mit der bis heute in Polen bekannten Kozakiewicz-Geste: Er richtete seine Faust in Richtung Zuschauer und schlug sich mit der linken Hand auf den Oberarm. Das Bild ging danach um die Welt und Kozakiewicz wurde zum Sportler des Jahres 1980 gewählt – was ein weiteres Zeichen für die gewonnene Freiheit war.

1985 emigrierte Kozakiewicz nach Deutschland. Er startete dann für den Turn Klubb Hannover und hielt bis 1988 den Deutschen Rekord. jar

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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