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Burgwedel Auftakt zur „Woche der Demenz“
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Auftakt zur „Woche der Demenz“
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00:52 27.04.2018
Wolfgang Baike (rechts) ist von Demenz betroffen. Seine Betreuerin Ingeborg Märker informiert sich am Stand der Gesundheitsregion Region Hannover bei Nicole Wiehe (links) und Caterina Ruggenini über Unterstützungsmöglichkeiten. Quelle: Gabriele Gerner
Großburgwedel

„Es gibt nicht eine Familie, in der die Pflege von älteren Angehörigen nicht Thema ist“, sagte Bürgermeister Axel Düker bei der Auftaktveranstaltung der „Woche der Demenz“ am Montagnachmittag. „Und alle Geschichten haben eins gemeinsam: Sie sind nie gut. Da ist viel Leid. Dieses Leid müssen wir mildern.“ 

Mit der „Woche der Demenz“ gibt Burgwedel gleichzeitig den Startschuss für die Entwicklung zur „demenzsensiblen Kommune“. Dafür erhält die Stadt eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro vom Land Niedersachsen. Ziel des Projekts ist es, demenzkranken Menschen, ihren Angehörigen, Betreuern und Pflegenden Unterstützung zu bieten. Darüber hinaus sollen Vereine, Verbände und Institutionen im Umgang mit Menschen mit Demenz geschult und Einrichtungen miteinander vernetzt werden. 

Dabei schaut die Stadt Burgwedel nicht nur auf sich selbst: Mit der Entwicklung zur „demenzsensiblen Kommune“ soll sie eine Vorbildfunktion für andere Kommunen und Gemeinden einnehmen. Das Modellprojekt des Sozialministeriums hat zum Ziel, überall in Niedersachsen Kommunen im Bereich Demenz zu schulen. Zusätzlich sollen Strukturen aufgebaut werden, die die Lebenssituation von Demenzkranken und ihren Familien verbessern. 

In Burgwedel sind maßgeblich zwei Frauen für das Projekt zuständig: Elisabeth Geib-Kayser, die stellvertretende Leiterin der Seniorenbegegnungsstätte (SBS) an der Gartenstraße, koordiniert die Fachkräfte und ist bestrebt, die Kompetenzen im Bereich Demenz zu bündeln. Auch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit gehört zu ihren Aufgaben. Sie sagt: „Wir wollen, dass jeder Feuerwehrmann und jeder Bankangestellte weiß, wann ein Verhalten ein Zeichen für Demenz sein und wie man dem betroffenen Menschen helfen könnte – ohne den rechtlichen Rahmen zu verlassen.“  Ansprechpartnerin für Angehörige von Betroffenen ist Nina Marie Dierking. Die Gerontologin vermittelt – auch über die „Woche der Demenz“ hinaus –Hilfesuchende zu Ärzten, Verbänden und an Pflegeineinrichtungen. Angehörigen steht sie beratend bei der Orientierung im Behördendschungel zur Seite. Sie ist in der SBS erreichbar unter Telefon (05139) 894169.

„Die kompetente Beschäftigung mit dem Thema Demenz ist wichtig, denn die Zahl der betroffenen Menschen wird in Zukunft zunehmen“, sagte der Leiter des Fachbereichs Gesundheit der Region Hannover, Dr. Mustafa Yilmaz, bei seinem Vortrag im Amtshof. „Grund dafür ist, dass wir immer älter werden. Da steigt das Risiko für diese Erkrankung.“ In der Region Hannover gebe es derzeit rund 25.000 Menschen mit Demenz. Das sei mehr als die Zahl der Einwohner Burgwedels.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ erkundigten sich zahlreiche Besucher bei Einrichtungen und Institutionen über Unterstützungsmöglichkeiten in Burgwedel. Dabei präsentierten sich unter anderem Pflegedienste, die Diakonie, die AOK, die Seniorenhilfe und der Arbeitskreis Demenz. Die Stände waren gut besucht. Besucherin Ingeborg Märker zeigte sich dankbar für das Angebot und sagte: „Ich lebe in Hannover und betreue einen demenzkranken Herrn, der erst vor Kurzem nach Großburgwedel gezogen ist. Da wir beide nicht von hier sind, benötigen wir dringend Informationen über lokale Angebote.“ 

Folgende Aktionen zu „Woche der Demenz“ finden am Mittwoch, 25. April, in der SBS, Gartenstraße 10 in Großburgwedel, statt: 10 Uhr: Schwere Glieder, unsichere Sicht, schlechtes Gehör: Mit Hilfe eines  Alterssimulations-Anzugs können Besucher sich in die Welt älterer Menschen hineinversetzen lassen. 11 Uhr: Beratungsangebote der Senioren- und Pflegestützpunkte. 12 Uhr: Kurzfilm des Kuratoriums Deutsche Altenhilfe „Apfelsinen in Omas Kleiderschrank“. 12.30 Uhr in der Sporthalle der SBS: Rehasport mit Michael Rekel, Übungsleiter der TS Großburgwedel. Im Amtshof findet zudem ein Fachforum für Einrichtungen und Angehörige der Berufsgruppen des Gesundheitswesens statt. Das weitere Programm der Woche finden Interessierte auf www.burgwedel.de.

Von Gabriele Gerner

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