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Burgwedel Ehrenamt am Richtertisch ist zu vergeben
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00:17 06.01.2018
Daniel Diedrich arbeitet seit 2014 ehrenamtlich als Schöffe - und würde diese Arbeit gern fortsetzen. Quelle: Privat
Burgwedel

 Mit einem öffentlichen Aufruf sucht die Stadt Burgwedel jetzt interessierte Einwohner, die ehrenamtlich ab dem nächsten Jahr bis 2023 als Schöffen am Amtsgericht Burgwedel oder am Landgericht Hannover arbeiten wollen – insgesamt 32 Freiwillige werden für eine Vorschlagsliste benötigt. Hinzu kommen nach Aussage von Benedikt Rudolf, Mitarbeiter im städtischen Ordnungsamt, 28 Jugendschöffen. 

„Bislang haben wir zu jeder Zeit auf die Freiwilligkeit gesetzt“, sagt Rudolf und fügt hinzu, dass sich in der Vergangenheit immer genügend Bewerber gefunden hätten oder von Organisationen vorgeschlagen worden seien. „Allerdings fällt es uns, wie vielen anderen Kommunen auch zunehmend schwerer, ausreichend interessierte Personen zu finden.“ Bewerber müssen demnach mindestens 25 und höchstens 69 Jahre alt sein. Sie sollten die deutsche Staatsangehörigkeit haben und die deutsche Sprache beherrschen. Ausgeschlossen sind auch jene Burgwedeler, die zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt worden sind oder gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat schwebt.

Derzeit engagieren sich 15 Burgwedeler als Schöffen, drei sind als Hauptschöffen am Landgericht Hannover, vier als Hauptschöffen im Amtsgericht Burgwedel und acht dort als Nebenschöffen. Auch Daniel Diedrich gehört seit 2014 zu den Freiwilligen. „Ich bin damals vorgeschlagen worden“, sagt der 38-Jährige, der in der Gemeinde Wedemark arbeitet. Seine Zusage habe er nie bereut – im Gegenteil, er wolle gern eine zweite Amtszeit anschließen.

„Am Anfang gab es eine sehr spannende Fortbildung“, erinnert er sich. Daran schlossen sich in den folgenden Jahren acht Verfahren an, wobei er wie auch alle anderen Schöffen erst kurz vor Beginn der Verhandlung die Vorwürfe erfahre. „Es geht ja darum, den Gerechtigkeitssinn walten zu lassen“, begründet er das Vorgehen. Im jüngsten Fall, einer sechsstündigen Verhandlung wegen schweren körperlichen Missbrauchs und Vergewaltigung in der Ehe, sei er allerdings an die emotionale Grenze geraten. „Das hat mich ganz schön mitgenommen, zumal ich als Krimi-Fan nie erwartet habe, dass sich solche Taten in der scheinbar heilen Welt zutragen“, sagt er. 

Sein Ehrenamt wirke sich inzwischen auch auf seinen Beruf in der Gemeinde Wedemark aus: Nach Rücksprache mit der Jugendgerichtshilfe können junge Frauen und Männer ihre Sozialstunden auch im Mehrgenerationenhaus und in der Jugendgerichtshilfe leisten.

Für seine zweite Amtszeit wünscht sich Diedrich mehr Einsätze, und: „Ich würde es gut finden, wenn die Schöffen nach der Halbzeit noch einmal zu einem Erfahrungsaustausch zusammenkommen.“ Das würde auch das Miteinander stärken und die Chance bieten, Fragen beantwortet zu bekommen. Gleichwohl zollt der Schöffe dem hauptamtlichen Richter Michael Siebrecht großes Lob: „Wir arbeiten sehr gut zusammen.“

Information: Wer sich für das Amt eines Schöffen interessiert, findet die notwendigen Unterlagen unter schoeffenwahl.de im Internet. Sie können zudem unter Telefon (05139) 8973330 bei Benedikt Rudolf angefordert werden. Die ausgefüllten und unterschriebenen Unterlagen nimmt die Stadt postalisch an die Stadt Burgwedel, Ordnungsamt, Großburgwedel, Fuhrberger Str. 4, 30938 Burgwedel entgegen.

Von Antje Bismark

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