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Burgwedel Verkehrsrowdy jagt Frauen Angst ein
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14:33 21.06.2018
Die Polizei hatte den blauen BMW kurz nach dem Vorfall in Großburgwedel in einem anderen Ortsteil gestoppt – mit dem 23-Jährigen am Lenkrad. Quelle: Symbolbild
Großburgwedel

Weil er nach Überzeugung des Richters als Autofahrer zwei Frauen in Angst und Schrecken versetzt hatte, hat das Amtsgericht Burgwedel jetzt einen jungen Burgwedeler wegen Nötigung im Straßenverkehr und Beleidigung verurteilt. Der 23-Jährige muss eine Geldstrafe von 50 Tagessätzen à 45 Euro bezahlen und außerdem drei Monate lang auf seinen Führerschein verzichten. Er hatte vergeblich damit argumentiert, dass nicht er, sondern ein anderer gefahren sei.

BMW blockiert die Abbiegespur

Die Freundinnen, 32 und 33 Jahre alt, waren an jenem August-Nachmittag 2017 auf dem Weg ins Großburgwedeler Freibad gewesen. Vom Kreisel am Schulzentrum kommend, wollten sie mit dem Auto nach links auf die Ramhorst abbiegen. Sie habe bereits den Blinker gesetzt, als von hinten plötzlich das Aufheulen eines Motors zu hören gewesen sei. Ein blauer BMW sei so dicht an ihrem Wagen vorbeigeschossen, dass sie furchtbar erschrocken sei, sagte die damals schwangere Fahrerin (32) vor Gericht aus – „das war richtig gefährlich“. Aus Reflex habe sie einmal kurz gehupt, woraufhin der Fahrer des anderen Wagens abrupt gebremst und die Linksabbiegerspur blockiert habe. Beide Insassen des BMW hätten bedrohliche Gesten gemacht, der Fahrer den Mittelfinger gezeigt und der Beifahrer eine Bierflasche hochgehalten. Aus Angst habe sie ihre eigenen Autotüren von innen verschlossen, so die Zeugin. Erst nach gefühlt mehreren Minuten habe der BMW-Fahrer Gas gegeben und sei auf der falschen Seite der Mittelinsel auf der Umgehungsstraße davongebraust.

Die beiden Freundinnen waren daraufhin zum nahen Polizeikommissariat gefahren – jedoch erst, nachdem sie sich wieder beruhigt hatten: „Wir haben gezittert!“, sagte die Fahrerin aus. „Ich hatte richtig Angst!“, fügte ihre Freundin hinzu.

Fahrer: Bin dort nicht gewesen

Der Fahrer, den eine Polizeistreife kurz darauf nahe der Halteranschrift in einem Burgwedeler Ortsteil im BMW gestoppt hatte, war der 23 Jahre alte Angeklagte. Der Wagen gehört seinem Vater. Die allerdings nicht sonderlich detaillierte Beschreibung der einen Freundin passte auf den Angeklagten. Gegenüber den Beamten hatte der leicht angetrunkene junge Mann nur angegeben, dass er von der Arbeit komme und nicht in Großburgwedel gewesen sei. Weiter hatte der Mann, der bereits wegen Straßenverkehrsgefährdung und Unfallflucht aktenkundig ist, sich nicht einlassen wollen.

Vor Gericht war der 23-Jährige nur wenig redseliger. Dort sagte er aus, dass er mit einem Firmenwagen nach Haus gefahren und dort den Wagen gegen den BMW getauscht habe. Diesen habe zuvor jemand anders genutzt. Er selbst sei nur kurz im eigenen Ortsteil unterwegs gewesen. Auf die Nachfrage des Richters, warum er der Polizei nichts vom angeblichen Wagentausch erzählt hatte, wollte der junge Mann nicht mehr antworten.

Urteil kommt teurer als Strafbefehl

Für die Staatsanwältin war die Beweislage eindeutig. Sie riet dem Angeklagten dringend, seinen Einspruch gegen den Strafbefehl, der erst zur Verhandlung geführt hatte, nun zurückzuziehen. „Der Strafbefehl ist ein Geschenk. Es kann nur teurer werden!“ Schließlich hatte der Strafbefehl zwar eine Geldstrafe von 1200 Euro, aber kein Fahrverbot enthalten.

Doch der Hinweis der Staatsanwältin blieb unerhört – und sie behielt Recht: Mit einer Geldstrafe von 2250 Euro und einem dreimonatigen Fahrverbot wurde es für den 23-Jährigen tatsächlich deutlich teurer. „Ihr Versuch, sich herauszureden, ist kläglich gescheitert“, sagte Amtsrichter Michael Siebrecht. Die Beschreibung passe auf ihn, angesichts der Vorbelastung sei so ein Verhalten für ihn nicht untypisch, und er sei zeitnah gestoppt worden. Vor allem wurden dem Burgwedeler aber seine unterschiedlichen Angaben bei der Polizeikontrolle und im Gericht zum Verhängnis: Nichts habe näher gelegen, als bereits bei der Kontrolle anzugeben, dass er gerade erst den Wagen gewechselt habe. „So hat sich der Einspruch wahrlich nicht gelohnt.“

Von Frank Walter

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