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Burgwedel Laub in die Gosse? Nein, sagt der Bauhof
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Laub in die Gosse? Nein, sagt der Bauhof
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00:16 16.07.2018
Ina Rohde (68) fegt, Renate Voges (85) kann das gar nicht mehr. Quelle: Martin Lauber
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Engensen

Laubfegen mitten im Sommer? „Ich bin ja hart im Nehmen“, sagt Ina Rohde, „aber das hier ist einfach zu viel.“ Mit dem breiten Rechen bewegt die Engenserin, die gerade ein neues Kniegelenk bekommen hat, mal wieder Berge gelb-gewordener trockener Lindenblütenblätter Meter für Meter vom Bordstein in die Gosse des Sonnenweges. „Wir bezahlen ja schließlich Straßenreinigungsgebühren.“

Die Quelle ihres Ärgers steht in in langer Reihe auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf städtischem Grün. „Da hätte man jede zweite Linde weglassen können“, findet die 68-Jährige. Erst deren klebrigen Pollen im Frühjahr, jetzt die Blütenblätter, und das richtig viele Laub komme ja erst noch. „Auch anders beschnitten hätten die werden müssen“, pflichtet Rohdes Nachbarin Renate Voges ihr bei. Engensens frühere Posthalterin kann nicht mehr selbst an gegen das „sehr reichliche Laub“. Ohne ihren Mieter, berichtet die 85-Jährige, wäre sie verloren. Der füllt die Bioabfallsäcke, die sie schon jetzt fürs Lindenlaub kaufen muss. „Das geht alles von meinem Taschengeld ab“, sagt sie.

Derartiges Lamento ist Martin Riessler nicht fremd – nur normalerweise nicht im Sommer. Im Herbst, sobald die Blätter in Massen fallen und der Bauhof kaum nachkommt, stehe das Telefon auf seinem Schreibtisch nicht still, berichtet Burgwedels Bauhof-Chef. „Dann wollen viele Leute, dass wir Laubhaufen bei ihnen abholen.“ Auch das Argument ,Ich bin so alt, ich kann das nicht mehr’ bekomme er häufig zu hören. Die Klagen vom Sonnenweg seien ebebnso repräsentativ wie der Hinweis auf die gezahlten Gebühren. Dabei seien 1,20 Euro pro laufender Meter und Jahr, findet Riessler, auch ohne Laubservice nicht gerade übertrieben.

Der Bauhofleiter spricht Klartext: Das Lindenlaub in der Gosse des Sonnenweges gehöre dort nicht hin – im Sommer ebenso wenig wie im Herbst. „Nach unserer Straßenreinigungssatzung ist das eine Ordnungswidrigkeit.“ Grundstückseigentümer seien nach Paragraph 3 verpflichtet, den Gehweg zu reinigen und das Laub selbst zu entsorgen. Der Fahrer des städtischen Kehrwagens habe deshalb die klare Anweisung von ihm, „drumherum zu fahren“, wenn Gehweg und Privatgrundstück „sauber geleckt“ sind, die Gosse aber voller Blätter ist. Vergangenen Herbst hatte Riessler demonstrativ einen riesigen Blätterberg am Lahberg liegen lassen und ein Schild daneben aufgestellt: „Wer Informationen zur Herkunft dieses Laubhaufens hat, wird gebeten, sich baldmöglichst zu melden.“

Auf Krawall gebürstet ist er dabei ganz und gar nicht. Finanziell geahndet habe die Stadt bisher noch keine Laub-Owi. Und sie helfe in begründeten Einzelfällen auch schon mal mit einer Extra-Fuhre, wenn dies vorher abgesprochen werde. Aber Ausnahmen von der Reinigungspflicht könne es nicht geben. „Jeder Einzelne wäre nicht das Problem“, so Riessler. Werde Laub aber gehäuft über die Kehrmaschine entsorgt, „dann ist sie schneller voll und dann schafft ihre Runde nicht“.

Von Martin Lauber

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