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Burgwedel Prost auf Ehrenbürgermeister im Carport
Aus der Region Region Hannover Burgwedel Prost auf Ehrenbürgermeister im Carport
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16:41 10.08.2018
Ursula Stein (rechts), Tochter von Adolf Homeyer, und ihr Mann, Ortsbürgermeister Friedhelm Stein(links), freuen sich über so prominente Gäste wie Otto Laue (von links), Karsten Hoppenstedt und Hannes Schönhoff. Quelle: Martin Lauber
Engensen

Eine lockere Nachbarschaftsparty mit Bratwurst und Bier, Zeitzeugen und vielen Erinnerungen – auch so lässt sich Dorf-, Stadt- und Demokratiegeschichte feiern. Die Engenser haben genau das am Donnerstagabend getan.

Ein Staatsakt war es wahrlich nicht, zumal heftiger Sturzregen mit Donnergrollen die Versammelten eng gedrängt in einen Doppel-Carport gezwungen hatte. Sogar eine Windhose näherte sich übers Feld vis-à-vis bedrohlich der Festgesellschaft. Gastgeberin Ursula Stein wählte wenig förmliche Worte: „Der Gewittergott zetert bestimmt mit ihm rum“, mutmaßte sie und meinte mit „ihm“ ihren Vater: Bis 1986 hatte Adolf Homeyer, Wirt des „Alten Posthofs“, über vier Jahrzehnte und elf Wiederwahlen hinweg ehrenamtlich die Geschicke des Dörfchens Engensen gelenkt und nebenbei auch im damaligen Burgwedeler Gemeinderat und zeitweise auch im Kreistag mitregiert.

Zu Lebzeiten gab es dafür neben der Bundesverdienstmedaille so klingende Titel wie „Ehrenbürgermeister“ und „Ehrenratsherr“. Und einige Jahre nach seinem Tod eine Straße im neuen Wohngebiet westlich der Schillerslager Straße. Genau dort, am Adolf-Homeyer-Weg, wo die Anwohner sich heutzutage über eine Whats-App-Gruppe namens „Adiho“ austauschen, wurde auf den 100. Geburtstag des Namensgebers angestoßen – so, wie Ulla Stein das bei der Enthüllung des Straßenschildes dereinst versprochen hatte. Den Wittmanns, die 2008 aus Wettmar hergezogen sind, war es eine Ehre, ihren Carport herzugeben. Als Dankeschön für die „sehr schöne Dorfgemeinschaft“, in die sie auch dank der Posthof-Wirte Ulla und Friedhelm Stein schnell hinein gefunden hätten, sagte Sabina Wittmann.

Dass es bei aller Launigkeit der Feierstunde doch noch ein bisschen staatstragend wurde, geht auf das Konto der Zeitzeugen. Insbesondere Burgwedels früherer Langzeit- und Ehrenbürgermeister Karsten Hoppenstedt (CDU) beließ es nicht nur bei Anekdötchen. Die Gemeinde Engensen habe unter dem Liberalen „Adi“ Homeyer, nachdem dieser von den Briten 1946 als Bürgermeister eingesetzt worden war, ohne große Budgets aus Berlin die dörfliche Infrastruktur aufgebaut und die Integration der Flüchtlinge gemeistert. In den wichtigen Jahren rund um die Gebietsreform anno 1974 hätten alle wie selbstverständlich an einem Strang gezogen. Bei der legendären Hallenbad-Besichtigungsfahrt nach Dänemark saß „Adi“ damals mit im Kleinwagen: Die Stadtoberen entschieden sich hinterher gegen die Millionen-Investition – so kam es, so der Mythos, zu Burgwedels gesunden Stadtfinanzen.

„Ich finde es toll, dass Ihr an die Alten denkt und deren Verdienste nicht ganz vergessen werden“, schloss Hoppenstedt (81). Das sah der damalige Verwaltungschef Hannes Schönhoff ganz ähnlich: Dorfbürgermeistern wie Homeyer sei es zu verdanken, dass aus den zuvor selbstständigen sieben eine große Gemeinde und dann die Stadt Burgwedel geworden sei.

Von Martin Lauber

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