Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Burgwedel Unpünktliche Eltern riskieren rote Kita-Karte
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Unpünktliche Eltern riskieren rote Kita-Karte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:04 03.06.2018
Bisweilen müssen Erzieherinnen über ihren Feierabend hinaus in der Kita mit den Kindern ausharren, die nicht pünktlich abgeholt worden sind. Quelle: picture alliance / dpa (Symbolbild)
Anzeige
Burgwedel

“Wir müssen auch mal reagieren können“, sagt Burgwedels Erste Stadträtin Christiane Concilio. Reagieren, wenn alle Mahnungen des Kita-Personals auf stumme Ohren stoßen. Deshalb bittet die Stadtverwaltung die Ratsgremien darum, im Paragraph 5 der Satzung über die Benutzung von Tageseinrichtung die Voraussetzungen für einen „Ausschluss vom Besuch einer Tageseinrichtung“ zu verschärfen. Ein Ausschluss soll künftig Kindern von Erziehungsberechtigten drohen, die „trotz Aufforderung wiederholt die Öffnungszeiten missachten“. Hintergrund sind Personalknappheit und Überstundenberge, zu denen auch chronisch verspätete Eltern beitragen.

Ob Pestalozzi-Stifung oder St. Petri: Das Thema Ausschluss vom Kita-Besuch beschäftigt beide Träger eigentlich eher bei ansteckenden Krankheiten. Oder wenn Eltern beispielsweise bei gesundheitlichen oder psychosozialen Problemen ihrer Kinder über längere Zeit die Mitarbeit verweigerten, an Entwicklungsgesprächen nicht teilnähmen, Fachleute nicht konsultierten, erklärt Christiane Kolter vom St.-Petri-Kindergarten. Wenn also Maßnahmen zum Wohle des Kindes mit gutem Zureden nicht durchgesetzt werden könnten, könne es in extremen Einzelfällen sogar zu einer Kündigung kommen.

Jugendausschuss hat weitere wichtige Themen

Die Sitzung des Jugendausschusses des Burgwedeler Rates beginnt am Dienstag, 5. Juni, um 18.30 Uhr, im Sitzungszimmer des Rathauses und ist öffentlich. Bei der Änderung der Kita-Satzung geht es außerdem um die teilweise Aufhebung der Geschwister-Ermäßigung bei den Krippen-Gebühren, nachdem das Land für die Kindergärten die Gebührenfreiheit eingeführt hat. Weitere Themen sind die Entgelte für Tagespflegepersonen, die Frage, ob Burgwedel sich der Fluxx-Notfallbetreuung für Kinder anschließt sowie ein Grundsatzbeschluss über die Ausweitung der Krippenkapazitäten.

Die schon jetzt bestehenden Ausschlusskriterien betreffen zum Beispiel Kinder, die sich „aufgrund ihres Verhaltens in die Gemeinschaft nicht einfügen können“ oder deren Betreuung wegen gesundheitlicher Einschränkungen oder ihres Entwicklungsstandes nicht für eine Kita-Betreuung geeignet sei.

Nun also zusätzlich von den Eltern missachtete Kita-Öffnungszeiten? Sven Hübner, Geschäftsführer Erziehung und Bildung bei der Pestalozzi-Stiftung, kennt das Problem zwar: „Es gibt immer wieder Eltern, die man darauf hinweisen muss“, sagt er – auch welche, die nicht Bescheid sagten, wenn sie es nicht schaffen, pünktlich zu sein. Ärgerlich sei das, aber bisher kein wirklicher Anlass für Konflikte. Auch im St.-Petri-Kindergarten sind Verspätungen gang und gäbe, berichtet Kolter, aber eine gewisse Variabilität bei den Abholzeiten gehöre nun mal dazu. Kleinreden will Kolter das Problem aber ganz und gar nicht: Jedes Mal, wenn Eltern sich verspäten, müssten extra zwei Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen in der Einrichtung bleiben.

Concilio stellt klar, dass die Stadt Burgwedel jetzt nicht die knallharte Linie einführen wolle. „Es kann immer passieren, dass was dazwischen kommt“, sagt sie. Aber sie sei aus mehreren Kitas auf dieses Problem angesprochen worden. „Es kommt immer wieder vor, dass Erzieherinnen um 17 Uhr mit einem Kind allein in der Kita sitzen.“ Bevor über einen Ausschluss nachgedacht werde, werde es immer über Gespräche versucht. Aber es gebe Eltern, die interessierten sich partout nicht für die Belange der Einrichtung. „Und dann müssen wir auch mal reagieren können.“

Ein Blick in die Satzung der Nachbargemeinde Isernhagen zeigt: Dort droht nicht nur Kindern, „die wiederholt unentschuldigt fehlen oder nicht rechtzeitig gebracht bzw. abgeholt werden“ ein Ausschluss. Auch Erziehungsberechtigen, die trotz mehrfacher Ermahnung Kinder wiederholt „unzumutbar verschmutzt“ in die Kita schicken, können die rote Karte gezeigt bekommen.

Von Martin Lauber

Die Feuerwehrsirene in Thönse ist derzeit aktiver, als sie soll. Als am Sonntag das Alarmsignal im Dorf erscholl, hatte ein Feuerwehrauto sie ausgelöst.

06.06.2018
Burgwedel Burgwedel/Isernhagen/Langenhagen/Wedemark - Ab Juli eine Bereitschaftspraxis für ganzen Norden

Die Kassenärztliche Vereinigung zentralisiert ihren hausärztlichen Bereitschaftsdienst für die vier Nordkommunen im Krankenhaus Großburgwedel. Start ist am 1. Juli.

04.06.2018

Bewegende Reden wurden gehalten bei der Einweihung der neuen Ruhestätte für Sternenkinder, die die Stadt für 15.000 Euro auf dem Friedhof Kleinburgwedel eingerichtet hat.

01.06.2018
Anzeige