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Burgwedel Kunstrasen: Sportring kritisiert Vertagung
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Kunstrasen: Sportring kritisiert Vertagung
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00:31 08.06.2018
Kunstrasen ist ein Objekt der Begierde –nicht nur in Burgwedel. Quelle: Elena Everding
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Burgwedel

„Wir werden um einen Kunstrasenplatz weiter kämpfen.“ Das sagt der Chef der traditionsreichen Hockeysparte des TSV Engensen, Andreas Wistuba. Geschlossen hinter dem früheren Hockey-Nationalspieler steht der Sportring Burgwedel, in dessen Mitgliedsvereinen gut 40 Prozent aller Burgwedeler organisiert sind. Dass der Sport- und Freizeitausschuss in seiner jüngsten Sitzung eine Grundsatzentscheidung zur Herrichtung eines Kunstrasenplatzes erneut vertagt hat, ist aus Sicht des Sportring-Vorsitzenden Ulli Friedrich ein „Hinauszögern“, das die Gefahr berge, dass das Anliegen sich totläuft. Zuerst müsse die Planung für das Gymnasiums und die eventuell fällige Neuordnung der Sportflächen auf der Ramhorst feststehen – so wurde im Ausschuss die einvernehmlich beschlossene Vertagung begründet.

Hannover baut bis zu 10 Plätze auf eigene Kosten

Die Wedemark hat einen Kunstrasenplatz. Die Stadt Hannover baut in den kommenden Jahren auf eigene Kosten gleich 7 bis 10 zusätzliche. Doch so weit ist Burgwedel längst noch nicht, obwohl bereits im Sportentwicklungsgutachten aus dem Jahr 2009 ein solcher Platz mit der Normgröße von 91,40 mal 55 Metern als Teil eines Familiensportparks auf der Ramhorst vorgeschlagen worden war. Andreas Wistuba hatte im November 2017 wegen mangelhafter Trainingsbedingungen für Engensens Hockeynachwuchs die Diskussion entfacht. Der Fachausschuss spielte den Ball damals zurück ins Lager der Sportvereine. Zwischenzeitlich liegt er wieder mit einem einmütigen Votum des Sports für einen Kunstrasenplatz im Feld der Politik.

Die Bildkombo zeigt Naturrasen (oben) und Kunstrasen mit Granulat auf verschiedenen Trainingsplätzen des FSV Mainz 05. Quelle: dpa

Der Vorteil eines Kunstrasenplatzes ist, dass er unabhängig vom Wetter genutzt werden kann, von Fußballern sogar in den Wintermonaten. „Alle Rasensport treibenden Vereine würden davon profitieren“, stellt Sportring-Chef Friedrich fest. Nicht nur die Engenser, die daheim nur mit Sondergenehmigung Hockey- Ligaspiele austragen dürfen und wo nach dem Exodus der kompletten Mädchen-A-Jugend nach Mellendorf beinahe die ganze Hockeyabteilung vor die Hunde gegangen wäre, wie Wistuba erklärt. Zwischenzeitlich habe der Verein sich mit 40 Neuzugängen wieder berappelt. „Es wäre sehr schade zu sehen, wenn alle verschwinden würden“, warnt er. Wie Friedrich verweist Wistuba darauf, dass auch die Fußballvereine mit einem Kunstrasenplatz gewinnen würden. „Letztes Jahr sind witterungsbedingt unheimlich viele Punktspiele und Trainingseinheiten ausgefallen.“

Der Nachteil eines Kunstrasenplatzes – sind die Kosten. Während die Landeshauptstadt Kosten von einer Million Euro pro Platz kalkuliert, hat Burgwedels Stadtverwaltung in ihrer Drucksache knapp eine halbe Million genannt, zuzüglich hoher Pflegekosten. So habe der MTV Mellendorf zum Beispiel eine 450-Euro-Kraft angestellt und einen Trecker zur Platzpflege für 25.000 Euro angeschafft.

Ausschuss: Erst die Schulplanung

Im Sport- und Freizeitausschuss wurde zwar streckenweise kontrovers über das Thema Kunstrasen diskutiert, das Protokoll vermerkt aber Einvernehmlichkeit bei der Vertagung, bis die Schul- und Sportflächen-Infrastruktur auf der Ramhorst verbindlich festgelegt ist. Angesprochen wurde in der Debatte auch die Frage einer Kostenbeteiligung der Vereine, die aus Sicht des Sportrings jedoch kaum zu leisten wäre. Wenn der Platz auch dem Schulsport zugute käme, so Friedrich, sollte die Stadt als Schulträger die Kosten übernehmen. Friedrichs Verdacht, das Thema solle durch die Vertagung auf Sankt Nimmerlein vertagt werden, tritt der zuständige Hauptsamtsleiter Götz Gero-Möller entgegen: „Das wird wieder aufgegriffen.“ Und Möller vermutet: „Das wird noch heiße Diskussionen geben.“

Von Martin Lauber

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